Mit guter Planung und solidem Sparen ins Wohneigentum
Der Traum von der eigenen Immobilie ist bei vielen Menschen fest in der Lebensplanung verankert. Allerdings erfordert das aktuelle Preisniveau einen hohen Anteil an Eigenkapital, wie eine aktuelle Studie zeigt. Mit der richtigen Strategie und staatlicher Förderung lässt sich früh ein solider Grundstock an Eigenmitteln ansparen.
Laut der aktuellen Interhyp-Wohntraumstudie wünschen sich 97 % der Deutschen ein schönes Zuhause. Damit steht Wohneigentum hinter der Gesundheit (98 %) an zweiter Stelle der wichtigen Dinge im Leben. Doch tut sich für Immobilieninteressierte eine hohe Hürde auf: Das aktuelle Preisniveau am Immobilienmarkt erfordert einen hohen Anteil an Eigenkapital. Wie eine Analyse des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) zeigt, hat sich der erforderliche Eigenkapitalanteil in deutschen Städten seit 1980 ungefähr verdoppelt. „Millennials, die in den vergangenen 10 Jahren eine Immobilie finanzieren wollten, mussten im Schnitt fast 14 Jahre sparen, um genug Eigenkapital aufzubauen – doppelt so lange wie seinerzeit die Generation der Babyboomer“, heißt es in einer IfW-Mitteilung. Um eine Eigentumswohnung zu finanzieren, habe in den 1980er-Jahren im Schnitt etwa das 1,7-Fache des Jahreshaushaltseinkommens gereicht, heute seien mehr als 3 Jahresgehälter nötig, haben die Kieler Forschenden errechnet. Das spiegelt sich auch in den tatsächlich eingesetzten Eigenkapitalbeträgen wider: Laut Interhyp-Daten ist das durchschnittlich in eine Finanzierung eingebrachte Eigenkapital von rund 87.000 Euro im Jahr 2012 auf etwa 142.000 Euro im Jahr 2025 gestiegen – ein Plus von rund 63 Prozent binnen 13 Jahren.
Wie aber kommen Immobilieninteressierte zu dem notwendigen Eigenkapital? Eine zunehmende Bedeutung komme dem Schenken und Vererben von Geld und Immobilien zu, sagt das IfW. Beschwerlicher sei hingegen das Ansparen von Eigenkapital. „Mit einer realistischen Sparquote von 20 Prozent des verfügbaren Einkommens müssen Haushalte heute rund 14 Jahre sparen, um das notwendige Eigenkapital zu erreichen – doppelt so lang wie in den 1980er-Jahren“, sagt Mitautor Jonas Zdrzalek, Projektleiter am Kiel Institut. Um schon in jüngeren Jahren zu Wohneigentum zu kommen, empfehlen die Landesbausparkassen (LBS), mit dem Sparen so früh wie möglich zu beginnen. Wer zum Beispiel mit 16 einen Bausparvertrag abschließe, diesen regelmäßig bespare, die monatliche Sparrate immer mal wieder erhöhe und staatliche Förderungen clever nutze, habe gute Chancen, es mit Mitte 30 in eine eigene Immobilie zu schaffen. Gerade junge Auszubildende und Erwerbstätige haben oft noch kein höheres Einkommen und könnten daher von staatlicher Unterstützung in Form der Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage oder Wohn-Riester profitieren. Um mit kontinuierlichem Sparen ans Immobilienziel zu kommen, sei eine intensive Beschäftigung mit der eigenen finanziellen Situation und eine gewisse Ausgabendisziplin erforderlich.
Dass die eigene Immobilie auch jetzt leistbar sein kann, zeigt der Interhyp-IW-Erschwinglichkeitsindex für Eigentumswohnungen, den das Institut der Deutschen Wirtschaft IW Köln und Baufinanzierungsvermittler Interhyp gemeinsam veröffentlicht haben. Demnach war die Erschwinglichkeit im Oktober 2025 gegenüber Herbst 2023 gestiegen. Im Schnitt mussten Käuferinnen und Käufer rund 29 % ihres verfügbaren Einkommens für Wohneigentum investieren. Dabei zeigten sich große regionale Unterschiede. Außerhalb der sieben Metropolen (Berlin, Hamburg, München u. a.) gab es leistbare Immobilien vor allem in ländlichen Kreisen, aber auch in günstigen Großstädten wie Gelsenkirchen, Salzgitter, Remscheid, Hagen und Saarbrücken.