Stabile Zinsen eröffnen Kaufgelegenheiten
Angesichts des leicht entspannten Zinsniveaus finden Immobilieninteressierte bessere Möglichkeiten als zu Jahresbeginn vor, um Wohneigentum zu erwerben. Warten lohnt sich nicht, da mit einem weiteren Zinsrückgang eher nicht zu rechnen ist und die Kaufpreise tendenziell steigen.
Die Baugeldzinsen zeigen sich in den letzten Wochen stabil. Seit Mitte Januar ist das Zinsniveau für 10-jährige Zinsbindungen sogar um etwa 0,2 % gefallen. Je nach Eigenkapital und Finanzierungsbedarf müssen Immobilieninteressierte ca. 3,6 bis 4,2 % Zinsen für das Darlehen bezahlen. Angesichts der neuesten Zollankündigungen des US-Präsidenten legen zahlreiche Investoren ihr Geld in Bundesanleihen an. Die dadurch fallenden Renditen wirken sich günstig auf Hypothekenzinsen aus. Laut einer aktuellen Einschätzung befragter Bankpartner dürften die Zinsen zunächst stabil bleiben – Experten rechnen mehrheitlich mit einer Seitwärtsbewegung. Längerfristig sprechen jedoch die geplanten Investitionen der Bundesregierung für steigende Bauzinsen: Nimmt der Staat mehr Kapital am Markt auf, steigen in der Regel die Renditen der 10-jährigen Bundesanleihen – und mit ihnen die Hypothekenzinsen.
Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich für Kaufinteressierte, das derzeitige Niveau zu nutzen. Im Vergleich zu einem Zinsniveau um die 4 % lassen sich aktuell schnell einige Hundert Euro an jährlicher Rate einsparen – auf die gesamte Dauer der Zinsbindung gesehen kommen häufig mehrere Tausend Euro Ersparnis zusammen, die in die schnellere Entschuldung oder wertsteigernde Modernisierungen investiert werden können.
Für einen Kauf zum jetzigen Zeitpunkt spricht auch die Entwicklung der Immobilienpreise, bei denen sich keine Entspannung abzeichnet. So verzeichnete der Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) für das vierte Quartal 2025 einen Preisanstieg für Wohnimmobilien von 4,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Vor allem Mehrfamilienhäuser (+ 5,3 %) waren gefragt, etwas weniger Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen (+ 3,0 %). In den Top-7-Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf und Stuttgart stiegen die Preise für Wohnimmobilien im Durchschnitt um 4,7 %. Auch das Institut der Deutschen Wirtschaft IW Köln meldet gestiegene Immobilienpreise im Jahr 2025. Dazu verweist das Institut auf die stark gestiegenen Neuvertragsmieten (+ 4,1 %). Angesichts der relativ geringen Bautätigkeit erwartet das IW Köln ein Anhalten des Trends auf dem Mietmarkt.
Verwendete Quellen
- Finanztip: Wie geht es weiter mit den Zinsen?
- vdp - Die deutschen Pfandbriefbanken: Plus 4 %: Immobilienpreise bestätigen Aufwärtstrend im Jahr 2025
- Institut der deutschen Wirtschaft (iW Köln): IW-Wohnindex: Preise für Eigentumswohnungen steigen am stärksten
- Deutsche Bundesbank: Kurse und Renditen brösennotierter Bundeswertpapiere