News

Wohnen im Denkmal: Mehr Aufwand, mehr Fördermittel

Eigentümer von denkmalgeschützten Gebäuden haben oft hohen Aufwand bei der Instandhaltung und Modernisierung, können jedoch staatliche Fördermittel in Anspruch nehmen. Ein Überblick zum internationalen Denkmaltag.

Eigentümer von denkmalgeschützten Gebäuden können staatliche Fördermittel beanspruchen

Eigentümer von denkmalgeschützten Gebäuden können staatliche Fördermittel beanspruchen

(München, 18.04.2017) Jedes Jahr wird am 18. April der internationale Denkmaltag begangen. Mit diesem will der Internationale Rat für Denkmalpflege in Zusammenarbeit mit der UNESCO den Erhalt und die Restaurierung von Bau- und Kulturdenkmälern ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken. Das architektonische Kulturerbe pflegen nicht nur öffentliche Institutionen, sondern auch viele private Hauseigentümer, die in einem denkmalgeschützten Gebäude wohnen.

Knapp eine Million Gebäude stehen derzeit in Deutschland unter Denkmalschutz, berichtet der Verband privater Bauherren (VPB). Ein großer Teil davon sind private Wohnhäuser – so etwa historische Fachwerkhäuser oder Wohnhäuser in Arbeitersiedlungen aus der Gründerzeit. Bei Erhalt und Pflege der historischen Bausubstanz stehen nach Ansicht des VPB die Eigentümer vor Herausforderungen. "Die Gebäude sind in der Unterhaltung wie auch in der Sanierung deutlich aufwändiger als normale Wohnhäuser", sagen die Bauexperten.

Bauliche Maßnahmen dürfen nur durchgeführt werden, wenn sie mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde abgestimmt und genehmigt worden sind. Das erhöht nicht nur den Aufwand bei Renovierungsmaßnahmen, sondern setzt auch Grenzen bei der energetischen Sanierung. Den Mehraufwand honoriert der Fiskus mit Steuervergünstigungen. Eigentümer, die ihre denkmalgeschützte Immobilie selbst bewohnen, können 90 Prozent der Erhaltungskosten verteilt über zehn Jahre von der Steuer absetzen. Auch Vermieter können von Sonderabschreibungen profitieren: Acht Jahre lang können jeweils neun Prozent und weitere vier Jahre lang je sieben Prozent der Sanierungskosten steuermindernd abgeschrieben werden.

Darüber hinaus gewährt die staatliche Förderbank KfW zinsvergünstigte Darlehen und Tilgungszuschüsse für die energetische Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden. Nicht immer sei es möglich, die hohen Anforderungen an ein Effizienzhaus zu erfüllen und gleichzeitig gestalterische Auflagen etwa beim Erhalt der Gebäudefassade einzuhalten, heißt es bei der KfW. Daher gelten für die Genehmigung von zinsgünstigen Krediten und Zuschüssen im Rahmen des Förderprogramms "Energieeffizient Sanieren" großzügigere Grenzwerte bei der Energieeffizienz, wenn es sich um denkmalgeschützte Gebäude handelt.


Redaktion: Thomas Hammer