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Zinsen: Kommt jetzt die Trendwende?

Steigen die Zinsen nun oder bleiben sie weiterhin niedrig? Einmal im Monat befragt Interhyp Experten verschiedener Kreditinstitute, wie sich die Zinsen entwickeln werden.

Wie sich die Zinsen entwickeln werden, fragen sich viele potenzielle Immobilienkäufer

Wie sich die Zinsen entwickeln werden, fragen sich viele potenzielle Immobilienkäufer

(München, 06.07.2017) Was hat Mario Draghi gemeint, als er in der EZB-Sitzung vom 08. Juni 2017 erstmals keinen Hinweis auf weitere mögliche Zinssenkungen gab? Und welche Folgen hat das für die Entwicklung der Zinsen? Eine eindeutige Antwort darauf gibt es nicht. Zu unterschiedlich bewerten Experten diese Tatsache. So auch die von Interhyp befragten Kreditinstitute. Während einer der Befragten weiterhin niedrige Zinssätze erwartet, rechnet ein anderer mit "moderat steigenden Kapitalmarktzinsen" und ein weiterer Experte erwartet kurzfristig sogar fallende Zinsen.

Im Gegensatz zu Draghis Aussage lässt ein Blick auf die aktuellen Konditionen für zehnjährige Darlehen keinen Interpretationsspielraum: Anfang Juli liegen sie bei rund 1,4 Prozent und damit nahe des Jahrestiefstandes. Bei Bestanbietern erhalten Kreditnehmer sogar Darlehen um 1,1 Prozent. Wer in den kommenden Wochen oder Monaten eine Immobilie kaufen möchte, sollte sich von der aktuellen Situation nicht verunsichern lassen und vor allem keine unüberlegte Entscheidung treffen. Denn zum jetzigen Zeitpunkt von einer Trendwende zu sprechen, wäre angesichts der vagen EZB-Rhetorik verfrüht. Das gilt umso mehr, als dass die EZB in den vergangenen Tagen mehrfach betonte, die Äußerungen Draghis seien missverstanden worden. Vielmehr seien sie als ausgewogenes Statement gedacht gewesen, das einerseits das solide Wachstum im Euroraum und andererseits die Notwendigkeit einer weiteren geldpolitischen Unterstützung herausheben sollten.

Dazu passt auch die Einschätzung eines von Interhyp befragten Experten: "Nach der Aufregung um ein mögliches Ende der lockeren Geldpolitik sollte der Markt sich erst einmal wieder beruhigen. Die Aussagen von Draghi wurden etwas übertrieben eingeordnet. In den nächsten Wochen sollte sich zeigen, dass die EZB wohl geneigt ist, den Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik zu suchen, den Weg aber nicht vor Ende des Jahres auch wirklich gehen wird."


Redaktion: Julia Meyer