Aktueller Zinsbericht

INTERHYP-ZINSBERICHT VOM 4. APRIL 2019

Interhyp-Zinsbericht

Zinsen für Immobiliendarlehen auf Allzeittief

  • Bestkonditionen für zehnjährige Darlehen unter einem Prozent
  • Nach EZB sagt Fed Zinserhöhungen für 2019 ab
  • Immobilienkäufer sollten auch im aktuellen Zinsumfeld auf Vergleich und Beratung setzen

Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft der Interhyp AG: "Die Konditionen für Immobiliendarlehen liegen nur minimal über dem historischen Allzeittief vom Herbst 2016. Zinsen unter 1,2 Prozent für zehnjährige Darlehen sind möglich, Bestkonditionen sogar unter einem Prozent."

"Zum zweiten Mal in der Geschichte sind die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen im März ins Minus gerutscht. In der Folge kratzen die Konditionen für Immobiliendarlehen am Allzeittief. Davon profitieren Erstkäufer und Immobilienbesitzer bei der Anschlussfinanzierung gleichermaßen: Sie können und sollten die Zinsersparnis in die Tilgung des Darlehens investieren und die historischen Niedrigzinsen langfristig festschreiben. Eine solide Beratung und der Konditionsvergleich bleiben wichtig.

Der Kurswechsel der Notenbanken hat in Verbindung mit anhaltenden wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten wie Brexit und Handelskonflikt zur starken Nachfrage nach sicheren Anlagen und damit zu den extrem niedrigen Renditen und Zinsen geführt.

Die Frage ist: Wie geht es weiter? Nachdem im vergangenen Jahr meist eine deutliche Mehrheit der befragten Experten mittel- bis langfristig leicht steigende Konditionen sah, geht derzeit nur noch etwas mehr als die Hälfte der Experten davon aus – und eine nachhaltige Trendwende scheint in noch weitere Ferne zu rücken."

Zinstrend April 2019

"Aus unseren Umfragen wissen wir: Bei der Auswahl des Darlehens sind für fast 70 Prozent der Immobilienkäufer und Bauherren niedrige Zinsen im Marktvergleich wichtig. Daneben wünscht sich gut jeder Zweite lange Zinssicherheit, gute Beratung und Sondertilgungsoptionen. Selbst bei Konditionen von teilweise unter einem Prozent für zehnjährige Baudarlehen ist es wichtig, einen Baufinanzierungsprofi einzuschalten. Denn bei einem Zinsvergleich lassen sich oftmals noch einige Zehntel-Prozentpunkte herausholen – und das kann bei langen Laufzeiten schnell einen vierstelligen Betrag ausmachen. Zudem finden gute Beraterinnen und Berater die wirklich passende Finanzierung: Wann soll das Darlehen abbezahlt sein? Lohnen Förderkredite? Welche monatliche Rate passt? Individuelle Antworten auf diese Fragen machen die Baufinanzierung im aktuellen Zinstief perfekt."

Hier können Sie eine Finanzierung anfragen und sich kompetent beraten lassen.

Zins- und Marktumfeld

Die Ankündigung der amerikanischen Notenbank Fed bei der letzten Sitzung Mitte März, die Zinsen in 2019 nicht mehr anzuheben, kam für viele Marktteilnehmer überraschend. Nach neun Zinsschritten binnen drei Jahren wollen die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell wegen der unsicheren Konjunkturaussichten nun erst einmal von weiteren Erhöhungen Abstand nehmen. Anfang März hatte bereits die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinswende auf mindestens 2020 verschoben. Zudem prüft die EZB offenbar, Banken zum Teil von Strafzinsen zu befreien, was ebenfalls für dauerhaft niedrige Zinsen sprechen würde.

Wichtiger Grund bleiben aufkommende Konjunktursorgen, bei denen Themen wie der Brexit und der Handelskrieg wie Beschleuniger wirken. In den vergangenen Tagen ist zudem die sogenannte Zinsstrukturkurve in den USA in den Fokus gerückt, die als Signal für eine Rezession gilt. Erstmals seit dem Jahr 2007 ist die Zinsstrukturkurve der US-Staatsanleihen zwischen drei Monaten und zehn Jahren Ende März invers geworden. Das heißt, dass die Kurzfristrenditen höher sind als die langfristigen.

