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Was der Iran-Krieg für Immobilienkäuferinnen und -käufer bedeutet

Der Iran-Krieg hinterlässt Spuren auf dem deutschen Immobilienmarkt: Die Bauzinsen sind zuletzt deutlich gestiegen und nähern sich der Vier-Prozent-Marke.

Author: Suleika Preikschat
von Suleika Preikschat in München, publiziert am 20.03.2026
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Bauzinsen steigen wieder – was Käuferinnen und Käufer jetzt wissen müssen

Die Bauzinsen in Deutschland ziehen erneut an. Nachdem die Konditionen für zehnjährige Darlehen Ende Februar noch auf rund 3,6 Prozent gesunken waren, liegen sie inzwischen im Schnitt wieder bei etwa 3,8 Prozent – mit weiter steigender Tendenz.

Spürbare Mehrbelastung bei durchschnittlichen Darlehenssummen

Ein Wohngebäude als Symbolbild für die Auswirkung des Irankrieges auf den Immobilienkauf.
Für Kaufinteressierte hat der Zinsanstieg konkrete Auswirkungen. Bei einer durchschnittlichen Darlehenssumme von rund 340.000 Euro bedeutet der Anstieg von 3,6 auf 3,8 Prozent eine jährliche Mehrbelastung von rund 600 Euro. Dabei gilt: Der tatsächliche Zinssatz hängt stark vom Beleihungsauslauf ab – also vom Verhältnis zwischen Kreditbetrag und Beleihungswert der Immobilie. Wer mit wenig Eigenkapital finanziert, zahlt derzeit schnell einen Zinssatz mit einer vier vor dem Komma. Mit hohem Eigenkapitaleinsatz sind dagegen weiterhin Konditionen unter 3,8 Prozent möglich.

Iran-Krieg belastet Energiemärkte und treibt Kapitalmarktzinsen

Hintergrund des Zinsanstiegs ist die Entwicklung an den Kapitalmärkten. Die Bauzinsen orientieren sich an den Renditen zehnjähriger Bundesanleihen, die seit Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar spürbar gestiegen sind. Der Konflikt schürt Sorgen vor steigenden Energiepreisen – insbesondere wegen der Bedrohung der Straße von Hormus, über die rund ein Fünftel des globalen Öl- und Gashandels läuft. Halten die Spannungen an und verfestigen sich Energiekosten sowie Inflationserwartungen auf hohem Niveau, ist weiterer Aufwärtsdruck auf die Kapitalmarktzinsen wahrscheinlich.

Volatiles Umfeld erwartet – Bundesanleihe als Indikator

Für die kommenden Wochen ist ein schwankungsintensives Zinsumfeld rund um die Vier-Prozent-Marke zu erwarten. Prognosen bleiben angesichts des weiteren Kriegsverlaufs mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Relevanter als die Leitzinsentscheidungen der EZB sind für die Bauzinsen dabei die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihe – sie gelten als verlässlicher Frühindikator für die weitere Zinsentwicklung bei Immobilienfinanzierungen. Eine Deeskalation im Iran-Krieg könnte die Aufwärtsdynamik an den Kapitalmärkten dämpfen und damit auch die Bauzinsen wieder sinken lassen.