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Bei Mietimmobilien realistisch kalkulieren

Regelmäßige Mieteinnahmen, Wertsteigerung, attraktive Rendite – eine vermietete Immobilie gilt als attraktives Investment, vor allem unter Jüngeren. Doch damit die Rechnung aufgeht, müssen einige Punkte beachtet werden.

Author: Philipp Derichs
von Philipp Derichs in München, publiziert am 14.01.2026
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Eine Immobilie mit verschiedenen Wohnparteien als Symbolbild für das Thema Mietimmobilien realistisch kalkulieren.
Wenn es um Geldanlage geht, sind Immobilienbesitzende überaus zufrieden mit ihrer Investition. Wie eine aktuelle Umfrage von Goldberger Market Analytics im Auftrag von Immobilienscout24 und immoverkauf24 zeigt, würden drei von vier Eigentümerinnen und Eigentümern den Immobilienkauf als Investment empfehlen. Allerdings spielen das Lebensalter und der Wohnort eine wichtige Rolle bei der Haltung zu einer vermieteten Immobilie. So würden 46 % der 18- bis 29-Jährigen eine Eigentumswohnung eher vermieten, nur 29 % würden verkaufen. Bei den 60- bis 69-Jährigen bevorzugen 48 % den Verkauf, nur 14 % eine Vermietung. ImmoScout24 hat die Interviewten nicht nach den Gründen ihrer Einstellung befragt, doch kommt vermutlich die unterschiedliche Lebensplanung der Altersgruppen zum Ausdruck. Die Jüngeren stehen noch am Anfang ihres Berufslebens und haben die Wohnung wohl mithilfe einer Schenkung oder einem Erbe erworben. Die Älteren hingegen streben zum Ende des Berufslebens eine gewisse Liquidität im Alter an. Eventuell haben sie auch schlechte Erfahrung beim Vermieten gemacht. Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Immobilienbesitzende in der Großstadt tendieren häufiger zum Verkauf als Eigentümerinnen und Eigentümer in Kleinstädten oder ländlichen Gebieten.
Das Portal finanztip verweist darauf, dass der Erfolg eines Immobilieninvestments von mehreren Punkten abhängt. Dazu gehöre das Verhältnis von Kaufpreis zur erzielbaren Jahreskaltmiete. Üblich sei in vielen Fällen, dass der Kauf das 25-fache der Jahreskaltmiete koste. Häufig sei es auch das 30-fache. Ob das Investment sich letztlich lohne, hänge davon ab, wie hoch der Erhaltungsaufwand sei und ob der Wiederverkaufswert deutlich ansteige.
"Eine vermietete Immobilie ist kein Selbstläufer. Um langfristig Erfolg mit einer Mietimmobilie zu haben, brauchen Investierende fundierte Marktkenntnisse und müssen bereit sein, dauerhaft Zeit und Engagement zu investieren – von der Vermarktung über die laufende Verwaltung bis hin zum Mieter-Management", betont Christian Hanke, Immobilien-Experte bei Interhyp. "Die steuerliche Abwicklung, regelmäßige Instandhaltung und der Umgang mit Mieterinnen und Mietern erfordern kontinuierlich kommunikativ-diplomatische Fähigkeiten. Als Vermieterin oder Vermieter übernimmt man eine dauerhafte Aufgabe, die über Jahre hinweg die richtige Mischung aus Fingerspitzengefühl und Durchsetzungsfähigkeit verlangt."
Wichtig für die erfolgreiche Vermietung ist nicht zuletzt die Lage einer Immobilie. Laut einer aktuellen Untersuchung des Portals Immobilienscout24 besteht in 127 von 418 Stadt- und Landkreisen ein Überangebot an Mietwohnungen. Nur in etwa 20 % der Kreise sei die Nachfrage höher als das Angebot. Und in 19 Städten ist die Lage am Mietmarkt laut Studie „sehr angespannt“. Vermietende müssen also berücksichtigen, wie gut die Vermietbarkeit einer Immobilie am jeweiligen Standort ist.