Angesichts der Unsicherheiten blicken Investoren auf Deutschland. Der Ifo-Geschäftsklimaindex hellte sich für Deutschland überraschend auf, während die Konjunkturprognosen für viele Euroländer nach unten deuten. Auch wenn die Inflation in Deutschland, ein wichtiger Gradmesser für die Konsumlaune, im März auf den niedrigsten Stand seit knapp einem Jahr gesunken ist, so versprechen deutsche Staatsanleihen vielen Investoren so viel Sicherheit, dass sie dafür negative Renditen akzeptieren.

Zinsentwicklung bis April 2019

Kurz und knapp: Das sagen die Experten

Die meisten Experten erwarten kurzfristig gleichbleibende Zinsen. Auf Halbjahres- oder Jahressicht, also im Verlauf von 2020, ist das Bild uneinheitlich: Einige erwarten gleichbleibende oder sogar fallende Zinsen, nur etwas mehr als die Hälfte geht von steigenden Zinsen aus, erwartet aber eher nur einen leichten Anstieg.

Im Detail: Die Aussagen der Experten im Interhyp-Bauzins-Trendbarometer

  • Allianz: "Viele Sorgen beeinflussen den Markt, was niedrige Zinsen am wahrscheinlichsten erscheinen lässt."

  • Commerzbank: "Die anhaltend schwächelnden Konjunkturdaten geben den Rezessionsängsten im Euroraum weiteren Vorschub. Dadurch sind die Renditen von Bundesanleihen mit Laufzeiten bis zu 12 Jahren in den negativen Bereich gefallen und nähern sich den historischen Tiefständen aus 2016. Kurzfristig dürften die zehnjährigen Bundrenditen unter Null verharren. Denn Zinserhöhungen der EZB sind auf absehbare Zeit vom Tisch und die EZB denkt bereits laut darüber nach, wie sie sich mehr Flexibilität bei den Zinsen verschaffen kann, um gleichzeitig die Nebenwirkungen von dauerhaft negativen Einlagenzinsen abzumildern. Mittelfristig dürften die Zinsen im Einklang mit den von uns erwarteten sich stabilisierenden Wachstums- und Inflationsaussichten wieder moderat steigen."

  • HypoVereinsbank: "Die Rentenmärkte spüren weiterhin den Einfluss anhaltender Konjunktursorgen. Die maßgeblichen Zentralbanken EZB und Fed haben geldpolitischen Straffungsvorhaben eine Absage erteilt. Weltweit gehen die Kapitalmarktrenditen deutlich zurück. Bei weiterhin ungelösten Unsicherheitsthemen (Brexit, Handelskonflikt) bestehen vorerst keine Aussichten auf spürbar höhere Renditen. Auch mittelfristig sprechen die schwache Konjunkturentwicklung und sehr verhaltende Leitzinserwartungen allenfalls für einen sehr geringen Renditeanstieg."

  • ING Deutschland: "Nach der aktuellen Kehrtwende der Fed und der EZB, weg von der geldpolitischen Normalisierung und hin zur Habachtstellung, steht bei den Zinsen erst einmal ein deutliches "niedrig für länger" an. Sobald zur Jahresmitte die Konjunktur wieder anzieht, sollten auch die Zinsen wieder leicht steigen. Ein starker Anstieg scheint allerdings eher unwahrscheinlich."

  • MünchenerHyp: "Anhaltende politische Unsicherheiten (Brexit/Handelskonflikt) und geänderte Erwartungen bezüglich der Notenbankpolitik (FED keine Zinserhöhungen mehr – EZB noch länger niedrige Zinsen) sorgten an den Bondmärkten für stark sinkende Renditen. Inzwischen scheint der Bondmarkt eine sehr schwache Konjunkturentwicklung einzupreisen, während die Aktienmärkte zugleich eher freundlich tendieren. Wir erwarten eine zwar schwächere aber doch positive Konjunkturentwicklung und einen Rückgang der politischen Belastungen, weshalb sowohl kurz- wie mittelfristig die Zinsen für Hauskredite etwas ansteigen sollten."

  • Postbank: "Die Ankündigung der EZB nach ihrer Ratssitzung Anfang März, die Leitzinsen bis mindestens Ende dieses Jahres auf dem aktuellen Niveau zu belassen und weitere expansive geldpolitische Maßnahmen ergreifen zu wollen, hat den Renditerückgang am deutschen Kapitalmarkt weiter verschärft. 10-jährige Bundesanleihen weisen aktuell erstmals seit Oktober 2016 wieder eine negative laufende Rendite auf. Da aus heutiger Sicht frühestens zum Jahresende 2020 eine Leitzinsanhebung zu erwarten ist, ergibt sich für die Renditen nur ein begrenztes Aufwärtspotenzial, so dass wir perspektivisch auch nicht mit signifikant höheren Bauzinsen rechnen."

