Kreditbestand auf Rekordniveau: Nachfrage nach Wohneigentum bleibt stabil

Porträtfoto von Suleika Preikschat, Managing Director Privatkundengeschäft, Interhyp AGvon Suleika Preikschat, Managing Director Privatkundengeschäft

Viele Kaufinteressierte realisieren ihr Immobilienprojekt auch in einem anspruchsvollen Umfeld. Der Bestand an Darlehen für Wohnimmobilien steigt weiter an, wie zwei aktuelle Analysen zeigen.


Das Baufinanzierungsvolumen hat einen neuen Höchststand erreicht. Wie Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland und der Baufinanzierungsvermittler Interhyp auf Basis ihres aktuellen Kreditmonitors für das zweite Quartal 2026 mitteilen, belief sich der ausstehende Bestand an Immobiliendarlehen von April bis Juni auf insgesamt 1,659 Billionen Euro (+ 2,4 % gegenüber dem Vorjahr). Zwar habe die Dynamik zuletzt etwas nachgelassen, doch stelle dies eine Normalisierung nach den starken Zuwächsen der vergangenen Monate dar. Der Anstieg des Kreditvolumens zeigt laut Studie, dass die Nachfrage nach Wohneigentum trotz des weiterhin anspruchsvollen Marktumfelds stabil bleibt. Viele Kaufinteressierte nutzten die inzwischen besser kalkulierbaren Finanzierungsbedingungen, um geplante Immobilienkäufe umzusetzen. Das unterstreiche auch die Entwicklung bei den Bausparverträgen. Hier stieg der Darlehensbestand im Vergleich zum Vorjahr um rund 22 % auf 28,7 Milliarden Euro, während die Neuabschlüsse rückläufig waren. Bausparen entwickle sich, so PWC und Interhyp, zunehmend vom Sparprodukt zum Finanzierungsbaustein.

Auch der Verband der deutschen Pfandbriefbanken (vdp) sieht eine anhaltende Nachfrage nach Wohneigentum. Wie der vdp mitteilt, haben die Mitgliedsinstitute im ersten Halbjahr 2026 Darlehen für Wohnimmobilien in Höhe von 50,1 Milliarden Euro vergeben – gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 5,3 %. Aufschlussreich ist eine Analyse der Zahlen nach Wohnformen. Demnach rangieren Ein- und Zweifamilienhäusern mit einem Finanzierungsvolumen von 23,2 Mrd. Euro (+ 4,0 %) an der Spitze. Dahinter folgen Mehrfamilienhäuser mit 13,2 Mrd. Euro (+ 7,3 %) und Eigentumswohnungen mit 11,2 Mrd. Euro (+ 6,7 %). Zum 30. Juni 2026 lag das Volumen ausgereichter Darlehen von vdp-Banken für Wohnobjekte bei insgesamt 762,9 Mrd. Euro und damit 1,3 % höher als ein Jahr zuvor.

In Bezug auf die weitere Entwicklung sehen die Expertinnen und Experten von PWC und Interhyp den Immobilienmarkt von moderat ansteigenden Preisen geprägt. Vor allem energieeffiziente Immobilien seien aufgrund der hohen Energiepreise gefragt. Ein spürbarer Rückgang der Zinsen sei kurzfristig nicht in Sicht. Für Interhyp bietet die aktuelle Situation weiterhin Chancen für Immobilieninteressierte. Die Finanzierungsbedingungen hätten sich gegenüber den Hochphasen der vergangenen Jahre trotz des jüngsten Zinsanstiegs stabilisiert. Gleichzeitig bleibe das Angebot an Finanzierungsprodukten breit und biete Lösungen für unterschiedliche Haushalte und Lebensphasen. Wer eine Finanzierung plane, solle die Zinsentwicklung aufmerksam verfolgen und verschiedene Angebote vergleichen.


Verwendete Quellen