Wirkung des Bestellerprinzips: Weniger Käuferprovision, mehr Immobilienverkäufe ohne Makler

Seit dem 23. Dezember 2020 dürfen Immobilienmakler vom Käufer höchstens die Hälfte der Gesamtprovision verlangen. In den ersten drei Monaten seit Inkrafttreten hat die Neuregelung bereits Auswirkungen gezeigt.

Zuletzt aktualisiert am 20.05.2021

Immer mehr Immobilienbesitzer verzichten beim Verkauf auf einen Makler.
(München, 20. Mai 2021) Mit der Neuregelung zur Aufteilung der Maklerprovision auf Käufer und Verkäufer beim Immobilienerwerb wollte der Gesetzgeber für einheitliche Marktbedingungen und eine finanzielle Entlastung der Käufer sorgen. Seit dem 23. Dezember gilt: Immobilienmakler dürfen vom Käufer höchstens die Hälfte der Gesamtprovision verlangen, wenn ihr Auftraggeber der Verkäufer ist. Zuvor war die Provisionsteilung in einigen Bundesländern, aber nicht überall marktüblich.
Laut einer Umfrage der Maklergruppe Remax unter den mit dem Unternehmen kooperierenden Maklern hat sich seit Inkrafttreten des neuen Gesetzes das Provisionsgefüge deutlich verschoben. Jeweils gut ein Drittel der befragten Makler berichten von einer sinkenden Käuferprovision bei gleichzeitig ansteigender Verkäuferprovision. In den Bundesländern, wo vormals zumeist der Käufer die volle Provision trug, sei die Verkäuferprovision auf durchschnittlich 2,91 Prozent plus Mehrwertsteuer gestiegen, heißt es in der Marktanalyse.
Offenbar lässt die verstärkte Beteiligung des Verkäufers an den Provisionskosten immer mehr Verkäufer darüber nachdenken, ob sie ihre Immobilie nicht in Eigenregie und ohne Einschaltung eines Maklers vermarkten sollen. Das bestätigt eine Untersuchung des Immobilien-Marktforschungsunternehmens PriceHubble, das mehr als 180.000 Immobilieninserate analysiert hat. "Insbesondere in Hamburg ist die Anzahl privat inserierter Wohnimmobilien um fast 70 Prozent gestiegen. Auch in Bremen und Hessen sind es noch rund 36 Prozent", sagt Christian Crain, Geschäftsführer von PriceHubble Deutschland.
In allen drei Bundesländern war es zuvor üblich, dass der Käufer die gesamte Provision zu tragen hatte. Auch in anderen Bundesländern sei der Anteil privater Immobilienangebote gestiegen. Crain sieht Makler vor der Aufgabe, mehr Aufklärungsarbeit zu leisten und qualitativ hochwertige Zusatzdienstleistungen zu bieten, um verloren gegangene Marktanteile wieder zurück zu gewinnen.
Redaktion: Thomas Hammer

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