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Zinsentwicklung: Wann eine kurz- oder langfristige Baufinanzierung günstiger ist

Die Zinsentwicklung bei Baufinanzierungen zeigt nach einem kleinen Zwischenhoch im April wieder leicht abwärts. Dabei bewegen sich die Zinsen für kurz- und langfristige Darlehen mit recht geringen Abweichungen fast im Gleichklang: Im Schnitt sind die Zinsen für fünfjährige Baufinanzierungen um rund einen halben Prozentpunkt günstiger als die Zehn-Jahres-Zinsen. Viele Bauherren überlegen sich derzeit, ob sie ein gewisses Risiko eingehen und die günstigere Kurzfrist-Finanzierung abschließen oder lieber mit einem Zinsaufschlag langfristige Kalkulationssicherheit erkaufen sollen.

Egal wie sich Häuslebauer entscheiden: Erst die Zinsentwicklung der kommenden Jahre wird zeigen, ob sie bei der Baufinanzierung die richtige Strategie gewählt haben. Wer die Entscheidung nicht dem Zufall überlassen will, sollte sich darüber im Klaren sein, wie sich eine mögliche Zinserhöhung in Zukunft genau auswirkt.

Bauherren sollten mögliche Zinsentwicklung in konkrete Zahlen fassen

Als Beispiel dafür, wie eine mögliche künftige Zinsentwicklung in Zahlen gefasst werden kann, dient ein Rechenmodell für die fünf- und zehnjährige Baufinanzierung. Entscheidet sich der Bauherr bei 200.000 Euro Finanzierungssumme für eine zehnjährige Zinsbindung zu 4,3 Prozent Zins, dann liegt bei zwei Prozent anfänglicher Tilgung die Monatsrate bei 1.050 Euro und nach zehn Jahren die Restschuld bei 150.132 Euro.

Die Alternativrechnung für die fünfjährige Zinsbindung erfolgt in zwei Schritten. Zuerst ergibt sich aus derselben Monatsrate die Restschuld nach fünf Jahren. Verlangt die Bank nur 3,8 Prozent Zinsen, kann die anfängliche Tilgung auf 2,5 Prozent erhöht werden, so dass nach fünf Jahren noch ein Schuldenstand von 172.515 Euro in den Büchern steht.

Nun kommt es auf die zukünftige Zinsentwicklung an: Wie hoch darf der Zins sein, damit bei gleichbleibender Monatsrate nach weiteren fünf Jahren die Restschuld nicht höher ist als bei der zehnjährigen Zinsbindung? Ergebnis: Verlangt die Bank in fünf Jahren für die Anschlussfinanzierung mit ebenfalls fünf Jahren Zinsbindung höchstens 5,01 Prozent Zins, dann war die kurzfristige Variante am günstigsten. Steigen die Zinsen bis dahin hingegen stärker an, dann wäre eine Baufinanzierung mit zehn Jahren Zinsbindung nicht nur sicherer, sondern auch billiger gewesen.

Tipp: Mit dem Sollzinsbindungsrechner von Interhyp können auch Sie für Ihren Fall ermitteln, wie hoch die Zinsen in Zukunft höchstens steigen dürften, damit sich eine kurzfristige Zinsbindung gegenüber der langfristigen noch lohnt. Aber wie die langfristige Zinsentwicklung tatsächlich aussieht, können selbst Experten allenfalls abschätzen, aber nicht mit Sicherheit voraussagen. Eine Hilfe für Ihre persönliche Einschätzung ist der regelmäßige Zinskommentar von Interhyp.

Die Interhyp-Experten raten Bauherren, bei dem derzeit günstigen Zinsniveau eher auf Nummer sicher zu gehen und langfristige Zinsbindungen zu bevorzugen als auf eine Fortsetzung der Niedrigzinsphase zu spekulieren.

Redaktion: Britta Barlage

Interhyp AG, 05.07.2011