News

Wann lohnt der Immobilienkauf?

Wie sinnvoll ist ein Immobilienkauf angesichts gestiegener Baukosten und Immobilienpreise? Wenn bestimmte Grundsätze eingehalten werden, lohnt sich der Kauf, sagen Experten.

Der Immobilienkauf ist vor allem in den Metropolen deutlich teurer geworden.

Der Immobilienkauf ist vor allem in den Metropolen deutlich teurer geworden.

(München, 12.01.2017) Ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für den Immobilienkauf ist das nach wie vor sehr günstige Zinsniveau. Auf der anderen Seite stehen die gestiegenen Anschaffungspreise. "Eigentumswohnungen haben sich in den vergangenen 12 Monaten bundesweit um 7,1 Prozent verteuert, über fünf Jahre stiegen die Preise um über 31 Prozent", resümieren die Experten der FMH-Finanzberatung. Das schrecke inzwischen manchen Interessenten von einem Kauf ab. Ein Ende dieses Trends ist kaum abzusehen, denn, so FMH, immer mehr Familien und Investoren interessierten sich für das knappe Angebot an Objekten – "vor allem in den Metropolen".

Dennoch lohne sich der Immobilienkauf unter bestimmten Voraussetzungen auch jetzt. Allerdings müssten alle relevanten Faktoren wie beispielsweise die voraussichtliche Wertentwicklung oder Instandhaltungskosten berücksichtigt werden. Vor allem aber müsse der Anschaffungspreis stimmen. "Eine sinnvolle Vergleichsrechnung zwischen Mieten und Kaufen ist nur möglich, wenn der Mieter insgesamt das an Miete zahlt und an Rücklagen bildet, was der Eigentümer an Zins und Tilgung an die Bank überweist", erklärt die FMH-Finanzberatung. "Alle Methoden, die das nicht berücksichtigen, aber gern für oder gegen den Immobilienkauf argumentieren, sind ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen."

FMH rät, für den Kauf einer Immobilie maximal dreißig Jahreskaltmieten auszugeben. Wer sich für eine selbstgenutzte Immobilie interessiere, solle in aller Ruhe nach einem passenden und wirtschaftlich sinnvollen Objekt suchen beziehungsweise versuchen, den Preis herunterzuhandeln. Schließlich liege der Gewinn im günstigen Einkauf: "Kostet das Objekt bei diesen Vorgaben (spürbar) weniger als dreißig Jahreskaltmieten, bietet der Kauf gegenüber der Miete in jedem Fall finanzielle Vorteile. Kostet das Objekt jedoch mehr, sprechen höchstens ideelle, aber keine wirtschaftlichen Gründe für den Kauf."

Auch das Verbraucherportal finanztip.de sieht in einem vernünftigen Preis für den Immobilienkauf einen Schlüssel zum Erfolg. "Wer etwa zu teuer einkauft, riskiert, langfristig viel Geld zu verlieren. Wer aber zu einem guten Preis vom Mieter zum Käufer wird, hat den Vorteil, dass er automatisch für die Altersvorsorge spart." Die Fachleute weisen darauf hin, dass eine Immobilie "keineswegs eine risikofreie Geldanlage" darstelle. Die künftige Wertentwicklung hänge von zahlreichen Faktoren ab. Außerdem könnten auch private und berufliche Entwicklungen wie Scheidung oder Stellenwechsel einen Strich durch die Rechnung machen. Wie FMH rät auch finanztip dazu, den Kaufpreis ins Verhältnis mit einer Jahreskaltmiete zu setzen, um zu einer fundierten Bewertung des Angebots zu kommen. Allerdings kalkuliert das Verbraucherportal etwas vorsichtiger. "Als Faustregel gilt dann: Bis zum Faktor 20 sind die Kaufpreise im Vergleich zur Miete relativ günstig, ab 25 relativ teuer."

FMH führt noch ein gewichtiges Argument pro Immobilienkauf ins Feld. Steige die Inflationsrate künftig wieder deutlich an, sei das für Käufer günstig, denn Vermieter würden dann die Miete entsprechend anheben, während Immobilienbesitzer sich auf die für die Dauer der Zinsbindung festgeschriebenen Zinsen verlassen könnten.


Redaktion: Joachim Hoffmann