Frauen sind in vielen finanziellen Bereichen immer noch benachteiligt: Mit dem „Gender-Pay-Gap“ wird die Tatsache bezeichnet, dass Frauen oft weniger verdienen als Männer. 2025 betrug die Differenz laut Statistischem Bundesamt 16 %. Eine weitere Statistik des Bundesamts besagt, dass 2025 nur in jedem zehnten Paarhaushalt (9,9 %) die Frau ein höheres Nettoeinkommen als ihr Ehe- oder Lebenspartner hatte. Dass sich diese Einkommens- und Vermögensdifferenz bis ins Alter fortsetzt, ist wenig überraschend. Frauen steht im Alter durchschnittlich 36 % weniger Einkommen zur Verfügung als Männern („Gender-Pension-Gap“), hat das Statistische Bundesamt errechnet (ohne Hinterbliebeneneinkünfte). Interessanterweise ist der Gap in Westdeutschland mit 40,8 % deutlich stärker ausgeprägt als in Ostdeutschland (13,2 %).
Um die Lücke in der Altersversorgung zu schließen, rät der Bundesverband deutscher Banken Frauen, langfristig zu sparen und am Kapitalmarkt in Aktien, Fonds und ETFs zu investieren. Auch mit kleinen Sparbeträgen lasse sich langfristig Vermögen aufbauen. Dabei wird eine Option oft übersehen: die eigene Immobilie. Das trauen sich bislang nur wenige Frauen. Bei der Baufinanzierung zeigt sich ein deutlicher „Gender-Baufi-Gap“. So hat sich in den letzten zehn Jahren der Anteil der weiblichen Hauptantragsstellerinnen für ein Immobiliendarlehen zwar von 23 % auf 28 % erhöht, aber mit 72 % ist der männliche Anteil immer noch um ein Mehrfaches höher. Die meisten „HAUSfrauen“, also Käuferinnen, die 2025 ihre Finanzierung als Alleinantragstellerinnen abschlossen, gab es laut Interhyp in Berlin.
Denn oft unterschätzen Frauen ihre eigenen finanziellen Möglichkeiten – dabei lohnt der Blick auf das Projekt Immobilie. Denkbar sei zum Beispiel auch der Kauf einer kleinen Wohnung als Kapitalanlage, um Mieteinnahmen zu generieren. Frauen, die entschieden sind, sollten sich zunächst unabhängig beraten lassen, um die finanzielle Situation gründlich zu analysieren und den finanziellen Spielraum für die Anschaffung einer Immobilie zu kalkulieren. Dafür braucht es noch kein konkretes Objekt. Sollte ein Kauf noch nicht möglich sein, kann eine gezielte Sparstrategie definiert werden. Bei Interhyp erhalten Frauen eine Beraterin als Gesprächspartnerin, wenn sie dies wünschen.
Verwendete Quellen
- Destatis Statistisches Bundesamt: Alterseinkünfte nach Geschlecht sowie Gender Pension Gap, Bei knapp 10 % der Paare ist die Frau die Haupteinkommensbezieherin und Gender Pay Gap 2025 unverändert bei 16 %
- Bankenverband: Frauen und Finanzen: Vorsorge mit Plan