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Umfrage: Trend zu Immobilien

Kaum Zinsen für Gespartes, niedrige Zinsen für Baudarlehen - viele Anleger setzen angesichts der anhaltenden Geldpolitik auf eine Immobilie, berichtet der Bundesverband deutscher Banken auf Grundlage einer aktuellen Umfrage. Daher erwarten Experten weiter steigende Immobilienpreise.

Immobilien liegen im Trend

(München, 12.01.2016) Die Deutschen sind traditionell eher konservative und sicherheitsorientierte Anleger. Laut Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, bestätigt der Blick auf die bevorzugten Anlageprodukte das klassische Verhalten der Deutschen in puncto Geldanlage: "Die Anleger entscheiden sich überwiegend für konservative und risikoarme Anlageprodukte, die in der aktuellen Niedrigzinsphase aber wenig bis gar keine Rendite bringen." So setzten im Jahr 2015 die meisten Anleger immer noch auf das klassische Sparbuch (31 Prozent, Mehrfachnennungen möglich), gefolgt vom Tagesgeld (24 Prozent). Fondsanteile, die laut Bankenverband im Vergleich deutlich mehr Risiko beinhalten, dafür aber langfristig auch deutlich höhere Renditechancen haben, sind in der Umfrage des Verbands am dritthäufigsten (21 Prozent) als bevorzugte Geldanlage genannt worden.

Angesichts der Niedrigzinspolitik reagierten deutsche Anleger insgesamt eher mit Abstinenz als mit höherer Risikobereitschaft. So sei die Bereitschaft, überhaupt Geld anzulegen, gesunken: "Nur noch 48 Prozent der Deutschen haben 2015 Geld angelegt, im Vorjahr waren es noch 57 Prozent", erklärt der Bankenverband. Zurückgegangen sei die Zahl der Geldanleger vor allem in der mittleren Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen sowie bei den Senioren.

Allerdings zeichne sich für 2016 eine Verschiebung in Richtung Immobilie ab. "Auf dem Wunschzettel für das neue Jahr stehen Immobilien ganz oben", erklärt der Bankenverband. 37 Prozent der Anleger würden 2016 eine Immobilienanlage bevorzugen, wenn ihnen die dafür nötigen Finanzmittel zur Verfügung stünden. Bei der Antwort auf eine entsprechende Frage waren Mehrfachnennungen möglich. An zweiter Stelle folgten das Tages- und das Festgeld mit jeweils 28 Prozent. Sparkonto oder Sparplan haben es für das neue Jahr laut der Umfrage nur auf Platz drei der Anleger-Wunschliste geschafft.

Setzen die anlagebereiten Interessenten ihre Immobilienwünsche um, wird sich der Preisauftrieb am Markt fortsetzen, zumal die Zahl der neu errichteten Eigenheime und Wohnungen nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in Zusammenarbeit mit den amtlichen Gutachterausschüssen im "Immobilienmarkbericht Deutschland 2015" ermittelt hat. In den Jahren 2009 bis 2014 haben demnach die Kaufpreise von Eigenheimen im Schnitt um 3,3 Prozent pro Jahr zugelegt; in Städten und Großstädten betrug die Preissteigerung durchschnittlich sogar 10 Prozent pro Jahr. Eigentumswohnungen seien im gleichen Zeitraum jährlich um durchschnittlich 2,7 Prozent teurer geworden; in den oberen Preiskategorien legten die Preise laut Immobilienmarktbericht um 6 Prozent pro Jahr zu. "Die Preisentwicklung auf dem Wohnimmobilienmarkt dürfte sich weiter fortsetzen", erklärt Sigmar Liebig, Sprecher der amtlichen Gutachterausschüsse.

Die aktuelle Umfrage des Bankenverbandes zur Geldanlage wurde von der GfK Nürnberg im Dezember 2015 erhoben und ist repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland.


Redaktion: Britta Barlage