Zeitvorsprung durch gut sortierte Unterlagen
Aktuell müssen sich Baudarlehensinteressierte gedulden, bis sie einen Bescheid zu ihrem Kreditantrag erhalten. Kauf- und Bauwillige können aber selbst dazu beitragen, den Prozess zu beschleunigen.
Wer aktuell eine Baufinanzierung anfragt, muss – je nach Kapitalbedarf, Bonität und Kreditinstitut – warten. Bis zu 38 Tagen, hat die Stiftung Warentest herausgefunden. Nur wenige Institute waren in der Lage, nach zwei bis vier Tagen einen Bescheid zu erteilen. Bei ihren Recherchen legten die Warentesterinnen und -tester ein Standardbeispiel zugrunde: Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro und einem Eigenkapitalanteil von 25 % betrug der Finanzierungsbedarf 300.000 Euro. Dass die Bearbeitungszeit so lange dauert, führt die Stiftung Warentest auf mehrere Faktoren zurück: Personalstand, Ferienzeiten oder Sonderaktionen.
Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Bearbeitungsdauer beeinflussen kann, sind die für den Kreditantrag erforderlichen Unterlagen. Gut auf- und vorbereitete Dokumente können eine deutlich schnellere Bearbeitung zur Folge haben, sodass Sie gegenüber Konkurrentinnen und Konkurrenten im Wettbewerb um das begehrte Wunschobjekt im Vorteil sind. Allerdings ist die Liste der benötigten Nachweise recht lang. Jan Gerke, Baufinanzierungsexperte bei Interhyp, nennt drei Kategorien von Unterlagen, die bereitliegen sollten. Zum einen müssen persönliche Dokumente wie ein gültiger Personalausweis oder Reisepass vorhanden sein. Zum zweiten geht es um den Nachweis der Bonität: Müssen Kredite abbezahlt werden und welches Eigenkapital ist vorhanden (Sparguthaben, Wertpapiere, Bausparvertrag)? Gibt es weitere Vermögenswerte wie eine Lebensversicherung oder ein Grundstück? Und als drittes prüfen die Kreditinstitute die Einkommensnachweise, zum Beispiel die letzten Gehaltsabrechnungen oder Einkommensteuerbescheide.
Zu diesen persönlichen Angaben benötigt die Bank dann auch noch ausführliche Unterlagen zum Wunschobjekt. Dazu gehören unter anderem der Entwurf des Kaufvertrags, ein Auszug aus dem Grundbuch und ein Lage- und Katasterplan. Bei Bestandsimmobilien wird ein Exposé mit detaillierter Objektbeschreibung benötigt, dazu Fotos und Grundrisse, ein Nachweis der Gebäudeversicherung, der Energieausweis und anderes mehr. Für Neubauten ist die Vorlage einer Baugenehmigung samt Bauplan, Grundrissen und Baubeschreibung mit Leistungsverzeichnis erforderlich, zudem eine Baukostenschätzung oder der vereinbarte Festpreis und eventuell weitere Unterlagen. Sollen Fördermittel beantragt werden, werden weitere Dokumente benötigt, zum Beispiel der Nachweis einer Energieberatung zur Energieeffizienz des Gebäudes.
Experte Jan Gerke empfiehlt Immobilieninteressierten, bereits vor der ersten Finanzierungsberatung möglichst viele der genannten Unterlagen zu sammeln und zu ordnen, um sie dann ins Beratungsgespräch mitzubringen. Digitale Dokumente sind heutzutage gang und gäbe. Einige Kreditvermittler haben dafür Kundenportale eingerichtet, in denen die Kunden ihre Dokumente hochladen können. Spätestens beim Einreichen des Kreditantrags sollten alle benötigten Nachweise vollständig vorliegen, da das Nachreichen von Unterlagen die Bearbeitung des Kreditantrags verzögert.
Verwendete Quelle
Stiftung Warentest Finanzen, Printausgabe 12/2025: Wie schnell bekomme ich einen Baukredit?