Wohnimmobilienpreise bewegen sich seitwärts
von Jan Gerke, Senior Desk FinanzierungsberaterAktuelle Analysen zeigen einen Immobilienmarkt mit relativ stabilen Preisen. Fachleute rechnen mehrheitlich mit einem moderaten Preisanstieg, verweisen zugleich aber auf eine nachlassende Dynamik.

Nach dem Anstieg im Juni haben die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland im Juli wieder leicht nachgegeben. Das geht aus dem neuesten Interhyp-Immobilienpreis-Index hervor. Demnach sind – bezogen auf Gesamtdeutschland – die Preise um 0,2 % gesunken. Interhyp-CEO Jörg Utecht sieht darin eine Fortsetzung der Entwicklung in den letzten Monaten: Auf jede Aufwärtsbewegung folgt bislang eine Gegenbewegung. Unter dem Strich bleibt die Entwicklung damit seitwärtsgerichtet, mit einer leicht positiven Tendenz im Jahresverlauf.
Auch in den gefragten Metropolen zeigt sich im Juli überwiegend eine rückläufige Entwicklung. In Leipzig, Köln, Frankfurt, Berlin und München gaben die Preise zwischen 0,2 % und 0,7 % nach. Gegen den Trend legten Hamburg (+0,9 %) und Stuttgart (+0,3 %) zu. Immobilienexperte Utecht rechnet auch in den kommenden Monaten mit kurzfristigen Preisschwankungen. Er rät Immobilieninteressierten jedoch, diese Schwankungen nicht überzubewerten, sondern den Blick auf die längerfristige Entwicklung zu richten. Angesichts des anhaltend knappen Angebots an Immobilien bei gleichzeitig hoher Nachfrage erwartet Utecht im Jahresverlauf tendenziell steigende Preise.
Weitere Studien, die die Immobilienpreise des zweiten Quartals 2026 analysieren, zeichnen ein ähnliches Bild. So registriert das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) im aktuellen GREIX-Kaufpreisindex für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser eine Teuerung von 0,3 % bzw. 1,8 % im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres. Bei Mehrfamilienhäusern seien die Preise dagegen um 0,9 % zurückgegangen. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2025 verteuerten sich Eigentumswohnungen (+0,4 %) und Einfamilienhäuser (+1,9 %) nominal, während Mehrfamilienhäuser um 3,5 % nachgaben. Berücksichtige man jedoch die Inflation, hätten alle drei Segmente an Wert verloren: Eigentumswohnungen (-2,1 %), Einfamilienhäuser (-0,7 %) und Mehrfamilienhäuser (-5,9 %). Bei Mehrfamilienhäusern ist die Aussagekraft allerdings eingeschränkt, da in diesem Segment nur wenige Transaktionen erfasst werden.
Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) sieht bei Wohnimmobilien im zweiten Quartal 2026 einen Preisanstieg von 0,3 % im Vergleich zum ersten Quartal. Der Anstieg sei weniger dynamisch ausgefallen als in den Vorquartalen. Gemessen am Vorjahresquartal beziffert der vdp die Teuerung auf 1,9 %. Dabei schlugen Eigentumswohnungen mit 2,6 % zu Buche, etwas weniger verteuerten sich Einfamilienhäuser (+2,0 %) und Mehrfamilienhäuser (+1,6 %). Der Verband führt die gestiegenen Preise vor allem darauf zurück, dass die Nachfrage das Angebot anhaltend übersteige. Parallel zu den Kaufpreisen hat der vdp auch bei den Neuvertragsmieten in Mehrfamilienhäusern eine Teuerung registriert. Diese fiel im Jahresvergleich mit 3,2 % höher aus als bei den Kaufpreisen.
Verwendete Quellen
Kiel Institut für Weltwirtschaft: Preisanstieg verliert an Schwung, real sinken die Immobilienpreise im Jahresvergleich(öffnet in neuem Fenster)
Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) e. V.: Uneinheitliche Entwicklung der Immobilienpreise(öffnet in neuem Fenster)