Immobilienpreise: Seitwärtsbewegung setzt sich fort
Der Interhyp-Immobilienpreisindex zeigt im Februar erneut eine leichte Korrektur. Während einzelne Metropolen zulegen, stagniert der Gesamtmarkt – und steigende Zinsen bleiben ein Unsicherheitsfaktor.
Der Interhyp-Immobilienpreisindex zeigt seit dem vergangenen Sommer eine Seitwärtsbewegung: Auf leichte Anstiege folgen leichte Rückgänge – im Februar zog der Gesamtmarkt um 0,1 % zurück, nachdem die Preise im Januar noch etwas angezogen hatten. Regional zeigt sich ein differenziertes Bild: Während München (+1,1 %) und Berlin (+0,3 %) im Vergleich zum Vormonat zulegten, gaben Köln (-0,5 %), Leipzig (-0,4 %) und Stuttgart (-0,2 %) nach. Ursache der Seitwärtsbewegung ist die angespannte wirtschaftliche und geopolitische Lage, die bei Kaufinteressierten zu Zurückhaltung führt.
Auch der Blick auf externe Studien und Daten zeichnet ein gemischtes Bild. Die Preisdelle, die der russische Überfall auf die Ukraine und der nachfolgende Zinsanstieg ausgelöst hatten, ist laut Institut der deutschen Wirtschaft IW Köln weitgehend ausgeglichen: Im Jahr 2025 stiegen die Preise für Wohnungen um 3,8 % sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser um 2,8 %. Für 2026 erwarten Immobilienexpertinnen und -experten laut einer Reuters-Umfrage ein Plus von 3,3 %, für 2027 und 2028 jeweils rund 3 %. Strukturell bleibt die Lage angespannt: Das Forschungsinstitut Empirica warnt, dass der kollabierte Neubau und die fortschreitende Haushaltsverkleinerung die Wohnraumknappheit weiter verschärfen – trotz stagnierender Bevölkerungszahlen. Sowohl IW Köln als auch Empirica rechnen mit weiterhin kräftig steigenden Mieten.
Für Kaufinteressierte bleibt das Zinsumfeld der entscheidende Faktor. Die Baugeldzinsen für 10-jährige Zinsbindungen liegen aktuell bei etwa 3,6 %, ziehen aber bereits wieder an – getrieben von gestiegenen Renditen der Staatsanleihen, die durch den Konflikt im Nahen Osten ausgelöste Inflationssorgen und drohende Energiepreissteigerungen widerspiegeln. Interhyp-CEO Jörg Utecht rät deshalb, nicht auf weiter sinkende Zinsen zu warten: „Wer eine Immobilie gefunden hat, sollte die Finanzierung jetzt fixieren und nicht auf weitere Rückgänge spekulieren."