News

Wohnen 2030: Eigenheim als Altersvorsorge

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Wenn es um das Wohnen im Alter geht, wollen die meisten Bundesbürger lieber in den eigenen vier Wänden als zur Miete wohnen.

Einfamilienhaus Ziegelstein

(München, 30.11.2015) In einer aktuellen Studie hat das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Menschen aus verschiedenen Großstädten im Alter von 50 bis 65 Jahren dazu befragt, wie sie sich ihre Wohnsituation im Jahr 2030 vorstellen. Aus Sicht der Akteure am Immobilienmarkt bringt die Umfrage wertvolle Erkenntnisse - immerhin werden in 15 Jahren je nach Region die über 65-Jährigen bis zu 40 Prozent der Nachfrage am Wohnungsmarkt ausmachen.

Wichtigstes Ziel der künftigen Rentner ist das Wohneigentum: Von denen, die derzeit zur Miete wohnen, wünscht sich die Mehrheit eine eigene Wohnung fürs Alter. Bei den derzeitigen Wohnungseigentümern kann sich fast niemand der Befragten vorstellen, im Alter die eigene Wohnung zu Gunsten einer Mietwohnung aufzugeben.

Bemerkenswert gering ist hingegen der Stellenwert der Barrierefreiheit. Bei der Frage, welche Eigenschaften von Wohnungen als "sehr wichtig" eingestuft werden, liegt die Barrierefreiheit beim Zutritt und innerhalb der Wohnung hinter der Sicherheit des Wohnumfeldes und dem Vorhandensein von Balkon, Terrasse oder Gartenanteil. Technische Hilfen wie einen Aufzug im Haus hält nicht einmal jeder Dritte für sehr wichtig. "Diese Hilfsmittel werden erst in höherem Alter bedeutsam", sagt dazu IW-Forscher Philipp Deschermeier.

Weitgehende Einigkeit herrscht darüber, dass der Wohnsitz innerhalb der Großstadt oder zumindest in einem Vorort beibehalten werden soll. Nur jeder Fünfte hat vor, im Alter in eine Kleinstadt oder aufs Land zu ziehen. In der aktuellen Wohnung wollen 40 Prozent der Befragten auch alt werden - wenn es erforderlich ist, mit Hilfe eines mobilen Pflegedienstes. Mit Zustimmungsquoten von jeweils rund 30 Prozent sind Mehrgenerationenhäuser und Einrichtungen des betreuten Wohnens die beliebtesten Alternativen für das Wohnen im Alter. Für die IW-Analysten ist der Trend am Immobilienmarkt damit klar: Der Bedarf an seniorengerechten Wohnungen wird sowohl bei Neubauten als auch in Form von Umbauten im Bestand in den kommenden Jahren kräftig steigen.


Redaktion: Britta Barlage