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Kleine Haushalte als große Herausforderung am Immobilienmarkt

Der Anteil an Single-Haushalten ist laut einer aktuellen Erhebung des Statistischen Bundesamtes in den letzten Jahren in Deutschland stetig gestiegen. Wohnungsmarktexperten fordern eine bessere Anpassung des Angebots an die veränderten Bedürfnisse.

Experten fordern eine Anpassung des Immobilienangebots an die hohe Nachfrage von Single-Haushalten.

Experten fordern eine Anpassung des Immobilienangebots an die hohe Nachfrage von Single-Haushalten.

(München, 08.08.2019) Immer mehr Menschen leben alleine in ihrer Wohnung - das ist das Ergebnis des aktuellen Mikrozensus, der vom Statistischen Bundesamt durchgeführt wird. Mittlerweile lebt in vier von zehn bundesdeutschen Haushalten nur eine Person. Damit habe sich im Vergleich zum Mikrozensus 1991 innerhalb einer Generation der Anteil an Single-Haushalten verdoppelt, berichten die Statistiker. In weiteren knapp 20 Prozent der Haushalte leben zwei Personen. Damit sind Familienhaushalte mit drei oder mehr Mitgliedern inzwischen eine Minderheit.

Die veränderten Lebensverhältnisse wirken sich langfristig auch auf den Wohnungsmarkt aus, denn mit abnehmender Haushaltsgröße wächst der Bedarf an Wohnungen schneller als die Zahl der Einwohner. So erhöhte sich die Anzahl der in Deutschland lebenden Menschen von 1991 bis 2018 um drei Prozent auf 82,5 Millionen, während im gleichen Zeitraum die Zahl der Haushalte um 17 Prozent zugenommen hat.

Zwar hat die Bauwirtschaft vielerorts bereits auf die veränderte Nachfrage reagiert und den Anteil an 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen erhöht. Doch dies reiche in vielen Städten noch nicht aus, um den stetig steigenden Wohnungsbedarf von Singles und Paaren zu decken, schreibt die NRW-Bank in ihrem letzten Wohnungsmarktbericht. Trotz eines gestiegenen Anteils an kleinen Neubauwohnungen sei zuletzt gerade in diesem Segment der Preisanstieg in Nordrhein-Westfalen besonders kräftig ausgefallen, schreiben die Studienautoren und betonen: "Die Preisentwicklung für kleine Wohnungen weist darauf hin, dass der Neubau kleiner Wohnungen noch nicht ausreicht."

Das niedersächsische Bauministerium weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass aufgrund der demografischen Entwicklung immer mehr ältere Paare und Alleinlebende Wohnraum benötigen. Daher müssten Neubauwohnungen nicht nur bei der Größe, sondern auch bei der Barrierefreiheit an die Bedürfnisse der älteren Generation angepasst werden, sagt der niedersächsische Bauminister Olaf Lies und ergänzt: "In praktisch allen Städten und Gemeinden wird die Zahl der Senioren zunehmen."


Redaktion: Thomas Hammer

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