Wohneigentumsquote auf 20-Jahres-Tief
Eine aktuelle Untersuchung des Pestel-Instituts zeigt: Die Wohneigentumsquote in Deutschland ist auf 43,5 Prozent gefallen und damit so niedrig wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Im europäischen Vergleich bleibt Deutschland Schlusslicht. Als Ursachen gelten vor allem hohe Baukosten und hohe Hürden beim Erwerb, besonders für junge Menschen.
Die Wohneigentumsquote in Deutschland hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Nach einer neuen Studie des Pestel-Instituts leben nur noch 43,5 Prozent der Haushalte in den eigenen vier Wänden. Das ist der niedrigste Wert seit 20 Jahren. Kein anderes Land in Europa hat eine niedrigere Quote.
Ein wesentlicher Grund dafür sind die hohen Baukosten. Laut Studie sind die Herstellungskosten für Wohnungen seit dem Jahr 2000 um 160 Prozent gestiegen. Die allgemeinen Verbraucherpreise legten im selben Zeitraum nur um 64 Prozent zu. Auch die Zinsentwicklung hat den Erwerb von Wohneigentum zuletzt erschwert.
Als Hebel gegen hohe Baukosten gilt der Gebäudetyp E. Er soll schnelleres und günstigeres Bauen auf rechtssicherer Grundlage ermöglichen. Seine Einführung ist bereits im Koalitionsvertrag verankert. Rund anderthalb Jahre später ist er noch nicht umgesetzt. Ein Gesetzentwurf liegt zwar vor, wird aber noch zwischen den Ressorts abgestimmt.
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei jüngeren Menschen. Laut Pestel-Studie wohnen fast drei Viertel der 25- bis 45-Jährigen zur Miete. Für sie sind die Einstiegshürden besonders hoch: Je nach Bundesland fließt ein erheblicher Teil des angesparten Eigenkapitals in die Kaufnebenkosten. Diskutiert werden in diesem Zusammenhang unter anderem Nachrangdarlehen oder Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer.
Wer den Schritt ins Eigentum plant, sollte Finanzierungsmöglichkeiten und Förderprogramme frühzeitig prüfen. Eine individuelle Beratung hilft, die eigenen Spielräume realistisch einzuschätzen.
Verwendete Quellen