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Verschuldung im Alter: Eigenheim nicht immer abbezahlt

Laut einer neuen Umfrage hat jeder vierte Immobilienbesitzer im Alter seine Immobilie noch nicht komplett abbezahlt. Bei der Finanzierung ist deshalb eine hohe Tilgung sinnvoll.

KfW Niedrigenergiehaus

Foto: KfW-Bildarchiv/Jens Steingässer

(München, 26.02.2016) Eigentlich sollte das eigene Haus abbezahlt sein, wenn man in Rente geht. Doch nicht jedem gelingt dies. Das zeigt eine aktuelle Umfrage unter 400 Eigenheimbesitzern, die von der Deutschen Leibrenten AG in Zusammenarbeit mit dem Institut für Versicherungswissenschaft an der Universität zu Köln durchgeführt wurde. Jeder vierte über 69 Jahren (23 Prozent) war noch nicht schuldenfrei. Bei den 80- bis 92-Jährigen sind es sogar noch etwas mehr (24 Prozent), die ihren Kredit noch abbezahlen müssen. Das könnte bei sinkenden Einkünften im Alter zu Problemen führen, zumal die Finanzierung oft viel früher, in Zeiten guter Verdienste geplant wurde. "Über einen solchen Zeitraum lassen sich unerwartete Wendungen nicht ausschließen: Vorübergehende Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennung oder Tod eines Partners, eine umfangreiche Renovierung - schnell scheitert dann der langfristige Finanzierungsplan", sagt Prof. Dr. Heinrich Schradin vom Institut für Versicherungswissenschaft an der Universität zu Köln.

Viele können ihr Darlehen dann eventuell nicht mehr zurückzahlen. "Für Erben bedeutet das unter Umständen eine böse Überraschung", so Friedrich Thiele, Vorstand der Deutschen Leibrenten AG.

Verbraucherschützer raten Baufinanzierungskunden, beim Abschluss einer Finanzierung darauf zu achten, die Tilgung so hoch anzusetzen, dass möglichst im Rentenalter die Schuldenfreiheit erreicht wird - wer zum Beispiel in 20 Jahren schuldenfrei sein will, sollte rund vier Prozent als anfängliche Tilgung wählen.


Redaktion: Franziska Buß