Was kostet die Gebäudesanierung? Neue Studie liefert Antworten
Viele Besitzende und Kaufwillige von Bestandsimmobilien fürchten die Investitionskosten, die für eine Sanierung erforderlich sind. Eine aktuelle Studie bietet fundierte Orientierung.
Die Sanierungsquote in Deutschland ist niedrig. Nach Angaben des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle (Buveg) lag die Quote für energetische Sanierungen im deutschen Gebäudebestand im Jahr 2025 bei 0,67 %. Um die vereinbarten Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen, wäre laut Buveg eine Sanierungsquote von 2 % erforderlich. Zwar bieten Gebäude mit schlechter Energieeffizienz gewisse Chancen, den Kaufpreis zu verhandeln. Andererseits schrecken viele Immobilieninteressierte und -besitzende vor den erwarteten Kosten für eine Sanierung zurück.
Hilfestellung, mit welchen Investitionen zu rechnen ist, bietet die aktuelle Studie „Was kostet die Modernisierung (m)eines Gebäudes?“, die das Institut der deutschen Wirtschaft IW Köln zusammen mit dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme im Auftrag des Bundesforschungsministeriums erstellt hat. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Kosten für eine Modernisierung erheblich schwanken können – je nach Bauweise, Bausubstanz und Altersklasse des Bestandsgebäudes sowie je nach angestrebtem Effizienzhausstandard. Für ein exemplarisches Einfamilienhaus, das auf Effizienzhaus-Stufe 55 getrimmt wird, kommt die Studie auf Modernisierungskosten von 1.450 Euro pro Quadratmeter. Bei einem Mehrfamilienhaus belaufen sich die Kosten aufgrund der kompakteren Bauweise auf 750 Euro. Das bedeutet, dass für ein 150 Quadratmeter-Einfamilienhaus Modernisierungskosten von 217.500 Euro zu stemmen wären, für eine 100-Quadratmeter-Wohnung 75.000 Euro.
Daher geben die Autoren zu bedenken, „dass energetische Modernisierungen insbesondere auf ein hohes Effizienzhausniveau nicht nur eine technische, sondern auch eine große finanzielle Herausforderung für die Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer darstellen“. Zum Vergleich haben sie berechnet, was die Modernisierung eines Gebäudes auf die Effizienzhaus-Stufe 115 kosten würde. Tatsächlich fallen die errechneten Investitionen mit 800 Euro pro Quadratmeter (Einfamilienhaus) und 380 Euro (Mehrfamilienhaus) deutlich günstiger aus und bilden somit eine geringere Hemmschwelle.
Interessant ist im Hinblick auf die Diskussion um die Reform des „Heizungsgesetzes“, dass die Studie auch die Investitionskosten für Wärmeerzeuger verglichen hat. Bei einem Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen sei der Einbau einer Gas-Brennwertheizung mit 33.700 Euro „meist am günstigsten“. Während ein Fernwärmeanschluss mit bis zu 57.700 Euro beziffert wird, schlägt der Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe laut Studie je nach baulichen Gegebenheiten mit 30.000 bis 92.900 Euro zu Buche. Die Betriebs- und Folgekosten sind hier nicht berücksichtigt.
Weil jeder Modernisierungsfall anders ist, können Online-Tools zur Berechnung etwaiger Modernisierungskosten sinnvoll sein. Der Interhyp-Sanierungsrechner bietet zum Beispiel die Möglichkeit, verschiedene Angaben zur eigenen Immobilie zu machen wie Baujahr, Wohnfläche, bereits erfolgte Sanierungsmaßnahmen und aktuelle Heizung. Interessierte erhalten eine Tabelle mit sinnvollen Maßnahmen, deren Kosten und eventuellen Fördermöglichkeiten