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Wohneigentum statt Mieterhöhung

Die Mieten in Deutschland steigen weiter an, nicht nur in Metropolregionen und Universitätsstädten, sondern auch im ländlichen Raum. Das geht aus dem neuen "Wohngeld- und Mietenbericht" des Bundesbauministeriums hervor. Ein Ende der Entwicklung ist trotz erhöhter Bautätigkeit nicht abzusehen. Die Investition in die eigene Immobilie stellt daher angesichts historisch niedriger Baugeldzinsen eine attraktive Alternative zum Wohnen in Miete dar.

Fassade

(München, 03.11.2015) Von 2011 bis 2014 stiegen die Mieten laut dem aktuellen Bericht im Bundesdurchschnitt jedes Jahr um 3,4 Prozent, in den Metropolkernen sogar um knapp fünf Prozent jährlich. Bei der Betrachtung der Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegen die großstädtischen Ballungsräume mit 8,79 Euro und zahlreiche Hochschulstandorte mit 8,49 Euro an der Spitze. Städtische Umlandkreise lagen bei 6,70 Euro, ländliche Kreise weisen mit 5,50 Euro pro Quadratmeter vergleichsweise günstige Mieten auf. Naturgemäß gibt es eine große regionale Spannbreite bei den Mieten. So ermittelte die Studie im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge eine durchschnittliche Nettokaltmiete von 4,08 Euro, während sie in München bei 13,99 Euro lag. Egal ob ländlicher Raum oder Großstadt: Die Mieten in Neubauten lagen pro Quadratmeter um 1,00 Euro bis 1,50 Euro höher als die von Wohnungen in Bestandsbauten.

Eine Besserung der angespannten Wohnungslage mit steigenden Mieten ist - zumal angesichts der Flüchtlingsproblematik - nicht abzusehen. Das räumt auch das Bundesbauministerium in seinem Bericht ein. "Trotz einer deutlichen Zunahme der Fertigstellungen lag die Neubautätigkeit mit 245.000 Fertigstellungen auch 2014 immer noch unter dem nachhaltig erforderlichen Niveau." Für die kommenden Jahre geht das Ministerium jedoch von einem Bedarf von 350.000 bis 400.000 Wohnungen pro Jahr aus. Zudem erweist sich die Mietpreisbremse nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" als nicht wirkungsvoll, weil in vielen Gemeinden ein Mietpreisspiegel als Berechnungsgrundlage fehle. Außerdem greift die Mietpreisbremse bei Neubauten sowieso nicht.

Für Mieter wird ein Wohnungskauf angesichts steigender Mieten interessanter, zumal das Zinsniveau auf dem Baugeldmarkt derzeit sehr günstig ist. Sollzinssätze von unter zwei Prozent für 15-jährige Darlehen kann der Bauherr dazu nutzen, um höher zu tilgen und so bei Ablauf der Zinsbindung eine möglichst geringe Restschuld zu haben.


Redaktion: Magdalena Lindner