News

Viel Nachholbedarf beim Wohnungsbau in Metropolen

Institut der deutschen Wirtschaft rechnet vor: Trotz gestiegener Bautätigkeit wurden in Großstädten in den vergangenen Jahren zu wenige Wohnungen fertiggestellt.

Mehr Bautätigkeit in den Metropolen

(München, 23.09.2015). Bei der aktuellen Analyse zur Lage der Wohnungswirtschaft in Deutschland findet das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) positive und negative Gesichtspunkte. Positiv sei zu bewerten, dass seit dem Jahr 2010 die Bautätigkeit von 160.000 auf 245.000 Wohnungen pro Jahr gestiegen sei, berichten die Experten des Wirtschaftsforschungsinstituts. Dennoch sei es nicht gelungen, in den Großstädten und Metropolregionen mit der rasant wachsenden Nachfrage nach neuem Wohnraum Schritt zu halten.

Von 2010 bis 2014 wurden nach Angaben des IW in Deutschland 310.000 Wohnungen zu wenig errichtet. Der Nachholbedarf konzentriert sich dabei auf vergleichsweise wenige Städte und Regionen. Nur in gut 11 Prozent der mehr als 400 Landkreise und kreisfreien Städte sei ein Wohnungsmangel zu verzeichnen. Allerdings: Dort, wo zu wenige Wohnungen gebaut worden sind, ist der Mangel eklatant. Von den 310.000 fehlenden Wohnungen entfällt mehr als die Hälfte auf nur fünf Metropolen. Am prekärsten zeigt sich die Lage in Berlin, wo vor allem in den innerstädtischen Gebieten mehr als 55.000 Wohnungen fehlen. In München wird der Fehlbestand auf 40.000 und in Hamburg auf knapp 35.000 Wohneinheiten beziffert.

Noch nicht berücksichtigt ist in den Berechnungen des IW der Wohnungsbedarf, der aus dem Zustrom an Flüchtlingen resultiert. "Dafür wird noch einmal zusätzlicher Wohnraum benötigt", betonen die Autoren der Marktstudie. Unter Einbeziehung der Nachholeffekte aus den vergangenen Jahren müssten der Studie zufolge in den Städten und Landkreisen mit starkem Wohnungsmangel in nächster Zeit jährlich 330.000 Neubauwohnungen fertiggestellt werden, damit sich die Lage wieder entspannt.


Redaktion: Patrizia Difonzo