Wie entwickeln sich die Bauzinsen in der Baufinanzierung? Unsere Zins-Charts

Wenn Sie ein Immobiliendarlehen aufnehmen, machen die Zinsen einen großen Teil der Kosten aus. Schon minimale Unterschiede hinter dem Komma können über tausende von Euro oder einige Jahre Kreditlast entscheiden. Daher beobachten wir das aktuelle Zinsniveau und dessen Auswirkungen auf die Baufinanzierungen sehr genau. Sie erhalten von uns sämtliche Informationen. Wir zeigen Ihnen, was der aktuelle Anstieg bei den Zinsen bei einem Baudarlehen für Sie bedeutet. Fragen Sie gerne eine Finanzierung bei uns an!

von Britta Barlage in München, aktualisiert 11.05.2022

Zinsentwicklung und Expertenmeinungen: Hier finden Sie wichtige Infos & aktuelle Bauzinsen

Das Wichtigste in Kürze

Zwar ist das Zinsniveau immer noch günstig, aber aktuell steigen die Zinsen rapide. Seit Beginn des Jahres haben sich die Zinsen für Darlehen mit zehnjähriger Zinsfestschreibung mehr als verdoppelt.

Anfang Mai kosten Darlehen mit einer Zinsbindung von zehn Jahren im Durchschnitt 2,6 %. Der Ukraine-Krieg und die Corona-Pandemie haben immer noch massiven Einfluss auf die Märkte: So sorgt der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine für Lieferengpässe, höhere Rohstoffpreise und allgemeine Unsicherheit. Die dadurch historisch hohe Inflation von mehr als 7 % in der Eurozone und über 8 % in den USA setzt die Notenbanken unter Druck, die ultralockere Geldpolitik trotz konjunktureller Risiken nun doch zu beenden.

Expertinnen und Experten gehen derzeit davon aus, dass die Zinsen auf Halbjahres- und Jahressicht weiter steigen werden. Nutzen Sie daher jetzt noch die Niedrigzinsphase!

Wie geht es weiter?

  • Berechnen Sie mögliche Konditionen für die Finanzierung.
  • Lassen Sie sich unverbindlich beraten.
  • Beobachten Sie Ihren persönlichen Zins mit unserem Zinsradar.
  • Bleiben Sie über Zinsen und Baufinanzierung auf dem Laufenden mit unserem Newsletter.

Früher und heute: Unsere Zins-Charts zeigen Immobilienzinsen im Vergleich

Die Zinsen für Baufinanzierungen waren in den vergangenen 40 Jahren nie auf einem so niedrigen Niveau wie in den letzten Jahren. Für 2022 werden nun steigende Bauzinsen erwartet.
Auch wenn letztlich niemand sagen kann, wie sich die Zinsen genau entwickeln, empfehlen wir: Sollten Sie den Bau oder Kauf einer Immobilie planen, warten Sie nicht zu lange und nutzen Sie jetzt die günstigen Immobilienzinsen für sich. Natürlich sollten Sie dennoch die Finanzierung gut überlegen und sich beraten lassen.

Jetzt Top-Konditionen sichern!

Sichern Sie sich die im historischen Vergleich noch immer sehr niedrigen Zinsen. Für Ihre Baufinanzierung lohnt sich der Zinsvergleich. Denn mit Interhyp nutzen Sie den idealen Zeitpunkt für Ihre Finanzierung. Und Ihre Beraterin oder Ihr Berater bietet Ihnen die passende Lösung aus den Angeboten von über 500 Darlehensgebern.

Interhyp-Bauzins-Trendbarometer

Nachdem viele Expertinnen und Experten nach dem Anstieg der vergangenen Wochen vorerst kein großes weiteres Aufwärtspotenzial sahen, haben sich diese Prognosen nun geändert. Die Mehrheit der Fachleute ist sich einig, dass es sowohl kurzfristig als auch im Verlauf des Jahres mit den Konditionen weiter bergauf gehen wird.

*Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben wir Experten der Allianz, Commerzbank, Deutschen Bank, DKB Deutsche Kreditbank, Hypovereinsbank, ING Deutschland, MünchenerHyp, PSD RheinNeckarSaar, Santander und Sparkasse Hannover befragt. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort "gleichbleibend", "fallend" oder "steigend" angegeben haben.
Das Bauzins-Trendbarometer gibt Ihnen eine Prognose, wie sich die Zinsen für Baudarlehen entwickeln. Sie erhalten einen ersten Eindruck über die Lage am Markt und entscheiden dadurch vielleicht sogar, wann der richtige Zeitpunkt für Sie gekommen ist.

