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Wohnraum: Fördergelder gegen Wohnungsmangel

Wohnraum soll bezahlbar bleiben, mahnt Deutsche Bank Research in einem aktuellen Kommentar. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen reiche bei weitem nicht aus. Die KfW-Bank will dieser Entwicklung mit besonders günstigen Fördergeldern gegensteuern.

Wohnraum: Fördergelder für bezahlbares Wohnen

Bauen für mehr Wohnraum: Die KfW-Förderbank bietet günstige Darlehenskonditionen.

(München, 23.06.2016) Angesichts der im Juni vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu den Baufertigstellungen weist Deutsche Bank Research auf eine Verschärfung der Lage am Wohnungsmarkt hin. "Die Zahl der neu gebauten Wohnungen im Jahr 2015 stagnierte nahezu. Den rund 250.000 fertiggestellten Wohnungen steht eine geschätzte Nachfrage von 400.000 oder gar 500.000 Wohnungen pro Jahr gegenüber", konstatiert DB-Analyst Jochen Möbert. "Zusammen mit dem Nachfrageüberhang der letzten Jahre fehlen vermutlich deutlich mehr als eine halbe Million Wohnungen. Da auch in den nächsten Jahren die Zahl der Fertigstellungen nur allmählich steigen dürfte, verschärft sich der Wohnraummangel weiter."

Als "Kernproblem" sieht Möbert nicht die Mietpreisbremse oder andere gesetzliche Vorschriften, "sondern das Fehlen eines Gesamtkonzepts zum Abbau der Marktungleichgewichte". Das sei auch vor dem Hintergrund der Zuwanderung nach Deutschland problematisch. "Vielfach haben wir darauf hingewiesen, wie träge das Wohnungsangebot in Deutschland ist. Auch die Ursachen - Mangel an Bauland, strenges regulatorisches Umfeld, steigende Baukosten und Fachkräftemangel - sind bekannt."

Um einem Wohnungsmangel entgegenzusteuern und den Bau von mehr bezahlbarem und gleichzeitig energieeffizientem Wohnraum zu ermöglichen, hat die KfW-Bank jetzt Verträge mit den Förderinstituten der Länder Baden-Württemberg (L-Bank), Berlin (IBB), Hessen (WIBank) und Sachsen (Sächsische Aufbaubank) abgeschlossen, um Bauherren besonders günstige Darlehenskonditionen zu ermöglichen. Die KfW-Bank stellt die Mittel zur Schaffung von zukunftsfähigem bezahlbarem Wohnraum aus dem KfW-Programm "Energieeffizient Bauen" (CO2-Gebäudesanierungsprogramm des Bundes) zur Verfügung. "Das geförderte Volumen wird schwerpunktmäßig für den Mietwohnungsbau eingesetzt", erklärt die KfW in einer Mitteilung.

Für die kommenden zwei Jahre stünden insgesamt bis zu zwei Milliarden Euro für alle Landesförderinstitute bereit. Bauherren profitierten von "sehr günstigen Zinsen, langen Laufzeiten und Zinsbindungsfristen". Die Darlehen werden aus Haushaltsmitteln des Bundes vergünstigt.


Redaktion: Magdalena Lindner