Schon an die Absicherung Ihrer Finanzierung gedacht?
von Andreas Steen, Key Account Manager InsuranceAuch im Leben von Darlehensnehmenden können unvorhergesehene Ereignisse wie Krankheit oder Jobverlust eintreten. Damit die monatliche Rate trotzdem bezahlt werden kann, ist die richtige Absicherung von zentraler Bedeutung.
Der Kaufvertrag zum Wunschobjekt ist unterschrieben und die Immobilienfinanzierung steht – es ist vollbracht. Wirklich? Was ist mit der Abbezahlung des Darlehens, wenn ein Haushaltsmitglied arbeitslos, krank oder berufsunfähig wird? Oder gar verstirbt? Tatsächlich haben zwei von drei Menschen, die bereits eine Baufinanzierung abgeschlossen haben oder dies in naher Zukunft planen, Bedenken und Sorgen, wie eine Onlinebefragung des Finanzdienstleisters HDI Bancassurance und des Marktforschungsunternehmens YouGov zum Thema Finanzierungsabsicherung im Frühjahr 2025 zeigt. Erstaunlicherweise gehören jedoch Befürchtungen vor Tod (3 %), Arbeitsunfähigkeit (8 %) und Arbeitslosigkeit (17 %) zu den eher geringeren Sorgen der Befragten.
Die Studie förderte auch die Erkenntnis zutage, dass potenzielle Darlehensnehmende beim Sondieren und Abschluss der Baufinanzierung in vielen Fällen nicht oder kaum auf diese Problematiken angesprochen werden. Nur gut ein Drittel der für die Studie Befragten konnte sich an ein entsprechendes Angebot erinnern. Wird das Thema jedoch aktiv durch eine Beratung angesprochen, zeigt sich eine gewisse Offenheit gegenüber einer Absicherung: 66 Prozent entscheiden sich dann laut Studie für eine Absicherung im Todesfall, 56 Prozent für eine Absicherung bei Arbeitsunfähigkeit und 46 Prozent für eine Absicherung bei Arbeitslosigkeit.
Im Wesentlichen sind es drei Arten von Versicherungen, die sich für eine Absicherung des Immobiliendarlehens eignen: Restschuldversicherung, Risikolebensversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung. Eine Restschuldversicherung soll sicherstellen, dass der noch zu tilgende Restbetrag eines Darlehens auch dann zurückgezahlt werden kann, wenn sich zum Beispiel ein Todesfall ereignet oder es zum Jobverlust oder zur Arbeitsunfähigkeit kommt. Je nach Vertrag und Leistungsfall begleicht die Restschuldversicherung entweder den gesamten noch zu tilgenden Betrag der Immobilienfinanzierung oder die fälligen Kreditraten über einen bestimmten Zeitraum.
Vor allem für Familien mit nur einem Hauptverdiener, Alleinstehende oder ältere Kreditnehmende ist eine Restschuldversicherung sinnvoll. Es ist äußerst wichtig, auf die Vertragsdetails zu achten. Manche Verträge beinhalten Ausschlussklauseln, die sehr unterschiedlich ausfallen können. So kann es zum Beispiel sein, dass der Versicherungsschutz erst nach einer gewissen Wartezeit eintritt. Tritt die Notsituation zuvor ein, zahlt die Versicherung dann nicht.
Die zweite Versicherung, die helfen kann, die Abbezahlung des Immobilienkredits nicht zu gefährden, ist die Risikolebensversicherung. Sie wird über einen bestimmten Betrag abgeschlossen. Stirbt ein Haushaltsangehöriger, erhalten die Hinterbliebenen die Versicherungssumme. Im Unterschied zur Restschuldversicherung ist immer nur eine Person versichert. Das heißt, in einer Familie müssen beide Elternteile eine Risikolebensversicherung abschließen. Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung hält das auch für sinnvoll, da auch der Ausfall der weniger verdienenden Person die Familie „stark belasten“ könne. Herbst empfiehlt eine Laufzeit von mindestens 20 Jahren und eine „Mindestabsicherung, die 60 Monate Ihrer Finanzierung abdeckt“. Das gebe den Hinterbliebenen Zeit, „sich finanziell neu aufzustellen“.
