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Zinsen: Sparend gegen den Preisanstieg bei Immobilien

Wie stellen sich die deutschen Sparer auf niedrige Zinsen und steigende Immobilienpreise ein? Einer aktuellen Umfrage zufolge, versuchen wieder mehr Menschen Eigenkapital aufzubauen.

Trotz niedriger Zinsen versuchen viele Immobilieninteressenten Eigenkapital zu sparen

Trotz niedriger Zinsen versuchen viele Immobilieninteressenten Eigenkapital zu sparen

(München, 12.07.2017) Eine eigene Immobilie ist noch immer ein Traum für viele Deutsche. Wie die Frühjahrsumfrage 2017 des Marktforschungsinstituts Kantar TNS im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen ergab, versuchen wieder mehr Menschen, Eigenkapital anzusparen – trotz niedriger Zinsen. So wollen sie einen späteren Immobilienkauf ermöglichen. "Zeitweise hatten die preislichen Übertreibungen in den Ballungsräumen als Motivationsbremse für zweckgerichtetes Vorsparen gewirkt", resümiert der Verband. Rechtzeitiges Sparen und möglichst viel Eigenkapital – dies sei der beste Weg, um den Immobilienerwerb so zu finanzieren, dass der Kreditnehmer zum Renteneintritt schuldenfrei sei, betont Andreas J. Zehnder, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Privaten Bausparkassen.

Zwei Präferenzen rangieren bei den Deutschen laut Bausparkassenerhebung jedoch noch vor dem Sparen: Angesichts der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank sei es nicht überraschend, dass das Motiv "Konsum" um vier Prozentpunkte auf 61 Prozent habe zulegen können. "Wer Geld übrig hat", so Zehnder, "gibt es oft lieber aus." Auf dem zweiten Platz landete das Sparziel "Altersvorsorge" mit 58 Prozent. Nichts verändert hat sich laut Umfrage beim Sparmotiv "Ausbildung der Kinder". Der "Notgroschen" erreicht ebenfalls drei Prozent.

Um in Phasen niedriger Zinsen das Geld gewinnbringend anzulegen, sind riskantere Anlageformen wie Aktien oder Fonds nahezu unvermeidbar. Dazu sind jedoch traditionell nur wenige der Deutschen bereit. Zwar hat das Sparmotiv "Kapitalanlage" laut Bausparkassenumfrage im Vergleich zur vorigen Erhebung um drei Prozent zugelegt. Es bleibt jedoch mit 29 Prozent auf einem relativ niedrigen Niveau.

Dass die deutschen Sparer sich mit den niedrigen Zinsen schwertun, belegt auch eine jüngst veröffentlichte Studie der Deutschen Bundesbank. Sie basiert auf Erhebungen im Sommer 2016. Knapp die Hälfte der Haushalte habe bestätigt, dass die niedrigen Zinsen Auswirkungen auf ihr Sparverhalten habe. "Etwa 36 Prozent der Haushalte gaben an, dass sie wegen der niedrigen Zinsen weniger oder überhaupt nicht mehr sparen, während 16,5 Prozent der Haushalte angaben, ihr Geld anders als bisher anzulegen", erklärt Philipp Marek vom Forschungszentrum der Bundesbank. Nur zwei Prozent der Befragten hätten ihre Sparleistungen erhöht. "Dies deutet darauf hin", sagt Marek, "dass viele private Haushalte nicht versuchen, den Rückgang der Zinserträge durch eine bloße Erhöhung der Sparleistungen zu kompensieren."


Redaktion: Joachim Hoffmann