Effektive Maßnahmen für mehr Schutz vor Hitze

Porträtfoto von Verena Haag, Senior Finanzierungsberaterin, Interhyp AGvon Verena Haag, Senior Finanzierungsberaterin

Gute Planung, intelligente Baumaßnahmen und vernünftige Verhaltensweisen im Alltag – so bleibt das Raumklima im Wohneigentum auch in sehr heißen Sommern angenehm.


Die Hitzewellen in Deutschland in diesem Sommer haben eine Diskussion entfacht, wie sich Menschen besser vor der heißen Witterung schützen können. Viel trinken ist ein häufiger Ratschlag, den die Deutschen auch beherzigen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden in der letzten Juniwoche während der ersten Hitzewelle in großen Supermarktketten 77 % mehr stilles Wasser und 63 % mehr Sprudelwasser gekauft als in einer durchschnittlichen Sommerwoche der drei Vorjahre. Auch stieg der Speiseeisabsatz um 90 %.

Ein erhöhter Wasser- und Eiskonsum löst jedoch nicht das Problem überhitzter Wohnräume. Laut Statistischem Bundesamt kommen bei Neubauten immer mehr Anlagen zur Kühlung zum Einsatz. Der Begriff umfasst nicht nur Klimaanlagen, sondern auch Deckenkühlungen und Fußbodenheizungen mit Kühlfunktion. Während 2015 nur 1,9 % der damals 105.568 fertiggestellten Wohngebäude mit einer entsprechenden Anlage ausgestattet waren, wuchs der Anteil im Jahr 2025 auf 4,3 % bei 58.885 fertiggestellten Wohngebäuden.

Das Umweltbundesamt befürwortet den Einsatz von Klimageräten nur dann, „wenn nichts mehr hilft“. Ein solches Gerät sollte möglichst klimafreundlich sowie geräuscharm sein und nur sparsam betrieben werden. Günstiger und stromsparender seien Ventilatoren. Ansonsten plädieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Amts dafür, das Alltagsverhalten an die Hitze anzupassen, entsprechende bauliche Maßnahmen zu ergreifen und schon bei der Planung von Gebäuden die heißen Sommertage zu berücksichtigen. Bei den Tipps für den Alltag rät das Umweltbundesamt, die Fenster tags­über geschlossen zu halten und nur zwischendurch stoßweise zu lüften. Zur Unterstützung sollten Sonnenschutzvorrichtungen auf die Tageszeit abgestimmt bedient werden. Abends und nachts könnten die Bewohnenden dann auf Durchzug lüften. Sinnvoll sei es auch, nicht benötigte Elektrogeräte abzuschalten, da diese im Betrieb Wärme erzeugten.

Bei den baulichen Maßnahmen hält das Umweltbundesamt folgende Maßnahmen für sinnvoll: nicht zu große Fenster sowie einen möglichst außenliegenden Sonnenschutz wie zum Beispiel Rollläden und Jalousien. Auch eine gute Wärmedämmung trage zum Hitzeschutz bei. Erd- oder Eisspeicher-Wärmepumpen ermöglichten ein effektives passives Kühlen, da sie die Wärme aus den Räumen ableiteten in das Erdreich oder den Eisspeicher. Schon bei der Planung lassen sich laut Umweltbundesamt die Weichen in Richtung Hitzeschutz stellen. So könnten Dachüberstände und Balkone über Fenstern wirksam die Sonne im Sommer abhalten. Bäume spendeten Schatten und verbesserten das Mikroklima ebenso wie begrünte Fassaden und Dächer. Der Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker Bundesverband e. V. (GIH) spricht sich für ein ähnliches Bündel an Maßnahmen aus. Diese führten nicht nur zu angenehmeren Raumtemperaturen an heißen Tagen, sie könnten auch zu einem gesünderen Raumklima, geringeren Energie- und Kühlkosten sowie einer langfristig zukunftssicheren Immobilie beitragen.


Verwendete Quellen