Mit Baustoff Holz nicht auf dem Holzweg

Der Baustoff Holz wird bei Bauherren von Ein- und Zweifamilienhäusern beliebter. Bei größeren Gebäudeklassen sieht die Holzwirtschaft noch unnötige baurechtliche Hemmnisse.

Zuletzt aktualisiert am 23.12.2020

Der Baustoff Holz wird bei Bauherren von Ein- und Zweifamilienhäusern beliebter. Bei größeren Gebäudeklassen sieht die Holzwirtschaft noch unnötige baurechtliche Hemmnisse.

Holz als Baustoff für Ein- und Zweifamilienhäuser wird immer beliebter. Damit nun auch größere Gebäudeklassen vermehrt in der nachhaltigeren Holzrahmenbauweise gebaut werden, will die Große Koalition eine "Holzbaufoffensive" starten.

(München, 23. Dezember 2020) In den ersten sieben Monaten 2020 wurden bundesweit 60.922 Ein- und Zweifamilienhäuser genehmigt, davon 13.370 in Fertigbauweise. Das entspricht einem Marktanteil von 21,9 Prozent. Diese Zahlen meldet der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF). Während die Baugenehmigungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,6 Prozent angestigen seien, habe der Holzfertigbau um 9,6 Prozent zugelegt. "Die Wertschätzung für ein eigenes Haus mit Garten ist in diesem Jahr nochmal stärker angestiegen", kommentiert BDF-Präsident Hans Volker Noller die statistischen Daten.

Nicht so zufrieden zeigt sich die Holzwirtschaft in Bezug auf den Einsatz des Baustoffs Holz in größeren Gebäuden. So bemängelt der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR) die von der Bauministerkonferenz auf den Weg gebrachte Muster-Holzbau-Richtlinie. Diese regele zwar das Bauen mit Holz neu und ermögliche das Bauen mit Holz auch für die Gebäudeklassen 4 (bis 13 Metern Höhe) und 5 (bis 22 Metern Höhe). Allerdings sei die weit verbreitete Holzrahmenbauweise in der Gebäudeklasse 5 nicht geregelt. Der DHWR fordert daher, die von der Bauministerkonferenz angekündigte Projektgruppe Holzbau zeitnah einzusetzen und mit der Novellierung der Muster-Holzbau-Richtlinie zu beginnen. Dies sei wichtig, um zum Beispiel Aufstockungen von Bestandsgebäuden zu ermöglichen, für die der Holzrahmenbau als Leichtbauweise prädestiniert sei. "Erst wenn die Politik die möglichen und praxiserprobten Bauweisen gleichbehandelt und das klimaschonende Bauen mit Holz den konventionellen Bauweisen baurechtlich ebenbürtig stellt, ist ein wirklich fairer Wettbewerb gewährleistet", betont DHWR-Präsident Steffen Rathke.

Zusätzlich zur Bauministerkonferenz hat auch der Bundestag vor Kurzem das Thema Bauen mit Holz aufgegriffen. Um Klima und Umwelt nachhaltig schützen, hat das Parlament auf Antrag der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD die Bundesregierung aufgefordert, eine "Holzbauoffensive" zu starten und die Vermarktung von Holz zu erleichtern.

Redaktion: Joachim Hoffmann

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