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Wohnen: Tendenz zu kleineren Haushalten

Das Statistische Bundesamt hat einen starken Rückgang beim Mehr-Generationen-Wohnen festgestellt. Andererseits leben junge Menschen lange im Elternhaus. Stadtplaner in München rechnen bis 2030 mit einer starken Zunahme von Single-, aber auch Familienhaushalten.

Es gibt mehr kleinere Haushalte. Gleichzeitig leben junge Menschen lange im Elternhaus.

Es gibt mehr kleinere Haushalte. Gleichzeitig leben junge Menschen lange im Elternhaus.

(München, 22.08.2016) Früher war das Zusammenwohnen mehrerer Generationen unter einem Dach etwas Selbstverständliches. Doch die Gegenwart in Deutschland sieht anders aus. Zwischen 1995 und 2015 ist die Zahl der Haushalte, in denen drei oder mehr Generationen leben, nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von 351.000 auf 209.000 zurückgegangen. Das entspricht einem Rückgang von 40,5 Prozent. Aber auch die klassische Familie mit Eltern und Kindern verzeichnet im gleichen Zeitraum einen erheblichen Schwund, und zwar von 12,8 Millionen auf 11,0 Millionen Haushalte (minus 13,9 Prozent).

Entgegen dieser Entwicklung haben die Bundesstatistiker ebenfalls festgestellt, dass Kinder lange bei bei ihren Eltern wohnen bleiben, wobei Söhne wesentlich länger ausharren als Töchter. Im Jahr 2014 lebte mehr als jeder zweite 23-jährige Mann noch bei den Eltern (52 Prozent), bei den Frauen waren es dagegen nur 35 Prozent. Bei den 30-Jährigen betrug die Relation zwölf zu fünf Prozent; bei den 40-Jährigen lebten noch vier Prozent der Männer und ein Prozent der Frauen als "lediges Kind" im elterlichen Haushalt.

Für die Zukunft gehen Stadtplaner von unterschiedlichen Entwicklungssträngen in Bezug auf das Wohnen aus. So erwartet Deutschlands teuerste Stadt München bis zum Jahr 2030 einen Zuwachs von rund 115.000 Privathaushalten. Fast zwei Drittel davon werden voraussichtlich Einpersonenhaushalte sein, die damit eine Steigerung um rund 73.000 Haushalte verzeichnen. Die Tendenz zu kleineren Haushalten gibt es in ganz Deutschland. Für München wird jedoch zusätzlich ein Anstieg der größeren Haushalte mit mindestens vier Personen um rund 13.000 Haushalte prognostiziert. Die Stadtplaner führen dies auf den im Vergleich starken Zuzug junger und jüngerer Leute zurück, die irgendwann Familien gründen. Für die Bautätigkeit bedeutet dies, dass sowohl kleinere als auch große Wohnungen in nennenswerter Zahl benötigt werden.


Redaktion: Britta Barlage