Interhyp-Zinsbericht

Interhyp gibt im monatlichen Interhyp-Zinsbericht eine Einschätzung zu den Immobilienzinsen aktuell und eine Prognose zur kommenden Zinsentwicklung. Interhyp befragt zudem ein Expertenpanel von zehn namhaften deutschen Kreditinstituten zur Einschätzung der Hypothekenzinsen: Wie werden sich die zehnjährigen Baugeldzinsen kurz- sowie mittel- und langfristig entwickeln? Mit diesen Informationen lassen sich die Zinsen für Baudarlehen im Vergleich deutlich leichter beurteilen. So können Sie sich für Ihr Baudarlehen Konditionen sichern, die für Sie besonders günstig sind - oder auf Basis unserer Prognose auf bessere Konditionen warten. Das Ergebnis der aktuellsten Befragung finden Sie immer auch hier auf unserer Seite. Erfahren Sie mehr zu den Zinsen für Immobilienkredite - und zu den Auswirkungen auf die Hausfinanzierung.

Zinsbericht und Interhyp-Bauzins-Trendbarometer Mai 2022:

Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft der Interhyp AG: "Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges haben den Zinsanstieg bei Immobiliendarlehen im April nochmals beschleunigt. Auf Monatssicht haben sich Darlehen um 0,5 Prozentpunkte verteuert. Eine Hauptursache der Zinswende bleibt die Inflation, die unter anderem durch corona- und kriegsbedingte Produktions- und Lieferengpässe sowie Rohstoffknappheit angeheizt wird. Die amerikanische Notenbank FED hat am 4. Mai mit einem weiteren Zinsschritt um 0,5 Prozentpunkte ein deutliches geldpolitisches Zeichen gesetzt, Von der europäischen Zentralbank EZB wird nun bereits im Sommer ein erster Zinsschritt erwartet – nach sechs Jahren Nullzinspolitik. Auch wenn die Märkte die Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik größtenteils eingepreist haben, sehen die monatlich von uns im Interhyp Bauzins-Trendbarometer befragten Expertinnen und Experten weiteres Aufwärtspotenzial. Bis Jahresende halten die meisten 3 % für wahrscheinlich."
Angesichts des seit Jahren stattfindenden Preisanstiegs auf dem Immobilienmarkt finden viele Mieterinnen und Mieter, eine eigene Immobilie sei mittlerweile unerschwinglich. Das haben wir in einer aktuellen Studie unter 1.000 Käuferinnen und Käufern sowie Immobilieninteressentinnen und -interessenten herausgefunden. Die Mehrheit bezeichnet die Preise als abschreckend und viele Mietende halten den Immobilienerwerb in der eigenen Region für gar nicht oder kaum noch leistbar.
Mit den steigenden Kaufpreisen gehen seit Jahren immer höhere Finanzierungsaufwendungen einher. Der nun deutliche Zinsanstieg für Immobiliendarlehen seit Jahresanfang von einem auf über 2,5 % verschärft die Situation für potenzielle Käufer und Käuferinnen zusätzlich. Wurde ein Teil des Kaufpreisanstiegs in den letzten Jahren von niedrigen oder sinkenden Zinsen zumindest teilweise kompensiert, erhöhen sich die Kreditraten nun durch zwei Faktoren – steigende Preise und steigende Zinsen.
Mehr als jede/r dritte Befragte (36 %) in unserer Studie hat Angst, ob und wie er diese hohe Belastung stemmen soll. Wir können diese Sorge verstehen, raten jedoch, rational vorzugehen. Unsere Erhebung hat nämlich ebenso gezeigt, dass die Einschätzung der Leistbarkeit oft auf Vermutungen und nicht auf genauen Berechnungen fußt. So ärgerlich insbesondere aktuell die stark steigenden Zinsen bei Immobiliendarlehen sind – im historischen Vergleich sind die Konditionen noch immer niedrig. Vor zehn bis 15 Jahren waren durchaus auch 3 bis 4 % üblich, vor rund 20 Jahren 5 bis 6 %.

