Nach dem starken Anstieg im März und der Stabilisierung im April haben die Immobilienpreise in Deutschland im Mai nachgegeben. Das geht aus dem neuen Immobilienpreis-Index von Interhyp hervor. Damit setzt sich ein Muster fort, das seit Sommer vergangenen Jahres beobachtet werden kann: Auf jeden Anstieg folgt wieder ein Rücksetzer. In Gesamtdeutschland sind die Preise für Immobilien laut Interhyp-Immobilienpreis-Index im Mai 2026 um 0,2 % gesunken. Noch deutlicher war der Rückgang in den Metropolen. So war in Köln (-0,3 %), Frankfurt (-0,4 %), Berlin (-0,5 %), Stuttgart (-0,7 %), Leipzig (-1,0 %) und München (-1,4 %) ein Minus zu verzeichnen. Nur in Hamburg gab es eine Gegenbewegung: Dort sind die Preise im Mai um 0,2 % gestiegen. Die Immobilienpreise blieben für Gesamtdeutschland mit einem Plus von 0,6 % seit August 2025 nahezu unverändert. Dadurch relativiert sich auch der Anstieg der Kaufpreise, den der Verband der deutschen Pfandbriefbanken im ersten Quartal 2026 verzeichnete. Demnach hatten die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen von Januar bis März 2026 insgesamt um 2,5 % zugelegt, bei Mehrfamilienhäusern hatte die Teuerung 2,2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betragen.
Für Kaufinteressierte bietet die aktuelle Delle bei den Immobilienpreisen eine gute Gelegenheit, den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen. Das Preisniveau ist zudem im Vergleich zum Höhepunkt im Jahr 2022 immer noch moderat, wie das Portal Immowelt analysiert hat. Demnach erhalten Immobilieninteressierte mit einem Budget von 350.000 Euro in den meisten deutschen Großstädten aktuell bis zu 24 Quadratmeter mehr Wohnfläche als vor vier Jahren. Immowelt verglich für die Studie die jeweils leistbare Wohnfläche beim Kauf einer Bestandswohnung unter Berücksichtigung der Kaufnebenkosten.
Parallel zu den Kaufpreisen ist auch bei den Baugeldzinsen eine leichte Entspannung zu verzeichnen. Nachdem die Darlehenszinsen in der zweiten Maihälfte gestiegen waren, haben sie seit Anfang Juni um etwa 0,1 % nachgegeben. „Kaufinteressierte schauen im aktuellen Umfeld sehr genau auf Zinsen und Finanzierungskosten. Das dämpft die Preisentwicklung bei Immobilien“, betont Interhyp-CEO Jörg Utecht. „Gleichzeitig bleiben Wohnraummangel und Nachfrage nach Eigentum grundsätzlich hoch.“ In den kommenden Monaten ist deshalb mit Preisschwankungen bei tendenziell steigenden Preisen zu rechnen, da das unzureichende Angebot die anhaltende Nachfrage nicht decken kann.
Auch langfristig sind fallende Immobilienpreise eher unwahrscheinlich. Nach einer Prognose des Hamburgischen Weltwirtschafts-Instituts (HWWI) im Auftrag der Postbank ist bis zum Jahr 2035 eine rückläufige Preisentwicklung in stark ländlich geprägten Regionen in Ost- und Mitteldeutschland sowie in einigen grenznahen Gebieten zu erwarten. Vor allem Regionen in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt seien von dieser Entwicklung betroffen. Geringe reale Preiszuwächse prognostiziert das HWWI unter anderem für mehrere Regionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, aber auch für einige Gebiete in Niedersachsen sowie im Nordosten Bayerns. Für 13 Bundesländer erwartet das HWWI im Durchschnitt über alle Regionen hinweg steigende Preise, wobei Schleswig-Holstein mit einem Zuwachs von 0,8 % jährlich an der Spitze steht – gefolgt von Berlin und Bayern mit knapp über 0,6 % sowie Baden-Württemberg, Brandenburg und Hessen mit knapp unter 0,6 %.
Verwendete Quellen
- Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) e. V.: dp-Immobilienpreisindex: Immobilienpreise steigen zu Beginn des Jahres 2026
- Deutsche Bundesbank: Kurse und Renditen brösennotierter Budneswertpapiere (PDF) und Umlaufrenditen
- Immowelt: Für 350.000 Euro: Wohnungskäufer bekommen heute bis zu 24 Quadratmeter mehr Wohnfläche als vor 4 Jahren
- Postbank: Hier gewinnen Eigentumswohnungen im Bestand an Wert