Preisentwicklung in Schlangenlinien

von Jan Gerke, Senior Desk Finanzierungsberater

Bei den Preisen für Wohnimmobilien gibt es weiterhin ein Auf und Ab. Wer sich Wohneigentum zulegen möchte, sollte nicht auf den richtigen Kaufzeitpunkt spekulieren, sondern sich für die Finanzierung kompetent beraten lassen.


Infografik: Entwicklung des Interhyp-Immobilienpreis-Index 2022 bis 2026 für Deutschland und die Metropolen Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Leipzig.

Nachdem im Mai die Immobilienpreise nachgegeben hatten, sind sie im Juni wieder gestiegen. Das geht aus dem neuen Interhyp-Immobilienpreis-Index hervor. Im Vergleich zum Vormonat Mai sind die Preise für Gesamtdeutschland um 0,4 % gestiegen. Seit Jahresanfang beträgt das Plus rund 1 %. In den großen Metropolen zeigte sich im Juni ein gemischtes Bild: Neben Preissteigerungen in Berlin, Hamburg, Frankfurt und Stuttgart waren in Leipzig und München Rückgänge zu verzeichnen. Insgesamt geht es seit Beginn des Jahres leicht aufwärts, doch bisher ging es nach jedem Anstieg auch wieder etwas nach unten, kommentiert Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp Gruppe, die neuen Zahlen und spricht von einem Preisverlauf in „Schlangenlinien“. Der Experte geht davon aus, dass sich dieses Muster im Jahresverlauf fortsetzen wird. Er rät Immobilieninteressierten, nicht auf den perfekten Kaufzeitpunkt zu warten, sondern den Fokus darauf zu legen, dass Objekt und Finanzierung optimal zusammenpassen.

Auch weitere Marktanalysen registrieren einen Preisanstieg bei Wohnimmobilien – die Erhebungen unterscheiden sich zwar methodisch, zeigen aber dieselbe Richtung. So beziffert das Portal Immoscout24 in seinem Wohnbarometer für das zweite Quartal 2026 die Teuerung in diesem Zeitraum bei Bestandswohnungen auf 1,0 % (im Jahresvergleich 3,9 %). Neubauwohnungen verzeichneten mit 0,7 % (im Jahresvergleich 2,3 %) zwar einen etwas geringeren Anstieg, haben jetzt aber laut Immoscout24 wieder das Niveau der Höchstpreise von 2022 erreicht. Die Nachfrage nach Wohnimmobilien nehme besonders in den Metropolen und im ländlichen Raum zu, während das Umland der Metropolen stagniere. Auffallend sei, dass immer mehr Einfamilienhäuser mit schlechter Energieeffizienz (Klassen G und H) auf den Markt kämen.

Die Plattform Immowelt verzeichnet in ihrem aktuellen Preiskompass für das 2. Quartal 2026 ebenfalls gestiegene Immobilienpreise. So hätten sich Einfamilienhäuser von April bis Juni in 14 der 15 größten Städte Deutschlands mit mehr als 500.000 Einwohnern verteuert, in der Spitze um bis zu 4,0 %. Auch in fast allen Städten, die im ersten Quartal 2026 noch einen Preisrückgang erlebt hatten, hätten die Preise im zweiten Quartal angezogen. Eigentumswohnungen verteuerten sich laut Immowelt in 13 der 15 größten Städte um bis zu 4,0 %. Lediglich in Stuttgart und München seien die Preise in diesem Segment zurückgegangen. Insgesamt sieht Immowelt angesichts des knappen Angebots an Immobilien und des aktuellen Zinsniveaus Kaufinteressierte vor einer herausfordernden Situation. So liege der Kaufkraftindex aktuell bei rund 107 finanzierbaren Quadratmetern. Ende 2024 seien noch etwa 122 Quadratmeter möglich gewesen.


Verwendete Quellen