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Zinsen für Baukredite kennen kein Sommerloch

Nach einem sprunghaften Anstieg der Zinsen für Baukredite liegen diese aktuell auf einem Jahreshoch. Laut dem aktuellen Interhyp-Bauzins-Trendbarometer erwarten Experten nun zunächst eine Seitwärtsbewegung.

Experten raten trotz des Zinsanstiegs für Baukredite zur Ruhe.

Experten raten trotz des Zinsanstiegs für Baukredite zur Ruhe.

(München, 03.08.2017) Der Sommer gilt gemeinhin als ruhige Zeit. Viele Menschen sind im Urlaub und genießen ihre lang ersehnte Auszeit vom Alltag. Für Zinsen galt das zumindest Anfang August nicht. Denn diese liegen aktuell über der Marke von 1,5 Prozent und markieren somit ein Jahreshoch.

Für Baukredite scheint ein solcher Zinsanstieg zunächst ärgerlich, da sich diese auf mehrere Jahre gerechnet um einige Tausend Euro verteuern. "Im langfristigen Vergleich aber sind und bleiben die Baugeldkonditionen ausgesprochen attraktiv", sagt Mirjam Mohr im aktuellen Interhyp-Bauzins-Trendbarometer und formuliert eine entscheidende Grundregel im Zinstief: "hohe Tilgungsraten von mindestens zwei, besser drei Prozent."

Interhyp hat neun Experten für das monatliche Bauzins-Trendbarometer gefragt, wie sich die Zinsen für Baukredite künftig entwickeln werden. Das Ergebnis: Trotz des sprunghaften Anstiegs ist die Mehrheit der Befragten von einem langsamen Anstieg der Zinsen überzeugt. Kurzfristig lässt sich daher eine Seitwärtsbewegung des Zinsniveaus ableiten. "Bis zum EZB-Treffen Anfang September sollten die Kapitalmarktzinsen stabil bleiben. Die Marktteilnehmer können die Urlaubszeit genießen. EZB-Präsident Draghi wird erst im September weitere Hinweise auf den vorsichtigen Einstieg in den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik geben. Dadurch sollten die Zinsen weiter steigen", sagt ein Experte der ING-DiBa. Insgesamt sehen die Marktbeobachter einen unveränderten Trend hin zu höheren Zinsen. Grund für diese Einschätzung bleiben der leichte Wirtschaftsaufschwung in der Eurozone sowie die Ankündigung der Zentralbanken, die ultralaxe Geldpolitik zu drosseln. Der Experte der Commerzbank scheint aufgrund dieser Entwicklungen sogar erst ab 2019 von einer Leitzinserhöhung der EZB überzeugt. Für ein hohes Zinsniveau reichen diese Vorzeichen jedoch noch lange nicht.


Redaktion: Julia Meyer / Sharon Schießler