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US-Immobilienmarkt: Widersprüchliche Signale

Die US-Immobilienindikatoren präsentieren sich widersprüchlich: Die Wohnungspreise steigen, während die Absatzzahlen für Häuser rückläufig sind. Doch in Analystenkreisen gibt es kaum Befürchtungen zu negativen Auswirkungen auf den deutschen Immobilienmarkt.

Skyline von New York

(München, 02.11.2015) Wenn es um die Einschätzung der künftigen Entwicklung am deutschen Immobilienmarkt geht, blicken Analysten immer auch auf die USA. Zwar sind die Rahmenbedingungen nicht direkt vergleichbar. Dennoch gelten die Zahlen an den US-Immobilienmärkten als wichtige konjunkturelle Indikatoren, die sich zumindest indirekt über kurz oder lang auch auf die Immobilienpreise in Deutschland auswirken können.

Derzeit senden die US-Märkte eher widersprüchliche Signale aus. So meldete das Handelsministerium vor wenigen Tagen, dass der Absatz von Einfamilienhäusern im September um 11,5 Prozent gefallen ist. Nach zwei monatlichen Anstiegen in Folge werteten dies viele Analysten als überraschenden Rückschlag. Allerdings gab es schon zuvor skeptische Stimmen. So gingen die Immobilienanalysten der Helaba bereits vor der Veröffentlichung der Zahlen davon aus, dass sich der amerikanische Immobilienmarkt wieder abkühlen dürfte.

Stabil zeigen sich trotz der rückläufigen Absatzzahlen am Häusermarkt die Immobilienpreise in der USA. So lag der S&P/Case-Shiller-Index, der die Preisentwicklung für Wohneigentum in den zwanzig größten Städten der USA abbildet, im August um 5,1 Prozent über dem Vergleichsmonat des Vorjahres. Der Chefökonom de Indexkomitees sieht darin ein "Signal der Stärke".

Damit ist die Stimmung am US-Immobilienmarkt zwar nicht uneingeschränkt positiv, jedoch erwarten Analysten derzeit kaum negative Auswirkungen auf die Märkte in Europa und Deutschland. Die Volkswirte des Immobilienfinanzierers DG Hyp sehen vor allem in den deutschen Metropolregionen eine anhaltend hohe Nachfrage nach Immobilien, weil dort die Zahl der Einwohner und Arbeitsplätze weiterhin zunimmt. Entsprechend optimistisch formuliert die DG Hyp in ihrem aktuellen Kommentar zum Immobilienmarkt: "Damit setzt sich der seit Jahren anhaltende Aufwärtstrend in den sieben größten deutschen Städten - das sind Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart - weiter fort."


Redaktion: Franziska Buß