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Zehn Prozent mehr Mängel beim Hausbau

Viele Bauherren haben mit Qualitätsproblemen beim Hausbau zu kämpfen. Eine aktuelle Auswertung zeigt, welche Gewerke besonders häufig mit Mängeln behaftet sind.

Baustelle: Beim Bau auf Vermeidung von Mängeln achten

(München, 15.09.2015) Beim Bauen können Mängel Mehrkosten und Verzögerungen bei der Fertigstellung verursachen. Dabei zeigt eine Untersuchung, die das Institut für Bauforschung im Auftrag des Bauherren-Schutzbundes durchgeführt hat: Die Anzahl der festgestellten Mängel am Bau ist seit der letzten Studie im Jahr 2011 um rund zehn Prozent gestiegen. Dazu hat das Forschungsinstitut insgesamt 600 Baustellenkontrollen bei der Errichtung von 70 Ein- und Zweifamilienhäusern durchgeführt.

Dichtung und Dämmung mit Qualitätsmängeln

Ein besonders starker Anstieg ist bei den Gewerken Innenputz und Estrich zu verzeichnen, wo die Anzahl der Beanstandungen um 60 Prozent zugenommen hat. Verbessert hat sich hingegen die Qualität beim Einbau von Fenstern und Türen. Hier traten 45 Prozent weniger Mängel zutage als in der letzten Untersuchung. Auch bei der Baustellenabsicherung gab es der Studie zufolge deutlich weniger Kritikpunkte als bei früheren Kontrollen. Am häufigsten zeigen sich Qualitätsprobleme bei der Gebäudeabdichtung und der Wärmedämmung der ans Erdreich angrenzenden Bauteile. Ganz vorne auf der Mängelliste liege die Abdichtung von Bädern, berichten die Autoren der Studie.

Angesichts der Ergebnisse könne keine Entwarnung gegeben werden, wenn es um handwerkliche und technische Probleme beim Bauen gehe, sagt Heike Böhmer, Direktorin des Instituts für Bauforschung: "Insgesamt muss eine Verschlechterung der Bauqualität festgestellt werden." Sie empfiehlt Bauherren, die Baustelle in regelmäßigen Abständen durch unabhängige Experten in Augenschein nehmen zu lassen und bei auftretenden Problemen rasch zu reagieren. Denn: Wird ein Mangel frühzeitig beseitigt, lassen sich dadurch hohe Folgeschäden vermeiden. So kostet nach Angaben des Instituts für Bauforschung die Korrektur einer fehlerhaften Wärmedämmung im Schnitt 2.150 Euro. Bleibt der Mangel hingegen unentdeckt, können daraus spätere Schäden in Höhe von mehr als 40.000 Euro resultieren.


Redaktion: Britta Barlage