Interhyp Wohntraumstudie 2026: Der Wohntraum der Gen Z trifft auf die Realität

München,
  • Der Wohntraum lebt: Das Kaufinteresse der Gen Z ist in den vergangenen Jahren sogar gestiegen
  • Die Gen Z bleibt dran: Wenn der Immobilienkauf zunächst nicht möglich ist, würden 41 Prozent länger oder mehr sparen, 33 Prozent den Kauf verschieben
  • Familie verändert die Ausgangslage: 66 Prozent der kaufinteressierten 23- bis 30-jährigen Mieterinnen und Mieter rechnen mit familiärer Unterstützung beim Immobilienkauf. Mit erwarteter Unterstützung halten 67 Prozent Wohneigentum für machbar, ohne sind es 32 Prozent
  • Politik muss Startbedingungen verbessern: Entlastungen bei der Grunderwerbsteuer und staatliche Nachrangdarlehen würden gerade jungen Menschen stark helfen

Fünf Jahre nach dem ersten Schwerpunkt auf die Gen Z nimmt Interhyp erneut die junge Generation in den Blick. Das Ergebnis: Der Wunsch nach Wohneigentum bleibt stark. Die jungen Menschen sind dafür bereit, länger zu sparen, ihre Pläne zu verschieben oder ihre Vorstellungen vom Wunschobjekt anzupassen. Gleichzeitig zeigt die Wohntraumstudie, wie stark die familiäre Ausgangslage beeinflusst, ob junge Menschen einen Immobilienkauf für machbar halten.

Der Wohntraum lebt, auch bei der Gen Z 

Ein schönes Zuhause bleibt ein zentraler Wunsch der Menschen in Deutschland. 68 Prozent der Mieterinnen und Mieter wünschen sich, einmal im Eigentum zu leben, für rund die Hälfte der Befragten ist die eigene Immobilie ein Lebensziel oder großer persönlicher Traum. Wer bereits Eigentum besitzt, ist mit dieser Entscheidung in 97 Prozent der Fälle zufrieden.

Auch bei der Gen Z ist der Wunsch nach den eigenen vier Wänden stark ausgeprägt. 93 Prozent der 23- bis 30-Jährigen ist ein schönes Zuhause wichtig. Unter den zur Miete wohnenden jungen Menschen ist das Kaufinteresse im Vergleich zu 2021 sogar gestiegen: Damals zählten 73 Prozent der 18- bis 25-jährigen Mieterinnen und Mieter zu den Kaufinteressierten, heute sind es 80 Prozent der 23- bis 30-jährigen Mieterinnen und Mieter. Rund die Hälfte der 23- bis 30-Jährigen sagt zudem, ihr Wunsch nach Eigentum sei in den vergangenen Jahren stärker geworden, nur bei 15 Prozent hat sich der Wunsch abgeschwächt.

Die junge Generation hat den Traum vom eigenen Zuhause keineswegs aufgegeben. Im Gegenteil: Wohneigentum steht auch für viele junge Menschen für Sicherheit und Stabilität in einer Zeit, die von zahlreichen Unsicherheiten geprägt ist. Gleichzeitig trifft der Wohntraum zunehmend auf die Realität. Und dann stellt sich sehr schnell die Frage: Was kann ich mir tatsächlich leisten?, sagt Thomas Kreil, Managing Director Privatkundengeschäft bei Interhyp.

Der Wunsch bleibt, der Weg wird pragmatischer 

Die Antwort der Gen Z auf diese Frage ist nicht, den Wohntraum einfach aufzugeben. Wenn der Immobilienkauf zunächst nicht möglich ist, würden 41 Prozent der 23- bis 30-jährigen Mieterinnen und Mieter mit Kaufwunsch länger oder mehr sparen und 33 Prozent den Kauf auf einen späteren Lebensabschnitt verschieben. Nur fünf Prozent würden sich bewusst auf ein langfristiges Leben zur Miete einstellen.

