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Baufinanzierung 2017: Experten erwarten leichten Zinsanstieg

Zinsen für eine Baufinanzierung werden im Jahresverlauf 2017 vermutlich ansteigen. Das erwartet die Mehrheit der Zinsexperten in einer aktuellen Umfrage unter zehn Kreditinstituten.

Baufinanzierung: Die Zinsen werden Experten zufolge moderat ansteigen.

Baufinanzierung: Die Zinsen werden Experten zufolge moderat ansteigen.

(München, 05.01.2017) Immobilienkäufer sollten die Zinsentwicklung für eine Baufinanzierung in 2017 besonders gut im Auge behalten. Zwar befindet sich das Zinsniveau mit unter 1,5 Prozent für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung trotz eines leichten Zinsanstiegs am Jahresende derzeit noch auf historisch günstigem Niveau, wie Vergleiche etwa von der FMH-Finanzberatung zeigen. Allerdings geht die Mehrheit der für das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer befragten Zinsexperten davon aus, dass die Entwicklungen in den USA weiter auch auf die europäischen Märkte abstrahlen werden. Für das aktuelle Bauzins-Trendbarometer vom Januar hat Interhyp die Zinsexperten von zehn deutschen Kreditinstituten zu ihrer Einschätzung der Zinsentwicklung in 2017 befragt.

Die amerikanische Notenbank Fed hatte in Folge der Zeichen für eine konjunkturelle Erholung bei ihrer Sitzung Mitte Dezember wie erwartet die Leitzinsen um einen Viertelprozentpunkt erhöht und weitere Erhöhungen für 2017 angekündigt. Die Straffung der Geldpolitik in Aussicht zu stellen, steht dabei im Widerspruch zur weiterhin lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB nämlich setzt trotz erster kleiner Erfolge in Sachen Inflation und Arbeitsmarktentwicklung vorerst weiterhin auf eine ultralockere Geldpolitik als Konjunkturkatalysator. In diesem Spannungsfeld werden sich die Zinsen für die Baufinanzierung entwickeln.

Dementsprechend basieren die Zinserwartungen der für das Bauzins-Trendbarometer befragten Kreditinstitute vor allem auf den Konjunkturaussichten und den derzeit konträr verlaufenden geldpolitischen Entwicklungen in den USA und Europa. Den leichten Zinsanstieg der letzten Wochen interpretieren viele Experten bereits als Folge der Zinsentscheidung in den USA: "Der Zinszug scheint bereits getrieben von den Aktivitäten in den USA in Bewegung gekommen zu sein", resümiert einer der Experten.

Baufinanzierung: Zinsentwicklung der letzten zehn Jahre

Kurzfristig erwartet die Mehrheit der befragten Kreditinstitute dennoch gleichbleibende oder nur leicht steigende Zinsen für die Baufinanzierung – hauptsächlich, weil die EZB-Politik den Anstieg der Zinsen begrenzt. Dass das Zinsniveau wieder auf Rekordtief fallen könnte wie in 2016, davon gehen die Marktteilnehmer nicht aus – auch wenn Schwankungen für möglich gehalten werden. "Die Tiefstände der Zinsen aus dem Jahre 2016 werden wir in 2017 nicht mehr erreichen. Begleitet von erheblichen Schwankungen müssen wir uns wohl auf höhere Baufinanzierungszinsen - vor allem im langen Segment - einstellen", so eines der Statements.

Den Anstieg für die Zinsen einer Baufinanzierung im Jahresverlauf machen die meisten Experten vor allem an den Einflüssen aus den USA fest. Steigen die amerikanischen Renditen in Folge der aktuellen Geldpolitik, wäre es nicht erstaunlich, wenn die europäischen Renditen mitzögen, so die gängige Meinung. Dies wird aber von vielen erst mit zeitlicher Verzögerung, etwa zur Jahresmitte, erwartet. Allzu hoch werde der Anstieg aber nicht ausfallen, denn es gibt nach wie vor begrenzende Faktoren, wie die EZB-Geldpolitik und politsche Unsicherheiten in den USA und Europa.


Redaktion: Britta Barlage