Wie erhalten Sie Top-Zinsen?

Wenn Sie Geld anlegen, werden die Konditionen klar angezeigt, beim Tagesgeld oder Festgeld. Ebenso wenn Sie ein Girokonto anlegen. Oft finden Sie leicht Banken, die Ihnen gute Zinsen anbieten. Wenn Sie eine Immobilie finanzieren, ist das anders. Denn viele Faktoren beeinflussen den Zinssatz. Das ist zum einen der aktuelle Marktzins, aber es fließen auch weitere Punkte in die Berechnung ein:
  • Beruf
    Banken mögen es, wenn Darlehensnehmer beruflich gut abgesichert sind, da sie dann ein geringeres Risiko bei der Rückzahlung darstellen. Daher erhalten Beamte und Beamtinnen oft Top-Zinsen. Selbstständige oder Rentner und Rentnerinnen müssen hingegen mit einem höheren Zinssatz rechnen
  • Bonität
    Wie sicher kann jemand sein Darlehen zurückzahlen? Banken prüfen Ihre Einkommenssituation genau. Mit Ihrer Einwilligung holt die Bank auch eine SCHUFA-Auskunft ein, um Ihr Zahlungsverhalten einzuschätzen. Je besser Ihre Bonität eingeschätzt wird, desto eher erhalten Sie Top-Zinsen.
  • Wohnort
    Viele Banken arbeiten regional begrenzt. Deshalb müssen Sie die Postleitzahl angeben. Zusätzlich prüfen die Banken, wie es um Angebot und Nachfrage in der jeweiligen Region steht. Sie kennen das: Manche Regionen und Lagen sind beliebter als andere. Je gefragter eine Immobilie ist, desto schneller findet sie einen Käufer / eine Käuferin. Und desto besser sind die Zinsen. Schließlich sinkt bei gefragten Immobilien das Risiko für die Banken, dass sie ihr Geld nicht zurückerhalten.
  • Höhe des Darlehens
    Viele Banken vergeben Top-Zinsen nur für bestimmte Mindest- oder Höchstsummen. In diesem Korridor sind Top-Zinsen zu erwarten, für niedrigere oder höhere Darlehenssummen steigt der Zinssatz.
  • Eigenkapital
    Als Faustregel gilt: Je weniger Sie das Darlehen benötigen, desto eher erhalten Sie Top-Zinsen. Denn umso mehr Geld Sie haben, desto geringer ist das Risiko der Bank. Daher hält viel Eigenkapital den Zinssatz niedrig.
  • Sollzinsbindung
    Keine Bank kann voraussehen, wie sich die Zinsen in Zukunft entwickeln. Eine lange Laufzeit der Zinsbindung kostet daher einen Zinsaufschlag. Derzeit sind die Zinsen niedrig. Daher empfiehlt es sich trotz Aufschlag: Sichern Sie sich die günstigen Konditionen für möglichst viele Jahre.
  • Tilgungshöhe:
    Wenn Sie bereits am Anfang viel zurückzahlen, zahlen Sie das Darlehen insgesamt schneller zurück. Das verringert das Risiko der Bank und wird mit Top-Zinsen belohnt. Entscheiden Sie sich für ein Volltilger-Darlehen? Dann erhalten Sie meist einen Abschlag auf den Zinssatz. Auch auf diesem Weg können Sie sich Top-Zinsen sichern. Bitte vergleichen Sie die verschiedenen Darlehensarten sehr sorgfältig.
  • Sondervereinbarungen:
    Um Ihre Immobilie bestmöglich zu finanzieren, können einige zusätzliche Vereinbarungen helfen, etwa:
    - eine möglichst lange Phase ohne Bereitstellungszinsen
    - kostenlose Sondertilgungen
    - die Möglichkeit, die Tilgungshöhe anzupassen.
    Nicht jeder Darlehensgeber bietet diese Möglichkeiten, und auch die Konditionen können stark schwanken. Nur wenn Sie wirklich viele Angebote vergleichen, erhalten Sie ein individuell zugeschnittenes Darlehen mit Top-Zinsen
  • Marge der Bank
    Jede Bank erhebt einen Aufschlag auf den Marktzinssatz. Damit decken sie ihre Kosten und erwirtschaften ihren Gewinn. Auch daher gilt es, möglichst viele Angebote von Banken zu vergleichen.
In der Regel berücksichtigt jede Bank diese Faktoren, um den Zinssatz für ein Angebot zu bestimmen. Doch nicht jede Bank bewertet Ihre individuelle Situation gleich.
Ihr Nachbar / Ihre Nachbarin erhält Top-Zinsen von Bank A? Dann muss das für Sie nicht gelten und vielleicht bietet für Sie Bank B den besseren Zinssatz. Daher ist der Vergleich so wichtig.
Bei uns erhalten Sie ihn ganz unverbindlich. Die Expertinnen und Experten von Interhyp sind an keine Bank und kein bestimmtes Produkt gebunden. Sie handeln in Ihrem Interesse. Gemeinsam vergleichen Sie Angebote von über 500 Anbietern. So finden Sie bestimmt Ihren persönlichen Top-Zins und eine Immobilienfinanzierung, die zu Ihnen und Ihren Wünschen passt - und Ihnen den Traum vom eigenen Haus erfüllt.
Generell nutzt jede Bank diese Faktoren, um den Zinssatz für das Angebot zu bestimmen. Doch nicht jede Bank bewertet Ihre individuelle Situation gleich. Wenn Ihr Nachbar Top-Zinsen von Bank A erhält, kann für Sie Bank B den besseren Zinssatz im Angebot haben. Nutzen Sie deshalb unbedingt die Möglichkeit zu einem kostenlosen und unverbindlichen Vergleich. So finden Sie die Bank, die Ihnen für Ihren Traum vom Haus die besten Hypothekenzinsen anbietet. Die Baufinanzierungsexperten von Interhyp sind an keine Bank und kein bestimmtes Produkt gebunden. Sie nehmen gemeinsam mit Ihnen einen Vergleich der Angebote von mehr als 500 Anbietern zur Baufinanzierung vor. So finden Sie immer Ihren persönlichen Top-Zins und eine Immobilienfinanzierung, die zu Ihnen und Ihren Wünschen passt.
Wichtig: Auch wenn die Hypothekenzinsen beziehungsweise Bauzinsen aktuell niedrig sind. Schließen Sie nichts voreilig ab. Planen Sie vielmehr wohlüberlegt. Und dazu gehört ein sorgfältiger Vergleich der Banken. Nutzen Sie den Zinsbericht von Interhyp, um auf dem Laufenden zu bleiben. Gut beraten sind Sie nur mit objektiven Expertinnen und Experten, die Sie über mögliche Darlehensvarianten aufklären und mit allen wichtigen Informationen versorgen.