Auch beim Wunschobjekt zeigt sich die junge Generation kompromissbereit: 65 Prozent der Kaufinteressierten 23- bis 30-Jährigen könnten sich vorstellen, außerhalb oder ländlicher zu wohnen, 41 Prozent würden weniger Wohnfläche akzeptieren und 40 Prozent einen anderen Immobilientyp wählen.

Die Gen Z ist bereit zu sparen, zu warten und bei der Immobilie Kompromisse einzugehen. Das widerspricht auch dem verbreiteten Klischee einer Generation, der Disziplin oder Verzicht gerne abgesprochen werden. Unsere Studie zeigt vielmehr: Der Wunsch nach Eigentum ist da, aber die jungen Menschen gehen sehr realistisch mit ihren Möglichkeiten um, sagt Kreil.

Die finanzielle Vorbereitung spielt eine wichtige Rolle. 23- bis 30-jährige Eigentümerinnen und Eigentümer berichten rückblickend, durchschnittlich rund acht Jahre für Wohneigentum gespart zu haben. Gleichaltrige Mieterinnen und Mieter mit Kaufwunsch, die derzeit sparen, tun dies bislang durchschnittlich seit 4,7 Jahren. 31 Prozent der jungen Eigentümerinnen und Eigentümer legten regelmäßig eine feste Rate zurück, bei den gleichaltrigen Mieterinnen und Mietern mit Kaufwunsch sind es 19 Prozent. Gleichzeitig zeigt die Studie: Wer wenig oder gar nicht für Wohneigentum spart, nennt vor allem begrenzte finanzielle Spielräume durch das eigene Einkommen und hohe Lebenshaltungskosten als Gründe.

Familiäre Unterstützung verändert die Ausgangslage 

Gerade beim Aufbau von Eigenkapital stehen junge Menschen vor einer Herausforderung. Ein Blick in die Finanzierungspraxis von Interhyp zeigt die Größenordnung: Junge Käuferinnen und Käufer im Alter von 18-30 Jahren bringen aktuell im Schnitt rund 95.000 Euro Eigenkapital in ihre Finanzierung ein.

Wie junge Kaufinteressierte selbst auf ihre finanziellen Möglichkeiten blicken, zeigt die Wohntraumstudie: Nur rund die Hälfte der 23- bis 30-jährigen Mieterinnen und Mieter mit Kaufwunsch hält den Erwerb von Wohneigentum für sicher oder eher möglich.

Die spannende Frage ist also: Was macht den Unterschied? Warum erscheint der Immobilienkauf für die einen erreichbar und für die anderen nicht?

Ein Faktor, der mit dieser Einschätzung eng zusammenhängt, ist die Familie. 66 Prozent der kaufinteressierten 23- bis 30-jährigen Mieterinnen und Mieter rechnen mit familiärer Unterstützung beim Immobilienkauf. Gemeint ist dabei ausdrücklich nicht nur ein mögliches Erbe. Familiäre Unterstützung kann beispielsweise auch eine Schenkung, ein privates Darlehen, eine Bürgschaft oder eine andere Form der Unterstützung sein.

Der Unterschied bei der wahrgenommenen Machbarkeit ist deutlich: Von den jungen Kaufinteressierten ohne erwartete familiäre Unterstützung halten 32 Prozent Wohneigentum für machbar. Unter denjenigen, die Unterstützung erwarten, sind es 67 Prozent.

Familiäre Unterstützung ist keine Voraussetzung für Wohneigentum. Rund ein Drittel der jungen Eigentümerinnen und Eigentümer hat den Kauf ohne diese Hilfe geschafft. Aber unsere Daten zeigen einen deutlichen Zusammenhang: Wer Unterstützung aus der Familie erwarten kann, hält den eigenen Immobilienkauf sehr viel häufiger für machbar. Wenn die familiäre Ausgangslage so stark mit der wahrgenommenen Erreichbarkeit des eigenen Zuhauses zusammenhängt, ist das ein Signal, das wir ernst nehmen sollten, sagt Thomas Kreil.

 

Machbarkeit beginnt mit einem realistischen Plan 

Für Interhyp folgt daraus zweierlei: Zum einen braucht es bessere strukturelle Startbedingungen. Zum anderen lohnt es sich für Kaufinteressierte, frühzeitig Klarheit über die eigenen finanziellen Möglichkeiten zu schaffen.

