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Umschuldung im Vergleich: Was wann möglich ist

Die Umschuldung: Vergleicht man die unterschiedlichen Situationen, in denen ein Wechsel der Bank möglich ist, merkt man schnell, dass es bei der Umschuldung vergleichsweise differenzierte Rahmenbedingungen gelten. Je nachdem, unter welchen Umständen der Kredit bei einer anderen Bank weitergeführt werden soll, ist der Ausstieg mal mit mehr, mal mit weniger Hürden verbunden.

So kann die Umschuldung einfach durchgeführt werden, wenn die Zinsbindungsfrist des Darlehensvertrags abläuft. Zwar ist der Kredit damit nicht automatisch gekündigt – üblicherweise sehen die Kreditbedingungen der Banken vor, dass das Darlehen zu variablen Zinsen weitergeführt wird, wenn der Kunde nichts unternimmt. Wird der Kredit beim Auslaufen der Zinsbindung an eine andere Bank übertragen, ist dies ohne Probleme möglich. Gebühren für die Beendigung des Kreditvertrags darf die Bank nicht verlangen, lediglich für die Abtretung der Grundschulden als Kreditsicherheit an die neue Bank werden Notar- und Grundbuchgebühren von einigen hundert Euro fällig.

Während der Zinsbindungsfrist ist die Umschuldung vergleichsweise schwierig

Allerdings ist die Umschuldung im Vergleich zum Wechsel der Hausbank am Ende der Zinsbindung deutlich schwieriger, wenn der Kredit während der regulären Laufzeit des Vertrags aufgelöst werden soll. Hier gibt es drei häufig auftretende Konstellationen:

  • Im Umschuldungsvergleich kommt am schlechtesten die Kündigung wegen gesunkener Marktzinsen oder aufgrund günstigerer Konkurrenzangebote weg. Hier bleibt es der Bank überlassen, ob sie die Auflösung des Kreditvertrags überhaupt akzeptiert – und wenn ja, darf sie vom Kunden eine Vorfälligkeitsentschädigung nach eigenem Ermessen verlangen.
  • Die Regelungen zur Umschuldung sind im Vergleich zur ersten Variante geringfügig lockerer, wenn die Immobilie verkauft wird oder wenn der neue Kredit höher ist als das ursprüngliche Darlehen. Dann muss die Bank zwar die Auflösung des Vertrags hinnehmen, darf jedoch eine nach gesetzlichen Regelungen zu berechnende Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.
  • Deutlich bessere Karten haben es diejenigen, deren Bank im Kreditvertrag die jederzeitige Kündigung auch während der regulären Laufzeit genehmigt. Solche Klauseln sind hierzulande jedoch nur sehr selten anzutreffen.
  • Nach Ablauf von 10 Jahren ist die Umschuldung im Vergleich zu den bisher beschriebenen Szenarien ein Kinderspiel. Bei langfristiger Zinsbindung hat der Kreditnehmer nämlich nach 10 Jahren das Recht, seinen Vertrag ohne weitere Begründung mit einer Frist von sechs Monaten zu kündigen. Eine Vorfälligkeitsentschädigung darf die Bank in diesem Fall nicht in Rechnung stellen.

Interhyp AG, 17.03.2011