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Studie: Immobilieneigentümer sind im Alter finanziell deutlich besser gestellt

Wer in den eigenen vier Wänden wohnt, verfügt im Durchschnitt über ein Vielfaches des Nettovermögens im Vergleich zu Miethaushalten und ist im Alter deutlich besser abgesichert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft IW Köln im Auftrag des Bundesverbands der Privaten Bausparkassen.

Author: Philipp Derichs
von Philipp Derichs in München, publiziert am 23.01.2026
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Eine junge Frau blickt aus dem Fenster und symbolisiert die News zur Altersvorsorge.
Dass die gesetzliche Rente im Alter nicht reicht, um den gewohnten Lebensstandard zu halten, ist allgemein bekannt. Ohne zusätzliche Vorsorge tut sich beim Eintritt in den Ruhestand eine Finanzlücke auf. Wie lässt sich diese Lücke vermeiden oder reduzieren? Folgt man den Ergebnissen einer aktuellen Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft IW Köln im Auftrag des Bundesverbands der Privaten Bausparkassen, ist Wohneigentum sehr gut für die Vermögensbildung und Absicherung im Alter geeignet. Demnach verfügen Haushalte im eigenen Zuhause im Schnitt über ein Vielfaches des Nettovermögens von Mietenden (590.000 Euro zu 87.600 Euro) – und das über alle Einkommens- und Altersgruppen hinweg. Selbst wenn der Wert des Wohneigentums bei der Betrachtung außen vor bleibe, seien Eigentümerinnen und Eigentümer in der Rentenphase deutlich seltener von einer Versorgungslücke betroffen als Mietende.
Ein Grund, warum Eigentümerinnen und Eigentümer bereits während des Erwerbslebens und auch im Alter besser dastehen als Mietende, ist laut IW Köln das unterschiedliche Spar- und Konsumverhalten. „Letztlich erzieht die selbstgenutzte Immobilie zum Sparen“, sagt Prof. Michael Voigtländer vom IW-Köln. Wohneigentum habe eine disziplinierende Wirkung. Mietende müssten die im Vergleich zu Immobilienkaufenden nicht zu zahlende Tilgung eigentlich in Fonds investieren, um ein vergleichbares Vermögen aufzubauen. Aber sie konsumierten stattdessen mehr als Eigentümerinnen und Eigentümer. Hinzu kommt: Während Eigentümerinnen und Eigentümer nach Abschluss der Finanzierung im Alter noch für Nebenkosten und Instandhaltung aufkommen müssen, haben Mietende weiterhin die volle Miete zu zahlen.
Bei der Frage, warum nicht mehr Bürgerinnen und Bürger in Wohneigentum investierten, nennt Voigtländer mehrere Ursachen. Die größte Hürde sei fehlendes Eigenkapital. Die 25-34 Jahre alten Mietenden hätten im Schnitt 8.000 Euro angespart (die oberen 25 % dieser Altersklasse 39.000 Euro), die 35-44-Jährigen etwa 10.000 Euro (obere 25 % 59.000 Euro). Für einen Großteil der Miethaushalte sei es, so Voigtländer, „wahnsinnig schwer“ zu Wohneigentum zu kommen, es sei denn, man erhalte eine Schenkung oder ein Erbe. Hier sei die Politik gefordert, mit Nachrangdarlehen oder Bürgschaften Abhilfe zu schaffen. Zudem regt Voigtländer an, Selbstnutzenden von Wohneigentum die gleichen steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten einzuräumen wie Vermieterinnen und Vermietern. Auch eine Reform der Grunderwerbsteuer könne den Immobilienerwerb erleichtern.