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Zinsen für Immobiliendarlehen bleiben niedrig

Wie werden sich die Zinsen in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln? Antworten darauf gibt das Bauzins-Trendbarometer von Interhyp, in dem neun Experten um ihre Meinung gebeten werden.

Die Zinsen sind niedrig, der Zeitpunkt für eine Baufinanzierung könnte kaum besser sein

Die Zinsen sind niedrig, der Zeitpunkt für eine Baufinanzierung könnte kaum besser sein

(München, 01.06.2017) Wer sich eine Immobilie kaufen möchte, könnte kaum einen besseren Zeitpunkt dafür wählen. Anfang Juni sind die Zinsen für Immobilienkredite unter 1,5 Prozent und damit nahe am Jahrestiefststand. Nachdem es im März und April vermehrt kleine Zinsbewegungen nach oben und unten gegeben hatte, bleiben die Konditionen seit Mitte Mai unverändert.

Verwunderlich ist das nicht. Die Wahl Macrons hatte eine gewisse Beruhigung gebracht und auch der Ausstieg Großbritanniens aus der Eurozone ist kein Tagesthema mehr. In puncto USA warten die Märkte ab, welche Auswirkungen die neue Politik des US-Präsidenten tatsächlich hat. Zu Beginn des Jahres hat die US-Wirtschaft an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im ersten Quartal mit einer Rate von nur 1,2 Prozent. Auch sonst hat sich, wirtschaftlich betrachtet, wenig verändert: Deutschland glänzt besonders, wie der aktuelle Ifo-Geschäftsklimaindex beweist. Er übertraf Ende Mai mit 114,6 Punkten den Vorjahresmonat und zeigt, wie optimistisch die 7.000 befragten Unternehmen in die Zukunft blicken. Auch Frankreichs Wirtschaft, die nach Deutschland zweitwichtigste in der Eurozone, wächst stärker als erwartet. Das Bruttoninlandsprodukt legte von Januar bis März um 0,4 Prozent zu. In der gesamten Währungsunion betrug das Plus 0,5 Prozent.

Während die Konjunkturdaten den Druck auf die EZB weiter erhöhen, die laxe Geldpolitik zu drosseln, nimmt der inflationsbedingte Handlungsdruck für die Währungshüter aktuell leicht ab. Die Inflation ging in Deutschland im Mai auf 1,5 Prozent zurück.

Trotzdem: Die im Interhyp Bauzins-Trendzinsbarometer befragten Experten rechnen langfristig mit steigenden Zinsen. "Aufgrund der zunehmend breiter aufgestellten und damit auch robusteren Erholung der Konjunktur und des zu erwartenden allmählichen Anstiegs der Inflationsrate wird die EZB den Ausstieg aus der ultraexpansiven Geldpolitik in den kommenden Monaten aller Voraussicht nach schrittweise vorbereiten. Der geldpolitische Strategiewechsel wird aber sehr langsam erfolgen", sagt ein Experte der Postbank.


Redaktion: Julia Meyer