Eigenheim kaufen: Studie zeigt Steuernachteil für Selbstnutzer
von Suleika Preikschat, Managing Director PrivatkundengeschäftDer Erwerb selbstgenutzten Wohneigentums ist in Deutschland steuerlich deutlich schlechter gestellt als der Kauf einer Immobilie zur Vermietung. Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) beziffert das Ausmaß dieser Ungleichbehandlung nun konkret.
Nach den Berechnungen des IW entsteht Selbstnutzern bei einer beispielhaften Wohnung in einer Metropole mit einem Kaufpreis von 300.000 Euro über einen Zeitraum von 15 Jahren ein steuerlicher Nachteil von rund 87.000 Euro gegenüber Vermietern. Der Grund: Kapitalanleger können unter anderem Kreditzinsen und Instandhaltungskosten steuerlich geltend machen – eine Möglichkeit, die Selbstnutzern verwehrt bleibt. Auch außerhalb der Metropolen ist der Unterschied erheblich und liegt laut Studie bei 40.000 bis 50.000 Euro.
Die steuerliche Benachteiligung fällt in eine Zeit, in der Deutschland ohnehin eine der niedrigsten Wohneigentumsquoten in Europa aufweist: Im Jahr 2022 lebten nur 44 Prozent der Menschen in Deutschland in den eigenen vier Wänden, während der EU-Durchschnitt bei rund 70 Prozent liegt.
Um mehr Menschen den Weg ins Wohneigentum zu ermöglichen, wird eine gezieltere Unterstützung selbstgenutzten Wohneigentums diskutiert – insbesondere für Familien und Haushalte mit mittleren Einkommen. Ein möglicher Ansatz wäre ein Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer für Selbstnutzerinnen und Selbstnutzer. Gerade die Kaufnebenkosten stellen für viele Kaufinteressierte eine der größten Hürden beim Immobilienerwerb dar. Weniger steuerliche Hürden und verlässliche Rahmenbedingungen könnten dazu beitragen, die Eigentumsbildung in Deutschland wieder stärker zu fördern.
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