Baugesetzbuch-Novelle: Bundesregierung will Wohnungsbau beschleunigen
Deutschland fehlen rund 1,4 Millionen Wohnungen, die Fertigstellungszahlen sind auf dem niedrigsten Stand seit über zehn Jahren. Mit einer Novelle des Baugesetzbuchs will Bundesbauministerin Verena Hubertz nun gegensteuern – und Bauen schneller, einfacher und günstiger machen.
Bundesbauministerin Verena Hubertz hat eine Novelle des Baugesetzbuchs auf den Weg gebracht, die den Wohnungsbau in Deutschland schneller, einfacher und günstiger machen soll.
Kern der Reform ist die stärkere Priorisierung des Wohnungsbaus: In Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt kann er künftig als „überragendes öffentliches Interesse" eingestuft werden – mit der Folge, dass andere Belange wie der Denkmalschutz nachrangig behandelt werden können. Darüber hinaus sollen Genehmigungsverfahren beschleunigt und Bauprozesse stärker digitalisiert werden. Kommunen erhalten zudem erweiterte Möglichkeiten, gegen leerstehende oder verwahrloste Immobilien vorzugehen.
Hintergrund der Reform ist die angespannte Lage auf dem deutschen Wohnungsmarkt: 2025 wurden lediglich rund 207.000 Wohnungen fertiggestellt – der niedrigste Wert seit mehr als zehn Jahren. Dem gegenüber steht ein geschätztes Defizit von rund 1,4 Millionen Wohnungen. Obwohl die Baugenehmigungen zuletzt wieder gestiegen sind, scheitern viele Projekte weiterhin an hohen Kosten, langen Verfahrensdauern und fehlender Planungssicherheit.
Ob die Novelle in der Praxis die gewünschte Wirkung entfaltet, bleibt abzuwarten.