News

Wohn-Riester wird stark nachgefragt

Die Zahl der "Wohn-Riester"-Modelle hat nach statistischen Angaben des Bundesarbeitsministeriums auch im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen. Dagegen stagnieren die Geldmodelle der "Riester-Rente" wie Versicherungen, Bank- und Fondssparpläne.

Einfamilienhaus

(München, 18.04.2016) Der Nutzen der 2002 eingeführten Riester-Rente als zusätzliche private Altersvorsorge ist umstritten. Schlechte Konditionen und hohe Vertriebs- und Verwaltungskosten können die staatlichen Zuschüsse und Steuervorteile zu einem großen Teil vermindern. Das scheint auch zu den Verbrauchern durchgedrungen zu sein, wie die jetzt vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlichten Zahlen nahelegen. Nur der Bereich Wohn-Riester - dazu zählen Bausparverträge, Bauspar-Kombidarlehen und Riesterdarlehen - konnte im Jahr 2015 zulegen, gegenüber dem Vorjahr um 187.000 auf insgesamt 1,564 Millionen Verträge. Das entspricht einem Plus von 13,6 Prozent. Dagegen schrumpfte die Zahl der Versicherungsverträge im Jahr 2015 um 0,4 Prozent auf 10,989 Millionen, bei Banksparverträgen betrug das Minus 1,23 Prozent (804.000). Lediglich Investmentfondsverträge verzeichneten noch ein Plus von 1,76 Prozent auf 3,125 Millionen.

Beim Wohn-Riester setzen Verbraucherinnen und Verbraucher die staatlichen Zulagen ein, um den Bausparvertrag schneller anzusparen oder ein Darlehen schneller zu tilgen. Vorteil: Der Einsatz der Riester-Mittel ist hier transparent und nachvollziehbar. Auch test.de, das Portal der Stiftung Warentest lobt dieses Modell. "Riester-Bausparverträge sind erste Wahl, um für ein Eigenheim zu sparen. Sie sind genauso gut wie ungeförderte Bausparverträge, bringen aber zusätzlich viele Tausend Euro an Zulagen und Steuervorteilen", heißt es in einer aktuellen Analyse. Auch könnten viele Hauseigentümer die Riester-Förderung nutzen, um Schulden schnell zu tilgen. Das lohnt sich oft, weil so Kreditzinsen gespart werden.

"Die hohe Akzeptanz des Wohn-Riesters erklärt sich durch dessen spezifische Vorteile", sagt der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Privaten Bausparkassen, Andreas J. Zehnder. Die Förderung wirke wie ein "Tilgungsturbo". Der wirtschaftliche Vorteil eines Riester-Darlehens könne dabei - über den gesamten Finanzierungszeitraum hinweg - bis zu 50.000 Euro betragen. Auch bei Berücksichtigung der nachgelagerten Besteuerung verbleibe unter dem Strich im Normalfall ein dickes Plus. Das Modell aufzugeben sei keine Alternative: "Damit würde das Vertrauen in staatliche Entscheidungen, an denen Menschen ihre langfristige Lebensplanung ausrichten, untergraben."


Redaktion: Britta Barlage