  • PSD Bank Rhein-Ruhr: "Aufgrund der konjunkturellen Entwicklungsprognosen in der EU rücken wir von unseren Erwartungen eines leichten Zinsanstiegs in 2019 ab und erwarten für das laufende Jahr weiterhin gleichbleibend niedrige Renditen."

  • PSD Bank RheinNeckarSaar: "Sowohl die US-Notenbank als auch die EZB wiesen jüngst darauf hin, dass man wirtschaftliche Risiken mit entsprechenden geldpolitischen Maßnahmen begleiten wird. Wir gehen deshalb davon aus, dass die Bereitschaft, restriktiv zu handeln, stark zurückgegangen ist bzw. nicht mehr existiert. Wir könnten uns sogar die Wiederaufnahme deutlich expansiverer Instrumente im Jahresverlauf vorstellen, vor allem beim Auftreten einer Rezession in den USA. Dies hätte auch Auswirkungen auf Europa und somit weiter sinkende Kapitalmarktzinsen zur Folge, die die bisherigen Tiefstände testen könnten."

  • Sparkasse zu Lübeck: "Auf ihrer jüngsten Sitzung hat die EZB die Wachstumsprognosen für die Eurozone weiter zurückgenommen. Da auch die Inflationsziele bisher nicht erreicht sind, sieht sie eine Leitzinserhöhung frühestens im nächsten Jahr. Sollte sich die Wirtschaft, wie aktuell erwartet, weiterhin abschwächen, ist im Laufe des Jahres eher mit leicht fallenden Zinsen zu rechnen. Dieser Rückgang kann durch politische Eskalationen (Brexit, Italien) zumindest zeitweise noch verschärft werden."


* Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben uns Experten der Allianz, der Commerzbank, der ING Deutschland, der HypoVereinsbank, der MünchenerHyp, der Postbank, der PSD Bank Rhein-Ruhr, der PSD Bank RheinNeckarSaar, der Sparkasse Hannover und der Sparkasse zu Lübeck ihre Einschätzung zur kurz- sowie mittel- und langfristigen Zinsentwicklung gegeben. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort "fallend", "steigend" oder "gleichbleibend" angegeben haben.

** Repräsentatives Beispiel: Bei 2/3 der durch die Vermittlung der Interhyp AG, Domagkstraße 34 in 80807 München, zustande kommenden Verträge, erhalten Interhyp-Kunden einen festen Sollzins von 1,06% p.a. und einen effektiven Jahreszins von 1,07% p.a., unter Berücksichtigung folgender Annahmen: Nettodarlehensbetrag 200.000 Euro (Kaufpreis der Immobilie 250.000), Tilgung 3% p.a., Laufzeit des Verbraucherdarlehensvertrages 28 Jahre 7 Monate, 10 Jahre Sollzinsbindung, pro Jahr 12 Ratenzahlungen in der Höhe von 676,67 Euro. Weitere etwaige Gebühren (z.B. Teilauszahlungszuschläge, Auslagen (z.B. Grundbuchkosten)) und sonstige Kosten können anfallen. Sofern der Darlehensnehmer diese im Zusammenhang mit dem Vertrag zu tragen hat, kann sich der effektive Jahreszins erhöhen. Der zu zahlende Gesamtbetrag während der Sollzinsbindung beläuft sich auf 83.700,40 Euro. Die Restschuld am Ende der Zinsbindung beträgt 136.733,66 Euro. Weitere Voraussetzungen: Einwandfreie Einkommens- und Vermögenssituation, erstrangige Besicherung über ein Grundpfandrecht, Auszahlung in einer Summe. Die Konditionen können auch regional sowie von weiteren Faktoren abhängig sein.

Die aktuellen Tendenzen

Kurzfristig
(4 Wochen):

gleichbleibend

Tendenz kurzfristig

Mittel- bis
langfristig:

steigend

Tendenz kurzfristig

Aktuelles Zinsniveau

1,06%/1,07% **

gebundener Sollzins/effektiver Jahreszins für zehnjährige Darlehen

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Bester Baufinanzierer (Euro 8/2018)

Interhyp wurde bereits zum dreizehnten Mal in Folge vom Wirtschaftsmagazin Euro als "Bester Baufinanzierer" ausgezeichnet.