Kurz und knapp: Das sagen die Expertinnen und Experten

Die von uns befragten Expertinnen und Experten sehen in Anbetracht der Inflation und der reagierenden Notenbanken mehrheitlich ein anhaltend hohes Zinsniveau. Im weiteren Jahresverlauf geht es nach Meinung der Mehrheit weiter bergauf. Die meisten halten 3 % für zehnjährige Darlehen für wahrscheinlich.

Allianz

"Die Inflation ist gekommen, um zu bleiben, zumindest nach Einschätzung vieler Marktbeobachter. Und der Geldbedarf der Staaten erhöht sich durch den Krieg in der Ukraine drastisch. Ein Teil wird in den Wiederaufbau fließen, aber große Summen werden in die Rüstung fließen, was schon vor 40 Jahren als inflationstreibend galt. Wenn die Zinsen im Euroland nicht steigen, wird durch den schwachen Euro zusätzlich auch noch eine importierte Inflation zu beobachten sein. Ein Zinsanstieg ist somit das wahrscheinliche Szenario, auch wenn dies für Zombieunternehmen das Aus bedeutet."

Commerzbank

"Immer mehr zeichnet sich ab, dass die EZB vielleicht schon im Juli ihre Leitzinsen anheben könnte. Inzwischen drängen EZB-Falken schon auf frühere Zinserhöhungen. So plädierte der Notenbankpräsident von Lettland, Kazaks, und Bundesbankpräsident Nagel für eine Zinserhöhung im Juli. Die Marktteilnehmer preisen inzwischen eine Zinsstraffung um 25 Basispunkten im Juli ein. Danach werden noch knapp drei Zinserhöhungen bis Jahresende erwartet. Die bevorstehenden Leitzinserhöhungen und das weiter inflationäre Umfeld dürften zu einer Fortsetzung des Renditeanstiegs führen. Zeichnen sich erste EZB-Zinserhöhungen realistischer ab und zeigt die Rückführung der Wertpapierneukäufe Wirkung, ist ein weiterer Renditeanstieg zu erwarten. Zudem gibt es Gegenwind vom US-Bondmarkt (Fed-Zinserhöhungen, Bilanzverkürzung) und auch andere Notenbanken, wie die Bank of England, bringen die EZB unter Zugzwang. Wir rechnen bis Jahresende mit höheren Renditen."