Zwischen dem Gefühl „Ich kann mir Wohneigentum nicht leisten“ und einer tatsächlich durchgerechneten Finanzierung liegt ein Unterschied. Unser Rat ist deshalb immer mit der Frage zu beginnen: Welche Rate kann ich langfristig tragen, wie viel Eigenkapital kann und will ich einsetzen und welcher Immobilienpreis ergibt sich daraus? Wenn ich meine finanziellen Möglichkeiten im Detail kenne, kann ich deutlich gezielter auf Immobiliensuche gehen, sagt Kreil.

Politik muss die Startbedingungen verbessern 

Individuelle Finanzierungsplanung allein kann strukturelle Einstiegshürden jedoch nicht beseitigen. Gerade Erwerbsnebenkosten stellen für junge Kaufinteressierte eine zusätzliche Hürde dar, weil sie in der Regel aus eigenen Mitteln getragen werden müssen. Interhyp spricht sich deshalb unter anderem für Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer für Ersterwerber aus. Auch staatliche Bürgschaften sowie eigenkapitalersetzende oder zinsvergünstigte Nachrangdarlehen können Haushalte unterstützen, die über ein stabiles Einkommen verfügen, denen aber ausreichend Eigenkapital fehlt.

Wir sehen ganz klar: Junge Menschen wünschen sich Wohneigentum. Aber Eigeninitiative allein kann nicht alle strukturellen Hürden ausgleichen. Hier ist die Politik gefragt. Wir brauchen Entlastungen bei den Erwerbsnebenkosten und Instrumente, die gerade Haushalten ohne großes Familienkapital den Einstieg erleichtern. Damit der Traum vom eigenen Zuhause für junge Menschen nicht nur ein Traum bleibt, sagt Kreil.

 

Über die Interhyp Wohntraumstudie:

Seit dem Jahr 2011 führt Interhyp die Wohntraumstudie durch. Die Studie untersucht regelmäßig die Wünsche, Einstellungen und Einschätzungen der Menschen in Deutschland rund um Wohnen und Wohneigentum.

Methodik 2026: Insgesamt wurden im Zeitraum vom 18.8. bis 1.9.2026 1.523 Menschen befragt. Um belastbare Aussagen zur jungen Generation treffen zu können, wurde deren Anteil in der Stichprobe gezielt erhöht. Unter den Befragten sind 407 Personen zwischen 23 und 30 Jahren sowie 173 Personen zwischen 18 und 22 Jahren. Für repräsentative Aussagen zur Gesamtbevölkerung wurde dieser Gen-Z-Boost durch eine statistische Gewichtung ausgeglichen.

Über Interhyp: 

Die Interhyp Gruppe ist eine der führenden Adressen für private Baufinanzierungen in Deutschland. Mit den Marken Interhyp, die sich direkt an die Endkundinnen und -kunden richtet, und Prohyp, die sich an Einzelvermittlerinnen und -vermittler und institutionelle Partner wendet, hat das Unternehmen 2025 ein Finanzierungsvolumen von 26,4 Milliarden Euro erfolgreich bei seinen über 500 Finanzierungspartnern platziert. Dabei verbindet die Interhyp Gruppe die vielfach ausgezeichnete Kompetenz ihrer Finanzierungsspezialistinnen und -spezialisten mit der Leistungsfähigkeit der eigenentwickelten Baufinanzierungsplattform HOME sowie kundenorientierten Digitalangeboten. Die Interhyp Gruppe beschäftigt rund 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist an über 140 Standorten persönlich vor Ort für ihre Kundinnen und Kunden und Partner präsent.

Pressekontakt: 

Valeria Honal, Senior Unternehmenssprecherin, Interhyp AG, August-Everding-Straße 24, 81671 München, Telefon: +49 (89) 20307 1281⁠(öffnet in neuem Fenster), E-Mail: presse@interhyp.de⁠(öffnet in neuem Fenster); https://www.interhyp.de⁠(öffnet in neuem Fenster)