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Verbrauchsinformation beeinflusst Heizverhalten

Offenbar genügt eine Information über den laufenden Energieverbrauch, um Mieter zu einem effizienteren Heizverhalten zu motivieren. Das lässt sich aus den Ergebnissen einer aktuellen Studie schließen.

Auf das Heizverhalten zu achten, kann sich lohnen.

(München, 22.10.2015) Wer als Wohnungseigentümer seine Mieter zu einem sparsameren Umgang mit der Heizenergie bewegen will, muss nicht zu Druckmitteln greifen. Eine aktuelle Untersuchung, die im Rahmen eines Pilotprojektes gemeinsam vom Bundesumweltministerium und der Deutschen Energie-Agentur (dena) durchgeführt wurde, hat gezeigt: Schon wer regelmäßig über die Höhe seines Energieverbrauchs informiert wird, geht mit der Heizung sparsamer um als diejenigen, die keine regelmäßigen Verbrauchsinformationen erhalten.

Bei dem Modellvorhaben kommt ein funkbasiertes Verbrauchsermittlungssystem zum Einsatz, bei dem die Verbrauchsdaten laufend an den Ablesedienstleister gesendet werden. Bei diesem können sich die Mieter über das Internet einloggen und ihren Verbrauch jederzeit nachvollziehen. Darüber hinaus erhalten die Mieter einmal pro Monat per Post eine Auswertung über den Energieverbrauch des Vormonats.

Allein schon die regelmäßige Verbrauchsinformation sorgt dafür, dass die Mieter ein sparsameres Verhalten als zuvor an den Tag legen. Mehr als 70 Prozent der teilnehmenden Haushalte haben ihr Heizverhalten effizienter gestaltet. Im Schnitt reduzierte sich der Verbrauch an Heizungsenergie um 12 Prozent. In der Kontrollgruppe, die keine regelmäßigen Verbrauchsinformationen erhielt, ist hingegen im Vergleichszeitraum der Verbrauch um ein Prozent gestiegen. Bei der Auswertung der Daten wurden klimatische Effekte berücksichtigt und herausgerechnet. Dazu kommt ein weiterer positiver Faktor: Vier von fünf Teilnehmern würden sich dazu bereit erklären, ihren Bekannten und Kollegen ebenfalls die Teilnahme am Energiemanagement-Programm zu empfehlen.

Bei der Auswertung der Verbrauchsdaten zeigten sich deutliche regionale Unterschiede: Während in München und Berlin die Verbrauchszahlen um 17 Prozent zurückgingen, sparten die Haushalte in Essen nur zwei Prozent ein. Ob hier zufällige Schwankungen oder strukturelle Einflussfaktoren im Spiel sind, sollen nun die für 2016 vorgesehenen nächsten Auswertungen ergeben.

Neben einem bewussteren Verhalten führt auch moderne Technik zu Energieeinsparungen. Eigenheimbesitzer können oft von Fördermitteln für eine Modernisierung profitieren, die zum Beispiel genutzt werden können, wenn eine Umschuldung oder Anschlussfinanzierung ansteht.

Redaktion: Franziska Buß