Deutsche Bank

"Vor dem Hintergrund einer rekordhohen Inflationsrate und einer möglicherweise schnelleren Zinswende der EZB sind die Kapitalmarktzinsen zuletzt deutlich gestiegen. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen stieg dabei das erste Mal seit 2015 wieder auf über 1 Prozent. Hypothekendarlehen dürften sich dementsprechend weiter verteuern."

DKB Deutsche Kreditbank

"Der deutliche Zinsanstieg am Kapitalmarkt hat sich die letzten vier Wochen weiter fortgesetzt. Nach wie vor gibt die EZB wenig Einblicke in ihrer weiteren Vorgehensweise zu möglichen Leitzinserhöhungen. Aufgrund der vielen Sonderfaktoren versucht die EZB sich möglichst viele Optionen offen zu halten, wobei der Markt mehrheitlich die erste Zinserhöhung spätestens im Herbst erwartet. Nach dem sehr dynamischen Zinsanstieg seit Anfang des Jahres erwarten wir eine Stabilisierung der Kapitalmarktzinsen in den nächsten Wochen."

HypoVereinsbank

"Anhaltend hoher Inflationsdruck, steigende Inflationserwartungen und eine bislang relativ robuste Konjunkturentwicklung werden es der EZB erlauben, im Spätsommer mit dem Zinsanhebungszyklus zu beginnen. In diesem Umfeld dürfte das gesamte Zins- und Renditeniveau noch etwas weiter nach oben driften. Erst im Laufe des kommenden Jahres ist mit einer Entspannung und wieder fallenden Renditen zu rechnen, wenn abnehmende Inflationsraten zu einem Abbau der zu aggressiven Leitzinsanhebungserwartungen im Markt führen."

ING Deutschland

"Trotz zugenommener wirtschaftlicher Unsicherheit sind die Notenbanken weltweit auf Normalisierungskurs. Auch die EZB ist jetzt auf den Pfad der Normalisierung gekommen. Viel ist schon eingepreist, aber wenn die EZB im Sommer die Zinsen erhöht, werden wohl auch die Kapitalmarktzinsen weiter steigen."

Münchener Hyp

"Die EZB stellt für Juli nun die erste Zinserhöhung in Aussicht und dürfte ihre Geldpolitik im Jahresverlauf und 2023 weiter straffen, um die Inflationserwartungen zu dämpfen. Für die zweite Jahreshälfte sollten die hohen Verbraucherpreise für Energie und Nahrungsmittel den Konsum abschwächen und auch in der Industrie verstärkt Bremsspuren aufgrund hoher Energie- und Rohstoffpreise auftreten. Auch die Bautätigkeit dürfte in 2023 unter den hohen Preisen und Zinsen leiden und für schwächeres Wirtschaftswachstum sorgen und deswegen den weiteren Zinsanstieg für Baudarlehen bremsen. Kaum prognostizierbar bleibt die Entwicklung in der Ukraine und die weiteren Auswirkungen auf Europa."

PSD Bank RheinNeckarSaar

"Die Notenbanken haben in den vergangenen Dekaden enorme Geldmengen produziert. Insbesondere seit der Coronakrise hat sich dieses Volumen nochmals fast verdoppelt. Dieser Überhang ist ursächlich für die massiv steigenden Güter- und Produzentenpreise, weil der immer größer werdenden Geldmenge eine nicht ausreichend große Warenmenge gegenübersteht. Auch steuerliche Komponenten verteuern die Energiepreise. Zusammen mit der Ukrainekrise und deren Sanktionen sind die Folgen für die Wirtschaft sehr einschneidend. Dies sollte sich auch nicht zeitnah entspannen. Wir rechnen mittelfristig mit weiter anziehenden Zinsen als Folge der beschriebenen Rahmenbedingungen. Auch die Realzinsen könnten noch weiter anziehen, sollte die EZB weiter zögernd agieren."