Das Verbraucherportal Check24 bezeichnet die Risikolebensversicherung als „bestmögliche und kostengünstigste Lösung, um das eigene Zuhause und die Familie zu schützen“. Bei einer Risikolebensversicherung wird kein Kapital angespart. Das heißt, tritt der Versicherungsfall nicht ein, gibt es auch keine Auszahlung. Für Immobilienbesitzende ist es wichtig zu wissen, dass es Risikolebensversicherung mit gleichbleibender oder fallender Versicherungssumme gibt. Da sich mit fortschreitender Tilgung die Restschuld des Immobiliendarlehens verringert, hält Check24 Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme für „besonders geeignet“. Vorteil für Verbraucherinnen und Verbraucher: In der Regel sinken mit fallender Versicherungssumme auch die Beiträge für die Versicherung.
Die dritte Möglichkeit, sich gegen Notfälle abzusichern, besteht in einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Kann die hauptverdienende Person wegen Krankheit oder wegen eines Unfalls den Beruf nicht mehr ausüben, springt die BU ein. Das Geld wird im Versicherungsfall monatlich ausbezahlt. Die FMH-Finanzberatung empfiehlt, ca. 50 % der monatlichen Rate für das Immobiliendarlehen über die BU abzusichern, um die Baufinanzierung auch im Ernstfall abbezahlen zu können.
Interhyp bietet jetzt in Kooperation mit dem Versicherer BNP Paribas Cardif in Deutschland die Absicherungsoption BaufiProtect an. Kaufinteressierte und Immobilienbesitzende können im Rahmen der Beratung für die Erst- oder Anschlussfinanzierung zwischen drei Versicherungspaketen wählen: Basis, Komfort und Premium. Die Basisabsicherung besteht aus einer Risikolebensversicherung. Bei der Komfort-Variante kommt noch eine Arbeitsunfähigkeits-Versicherung (AU) hinzu. Hierbei handelt es sich Unterschied zur BU um eine kurz- bis mittelfristige Liquiditätsabsicherung für bis zu 18 Monaten. Die AU-Rente greift ab dem 43. Tag der Krankschreibung, sobald die Lohnfortzahlung des Arbeitsgebers eingestellt wird und man noch ca. 65 % Krankengeldzahlung der Krankenkasse erhält. Es wird davon ausgegangen, dass die versicherte Person nach maximal 18 Monaten wieder ihrer Arbeit nachgehen kann. BaufiProtect Premium umfasst neben der Risikolebensversicherung und der AU zusätzlich noch eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Sie deckt die Lücke zwischen Einkommen und Arbeitslosengeld I für maximal 12 Monate. Die Versicherungssummen einer BaufiProtect-Option können jeweils frei gewählt werden. Der Vertragsabschluss kann nach einer Risikoprüfung mit wenigen Gesundheitsfragen erfolgen. Die Absicherung ist monatlich kündbar.
Verwendete Quellen
- Check24: Berufsunfähigkeitsversicherung(öffnet in neuem Fenster)
- Check24: Immobilienabsicherung Vergleich(öffnet in neuem Fenster)
- Check24: Restschuldversicherung Vergleich(öffnet in neuem Fenster)
- Check24: Risikolebensversicherung vergleichen(öffnet in neuem Fenster)
- FMH: Baufinanzierung absichern – Schutz bei Berufsunfähigkeit und Todesfall(öffnet in neuem Fenster)
- Handelsblatt: Zinsen lassen sich berechnen. Lebensrisiken nicht.(öffnet in neuem Fenster)
- HDI: Studienreport „Vier Wände und ein blinder Fleck“(öffnet in neuem Fenster)