Solides Investment in Mietobjekte

Relativ stabile Kaufpreise und steigende Mieten bieten für Investierende gute Chancen am Immobilienmarkt. Vermietende haben zudem steuerliche Vorteile, die Selbstnutzenden nicht zur Verfügung stehen.


Von anhaltendem Druck auf dem Mietmarkt bei gleichzeitig größerer Auswahl an Kaufobjekten spricht IW-Wohnindex des Instituts der deutschen Wirtschaft IW Köln zum zweiten Quartal 2026. Die beiden Autoren der Studie, Pekka Sager und Michael Voigtländer, gehen zudem davon aus, „dass das Mietangebot auf absehbare Zeit knapp bleiben wird und daher - regional differenziert - mit einem weiteren Mietanstieg zu rechnen ist“. Laut IW Köln sind die Angebotsmieten bundesweit im Vergleich zum Vorquartal um 1,3 % gestiegen und im Vorjahresvergleich um 4,0 % gestiegen. Dabei hätten die Mieten in allen Regionstypen angezogen, am stärksten in den Großstädten abseits der sieben großen Metropolen. Die Nachfrage nach Mietobjekten bleibe anhaltend hoch bei gleichzeitig knappem Angebot.

Das Portal Immobilienscout24 sieht sowohl bei Bestands- als auch bei Neubauwohnungen geringere Mietpreissteigerungen als das IW Köln. Bestandsmieten seien im Jahresvergleich um 2,7 % gestiegen und Neubaumieten um 1,8 %. Allerdings erkennt die Plattform die Nebenkosten in unsanierten Bestandswohnungen als Preistreiber. Während die Nebenkosten in sanierten Bestandswohnungen um 0,6 % höher seien als vor einem Jahr, betrug die Steigerung bei unsanierten Objekten 3,8 %. Auch das Kiel Institut für Weltwirtschaft IfW hat bei seinem aktuellen GREIX-Mietpreisindex geringe Zuwächse bei den Mieten analysiert. Bei einem Jahresvergleich der nominalen Mieten beziffern die Kieler Forschenden den Anstieg zwar auf 3,0 %. Rechne man jedoch die allgemeine Teuerung mit ein, belaufe sich die Teuerung auf 0,3 %. Ein Vergleich von Bestands- und Neubaumieten zeige, dass die Neubaumieten um mehr als ein Drittel (36,6 %) über den Mieten von Bestandsbauten lägen.

Während die Lage auf dem Mietmarkt angespannt ist, haben sich die Kaufpreise „auf niedrigem Dynamikniveau“ eingependelt, sagt das IW Köln. Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser hätten sich gegenüber dem Vorjahresquartal jeweils um 0,8 Prozent verteuert. Investierende, die sich eine Immobilie zum Vermieten zulegen möchten, finden somit insgesamt günstige Voraussetzungen vor. Hinzu kommen bedeutende steuerliche Vorteile: Das IW Köln hat in einer weiteren Studie errechnet, dass Vermietende im Vergleich zu Selbstnutzenden im Lauf der Jahre um mehrere zehntausend Euro im Vorteil sind. Grund: Vermietende können ihr Eigentum steuerlich abschreiben und die Kosten für Finanzierung und Instandhaltung steuerlich geltend machen, Selbstnutzende hingegen nicht. Das heißt, Vermietende können die Darlehenszinsen und Aufwendungen wie Reparaturen oder Hausverwaltung von ihren Mieteinnahmen abziehen, wodurch sich das zu versteuernde Einkommen reduziert. Ob und wie sich ein Immobilieninvestment steuerlich lohnt, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab und muss für jeden Einzelfall individuell geprüft werden.

Damit sich das Immobilieninvestment jedoch langfristig rentiert, sollte die Objektauswahl sorgfältig erfolgen: Lage in Wachstumsregionen, Energieeffizienz und – wegen der Alterung der Gesellschaft – Barrierefreiheit sind wichtige Faktoren, die für den Werterhalt und die langfristige Vermietbarkeit eine Rolle spielen. Bezüglich der Lage ist darauf zu achten, welche Städte und Regionen auch in Zukunft prosperieren. Die Postbank erwartet in ihrem aktuellen Wohnatlas 2026, dass Preis­an­stiege in ei­ni­gen Groß- und Mit­tel­städ­ten, dazu in den Um­land­re­gi­o­nen der sie­ben größ­ten Me­tro­po­len, in Tei­len Süd­deutsch­lands und in ei­ni­gen Fe­ri­en­re­gi­o­nen. Mit Preis­rück­gän­ge seien hingegen in stark länd­lich ge­präg­ten Re­gi­o­nen in Ost- und Mit­tel­deutsch­land sowie in ei­ni­gen grenz­na­hen Ge­bie­ten zu rechnen. Auch Investitionen in Energieeffizienz und Barrierefreiheit lohnen sich: Wohngebäude mit hoher Energieeffizienz und ohne Hindernisse erzielen deutlich höhere Preise am Immobilienmarkt als unsanierte Vergleichsobjekte.


Verwendete Quellen