Santander

"Die hohe Inflation erweist sich in den USA, aber auch in Europa und Deutschland als wesentlich hartnäckiger als noch vor wenigen Monaten erwartet. Zudem steigt das Risiko sogenannter Zweitrundeneffekte. Daher wird nicht nur die US-Notenbank ihre Geldpolitik über spürbare Zinserhöhungen und eine Reduzierung ihre Anleihebestände merklich straffen. Auch die Europäische Zentralbank wird die geldpolitische Kehrtwende in den kommenden Monaten beschleunigen und die Leitzinsen bis zum Jahresende voraussichtlich zweimal anheben."

Sparkasse Hannover

"Kurzfristig sprechen die bereits recht aggressiven Zinssteigerungserwartungen bei hohen Konjunkturrisiken für eine Stabilisierung des Zinsniveaus. Mittel- bis langfristig sorgt die Reduktion der Wertpapierkäufe durch die EZB sowie aufkeimende Spekulationen über einen näher rückenden Abbau der Bilanzsumme für weiteren Aufwärtsdruck. Angesichts der absehbaren Abschwächung der Konjunktur bei voraussichtlich leicht rückläufigen Inflationsraten sollte die Dynamik jedoch deutlich an Fahrt verlieren."

Zins- und Marktumfeld

Die Märkte stehen weiterhin unter dem massiven Einfluss des Ukraine-Krieges und der Corona-Pandemie. Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine sorgt für massive Lieferengpässe, höhere Rohstoffpreise und allgemeine Unsicherheit. Energie hat sich in Deutschland stark verteuert. Zusammen mit anderen inflationstreibenden Faktoren blicken viele Länder auf eine historisch hohe Geldentwertung. Im Euroraum schnellte die Inflation im April auf einen Rekordstand von 7,5 % hoch, in Deutschland liegt sie nach vorläufigen Schätzungen bei 7,4 %. In den USA beträgt sie mittlerweile 8,5 %. Die Renditen deutscher Staatsanleihen, die neben der Leitzinspolitik die Bauzinsen beeinflussen, befinden sich seit März deutlich im Plus. Sie liegen bei rund 1 %, nachdem sie sich über Jahre hinweg im Minus bewegt haben.
Angst vor weiteren Krisenherden in ehemaligen Sowjetrepubliken wie Moldau wächst. Die möglichen Nato-Ambitionen Finnlands und Schwedens, über die Mitte Mai gesprochen werden soll, könnten die bereits im Gang befindliche weltpolitische Neuordnung weiter beschleunigen. Die Rolle Chinas im aktuellen Kriegsdebakel ist noch nicht klar erkennbar. Angesichts der fragilen Sicherheitslage und der Angst vor neuen Corona-Wellen sind wichtige Themen wie der Ausgang der Wahl in Frankreich und die weltweit massiven Staatsverschuldungen fast zur Randnotiz geworden.
Obwohl die Wirtschaft massiv unter Krieg und Pandemie leidet – und die Auswirkungen eines möglichen Gas-Stopps sowie die tatsächlichen Kosten der Russlandsanktionen nicht vollumfänglich absehbar sind, müssen die Notenbanken angesichts der Inflation reagieren.
Die amerikanische Notenbank FED hat bei der Sitzung am 4. Mai eine Zinserhöhung um 0,5 Prozentpunkte vorgenommen und eine weitere Straffung der Geldpolitik angekündigt. Auch die europäische Zentralbank EZB, die sich zum Schutz der Wirtschaft bisher gescheut hatte, die Zinspolitik schneller anzupassen, wird reagieren. Beobachter erwarten, dass die Leitzinsen bereits im Sommer angehoben werden und im Jahresverlauf weitere Zinsschritte folgen. Es wird sich zeigen, ob den Währungshütern der Spagat gelingt, die Kaufkraft der Währungen zu erhalten – ohne dass Wirtschaft und Wohlstand einen allzu großen Schaden nehmen.

