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Wohngipfel: Lob und Kritik

Auf dem Wohngipfel befassten sich Regierungsvertreter sowie Vertreter von Immobilienwirtschaft, Mieterverbänden und Gewerkschaften mit der Frage, wie für die Bürger der Zugang zu erschwinglichem Wohnraum gesichert werden könnte. Nicht alle Beteiligten waren mit den Ergebnissen zufrieden.

Wohnen 2018: Steigende Kaufpreise und Mieten in Ballungszentren. Wie Wohnen bezahlbar bleiben soll, wurde anlässlich des Wohngipfels diskutiert.

Wohnen 2018: Steigende Kaufpreise und Mieten in Ballungszentren. Wie Wohnen bezahlbar bleiben soll, wurde anlässlich des Wohngipfels diskutiert.

(München, 24.09.2018) Chefsache Wohnungsbau: Bundeskanzlerin Angela Merkel lud am vergangenen Freitag Vertreter von Immobilienverbänden, Gewerkschaften und Mietervereinigungen zum Wohngipfel nach Berlin ein. Gemeinsam sollte nach Wegen gesucht werden, um vor allem in den Ballungsräumen eine weitere Verteuerung der Miet- und Kaufpreise abzufedern und für die dort lebenden Menschen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

In einem gemeinsamen Eckpunkte-Papier finden sich bereits beschlossene Maßnahmen wie die Einführung des Baukindergelds, mehr Wohngeld für Haushalte mit niedrigem Einkommen oder die vom Bundeskabinett geplanten steuermindernden Sonderabschreibungen beim Bau von preisgünstigen Mietwohnungen. Dazu kommen weitere Absichtserklärungen. So will der Bund in den nächsten drei Jahren den sozialen Wohnungsbau mit mehr als fünf Milliarden Euro fördern und eine Reform der Bauvorschriften auf den Weg bringen.

Marcus Becker, Vizepräsident des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie, wertet die Ergebnisse des Treffens als Schritt in die richtige Richtung. So schaffe die Förderung des sozialen Wohnungsbaus Planungssicherheit für Bauunternehmen, die nun entsprechende Personalkapazitäten aufbauen könnten. Mehr Tempo fordert Becker bei der Bauvorschriftenreform vor allem mit Blick auf den Bau von kostengünstigen Serien- und Typenhäusern: "Es muss möglich sein, dass ein einmal geplantes Typenhaus bundesweit umgesetzt werden kann."

Licht und Schatten sieht unterdessen der Immobilienverband IVD. Zwar habe die Regierung erste Punkte aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt und wolle künftig auch die durch Bauvorschriften verursachten Kosten senken, sagt IVD-Präsident Jürgen Michael Schick. Kritik übt Schick an der erneuten Ankündigung der Bundesregierung, das bei der Vermietungsvermittlung geltende Bestellerprinzip auf den Immobilienkauf auszudehnen, sodass anfallende Maklerkosten überwiegend von den Verkäufern bezahlt werden müssten. Dies würde nach Ansicht Schicks lediglich dazu führen, dass die Maklerprovisionen auf den Kaufpreis aufgeschlagen werden und die Immobilienpreis weiter steigen würden. "Die erneute Thematisierung der Maklerkosten lenkt von dem eigentlichen Preistreiber bei den Kaufnebenkosten ab, der Grunderwerbsteuer. Das ist auch nur zu verständlich angesichts von 27 Erhöhungen in den vergangenen zehn Jahren. Redlicher wäre es aber, genau dort anzusetzen, statt in die Vertragsfreiheit einer ganzen Berufsgruppe einzugreifen", sagt Schick.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert, dass zum Gipfeltreffen wichtige Umweltverbände erst gar nicht eingeladen worden seien. Schließlich gehe es bei der Betrachtung der Wohnkosten nicht nur um die Kaltmiete, sondern auch um die Heizkosten. Barbara Metz, stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH, bemängelt die unzureichenden Anstrengungen bei der Förderung von energieeffizientem Wohnraum und fordert: "Bezahlbarer Wohnraum und Energieeffizienz müssen zwingend zusammen gedacht werden."


Redaktion: Thomas Hammer

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