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Baugenehmigungen steigen erstmals seit Jahren wieder an

Der deutsche Wohnungsbau sendet ein erstes positives Signal: 2025 wurden hierzulande 238.500 Wohnungen genehmigt – 10,8 % mehr als im Vorjahr, das den niedrigsten Stand seit 2010 markiert hatte. Zum ersten Mal seit 2021 zeigt die Kurve wieder nach oben. Doch was steckt wirklich hinter den Zahlen?

Author: Helen Linder
von Helen Linder in München, publiziert am 19.02.2026
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Symbolbild für Baugenehmigungen: Ein Bauarbeiter auf einer Baustelle.
Besonders die zweite Jahreshälfte 2025 fiel stark aus: Die Baugenehmigungen legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17,8 % zu. Auch nach Gebäudetypen zeigt sich ein deutliches Plus – Einfamilienhäuser verzeichneten einen Zuwachs von 17,2 % Mehrfamilienhäuser von 12,1 % Bundesbauministerin Verena Hubertz sprach angesichts der Zahlen von einer beginnenden Trendwende.
Bemerkenswert ist, dass der Zuwachs ausschließlich von Unternehmen und Privatpersonen getragen wird – Baugenehmigungen der öffentlichen Hand sanken dagegen um 23,2 % auf 6.900 Einheiten.
Allerdings gilt: Genehmigt ist nicht gleich gebaut. Nach Schätzungen der Immobilienbranche werden im laufenden Jahr rund 215.000 Wohnungen fertiggestellt – die offiziellen Fertigstellungszahlen für 2025 veröffentlicht das Statistische Bundesamt erst am 22. Mai 2026. Zum Vergleich: 2024 wurden 251.900 Wohnungen fertiggestellt, so wenig wie seit 2015 nicht mehr. Der Abstand zum tatsächlichen Bedarf bleibt erheblich. Expertinnen und Experten zufolge wären dauerhaft mehr als 400.000 neue Einheiten pro Jahr nötig.
Die amtierende Bundesregierung will mit einem sogenannten „Bauturbo" über schnellere Genehmigungsverfahren gegensteuern. Fachleute bewerten das als richtigen Impuls. Ob aus dem Anstieg eine dauerhafte Trendwende wird, hängt Expertinnen und Experten zufolge von mehreren Faktoren ab – darunter verlässliche Förderung, vereinfachte Baustandards und eine konsequentere Umsetzung der geplanten politischen Maßnahmen. Bis sich diese auf dem Wohnungsmarkt bemerkbar machen, dürfte es nach Einschätzung der Branche noch einige Jahre dauern.

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