Interhyp-Expertenrat

Besonnenheit lautet mehr denn je das Gebot der Stunde. Eine gute Vorbereitung macht den Unterschied. Wer einen Immobilienkauf erwägt, sollte zunächst einen Kassensturz machen und konkret ermitteln, wie viel Geld als Eigenkapital und für die laufende Finanzierung zur Verfügung steht. Der jüngste Kaufpreisanstieg in Kombination mit steigenden Finanzierungskosten hat besonders in Metropolen dazu geführt, dass Kaufinteressentinnen und -interessenten mit deutlich höheren monatlichen Kreditraten rechnen müssen. In kleineren Städten und ländlicheren Regionen fällt der Anstieg naturgemäß moderater aus. Welche Auswirkungen das aktuelle Zinsumfeld jedoch konkret hat, lässt sich nur individuell herausfinden. Mieter und Mieterinnen sollten daher die Mühe nicht scheuen, den Immobilienerwerb auch im Frühjahr 2022 zunächst genau zu kalkulieren. Rechner helfen dabei, sowohl die finanzielle Leistungsfähigkeit zu ermitteln als auch mögliche Finanzierungsvarianten. Sollte sich herausstellen, dass der Erwerb von Wohneigentum realistisch ist, helfen unsere Finanzierungsberaterinnen und -beraterb dabei, das Vorhaben zu konkretisieren. Wir raten weiterhin zu Anfangstilgungen von 3 % und mehr sowie Zinsfestschreibungen, die ausreichend Sicherheit bieten, etwa 15 Jahre und länger. Eigentümerinnen und Eigentümer mit laufenden Krediten sollten dringend ihre Anschlussfinanzierung prüfen. Noch ist es vielfach nicht zu spät, durch Forward-Kredite eine spätere Verteuerung der Raten zu verhindern.

Darlehenszinsen im Allgemeinen - das sollten Sie wissen

Die Darlehenszinsen sind ein aktuell großes Thema. Denn noch immer sind die Kreditzinsen auf einem äußerst geringen Niveau. Dies gilt keinesfalls nur für die Bauzinsen. Sie erhalten beispielsweise auch Ratenkredite zu aktuell sehr niedrigen Zinssätzen. Bevor Sie einen Kredit aufnehmen, sollten Sie jedoch einiges über Darlehenszinsen wissen.

Wonach richtet sich die Höhe der Darlehenszinsen?

Die Höhe der Darlehenszinsen wird von mehreren Faktoren maßgeblich beeinflusst. Dazu zählen sowohl innere als auch äußere Faktoren, insbesondere:
  • Leitzinsen bzw. allgemeines Zinsniveau am Markt
  • Darlehensart
  • Bonität des Kunden / der Kundin
  • Darlehenssumme und Laufzeit
  • Sicherheiten
Für Sie interessant: Die Darlehenszinsen hängen auch von der Kreditart ab. So zahlen Sie beispielsweise für einen Dispositionskredit auch 2021 noch Zinssätze von teilweise zehn, elf oder sogar zwölf Prozent. Einen Ratenkredit erhalten Sie hingegen im günstigsten Fall sogar zu einem Zins von unter zwei Prozent. Noch günstiger sind derzeit Immobilienkredite. Denn sie werden mittlerweile schon zu vorteilhaften Zinssätzen vergeben.

Wie werden die Darlehenszinsen berechnet?

Sie berechnen Darlehenszinsen relativ einfach. Sie benötigen dazu lediglich die gewünschte Kreditsumme, die Laufzeit des Darlehens sowie den Zinssatz, den die Bank veranschlagt. Auf dieser Grundlage können Sie den zu zahlenden Darlehenszins berechnen, ebenso wie die monatliche Kreditrate.
Bei einem Immobilienkredit kommt als Besonderheit hinzu: Die Höhe der zu zahlenden Darlehenszinsen nimmt im Laufe der Jahre ab. Dies geschieht durch die Tilgungsverrechnung, die meist monatlich stattfindet.
Sie bewirkt nämlich, dass Ihre Restschuld um die bereits geleistete Tilgung reduziert wird. Denn die Darlehenszinsen werden bei einem Hypothekenkredit ausschließlich auf Grundlage der aktuellen Restschuld ermittelt. Somit wird die Zinssumme im Laufe der Zeit immer geringer. Auf der anderen Seite erhöht sich die Tilgung, wenn Sie sich für ein Annuitätendarlehen entschieden haben. Dort bleibt die monatliche Kreditrate nämlich immer gleich, sodass sich nur das Verhältnis von Tilgung und Zinsen verschiebt.
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