/ Über Interhyp / Presse / Interhyp-Zinsupdate: Bauzinsen verharren auf Plateau - Eigenkapital wird zum entscheidenden Zins-Hebel
Interhyp-Zinsupdate: Bauzinsen verharren auf Plateau - Eigenkapital wird zum entscheidenden Zins-Hebel
Bauzinsen-Check: Geopolitische Risiken treiben Renditen; Finanzierungskosten bleiben auf hohem Niveau. Der „Zins-Sprung“: Wie mehr Eigenkapital den Zinssatz für das gesamte Darlehen drückt - Interhyp rechnet Sparvorteil vor. Politischer Appell: Interhyp fordert Entlastung bei der Grunderwerbsteuer.
Die politische Lage im Nahen Osten sorgt für anhaltende Nervosität an den Finanzmärkten. Die Folge: Die Renditen der Staatsanleihen ziehen an und halten die Bauzinsen auf einem erhöhten Niveau rund um 4 Prozent für 10-jährige Darlehen.
Kaum Spielraum für sinkende Bauzinsen
Die Experten des Interhyp-Bankenpanels sehen derzeit kaum Spielraum für sinkende Bauzinsen: „Die Kapitalmarktzinsen werden weiterhin stark von den Ereignissen im Nahen Osten geprägt sein. Allerdings wird selbst bei einem schnellen Ende des Konflikts die erste Inflationswelle nicht mehr zu vermeiden sein und die EZB im Juni mit einer ersten Zinserhöhung antworten“, so die Experten-Einschätzung.
Für die Praxis bedeutet das: Wer auf eine schnelle Rückkehr zu niedrigen Zinsen spekuliert, ignoriert die Marktrealität. „Sollte der Inflationsdruck nicht nachlassen und die EZB nachlegen müssen, könnten die Kapitalmarktzinsen weiter steigen.“
Aktuell gehen 80 Prozent der Experten von einem gleichbleibenden Zinsniveau in den kommenden vier Wochen aus, nur 20 Prozent prognostizieren sinkende Zinsen für diesen Zeitraum. Langfristig rechnen 60 Prozent der Experten mit weiter steigenden Bauzinsen: „Längerfristig drohen höhere Bund-Renditen und damit steigende Bauzinsen wegen der Schuldenpolitik der Staaten.“ 40 Prozent halten gleichbleibende Zinsen für den Zeitraum von einem halben bis zu einem Jahr für möglich.
Eigenkapital als wichtigstes Werkzeug gegen die Zinslast
In diesem Umfeld ist die Struktur der Finanzierung wichtiger denn je. Jörg Utecht, CEO der Interhyp Gruppe, betont: „Ich gehe nicht von signifikant sinkenden Bauzinsen in naher Zukunft aus. Daher würde ich auch Kaufinteressierten nicht dazu raten, darauf zu spekulieren. Gerade in der aktuellen Situation ist es ratsam, so viel Eigenkapital wie möglich in die Finanzierung einzubringen“.
Wie stark dieser Hebel wirkt, zeigt ein aktuelles Rechenbeispiel (Kaufpreis 400.000 Euro):
- Szenario 10 % Eigenkapital: Zinssatz für 10-jährige Darlehen ca. 3,97 % Sollzins p.a.
- Szenario 20 % Eigenkapital: Durch das Knacken der 80-Prozent-Beleihungsgrenze sinkt der Zinssatz für 10-jährige Darlehen auf ca. 3,79 % Sollzins p.a. (Median der fünf besten Anbieter)
- Der Effekt: Allein durch den niedrigeren Zinssatz ergibt sich bei einer angenommenen Anfangstilgung von 3 Prozent eine Zinsersparnis von rund 18.300 Euro über zehn Jahre.
- Mindestens genauso relevant ist jedoch die Wirkung auf die monatliche Rate: Durch das höhere Eigenkapital fällt die laufende Belastung geringer aus - in Summe müssen Käuferinnen und Käufer über zehn Jahre hinweg rund 34.000 Euro weniger Kapital aufbringen.
Fazit: Mehr Eigenkapital wirkt doppelt - es verbessert die Konditionen und senkt dauerhaft die monatliche Belastung.
Interhyp fordert: „Staat muss Nebenkosten-Hürde senken“
Damit mehr Kaufinteressierte diesen Zinsvorteil nutzen können, appelliert Utecht an die Politik: „Ein deutlich zu hoher Anteil des Eigenkapitals geht heute für Kaufnebenkosten drauf. Dabei gibt es genug wirksame Hebel, die hier helfen könnten. Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer für Erstkäufer wären zum Beispiel ein solcher Hebel. Nur wenn der Staat die Nebenkosten-Hürde senkt, kann das eingebrachte Eigenkapital auch zielgerichtet in die Optimierung der Konditionen und in die Tilgung fließen. Das würde vielen Menschen den Zugang zu Wohneigentum erleichtern.“
Tipps für Käuferinnen und Käufer: Versteckte Reserven mobilisieren
Um den Zinssatz für das eigene Vorhaben zu optimieren, rät Interhyp zur Prüfung aller Eigenkapital-Quellen:
- Kapital-Check: Bausparverträge oder Lebensversicherungen als Zusatzsicherheiten einbringen.
- Generationen-Hilfe: Schenkungen oder private Familiendarlehen werden von Banken oft als Eigenkapital gewertet und verbessern das Zins-Ranking sofort.
- Zusatzsicherheiten: Eine bereits abbezahlte Immobilie im Familienbesitz kann als Sicherheit dienen und den Zinssatz drastisch senken.
„Die Botschaft im Mai ist klar: Die Bauzinsen bleiben volatil mit Tendenz nach oben. Der beste Schutz dagegen ist ein fundierter Eigenkapital-Plan und ein breiter Anbietervergleich“, so Utecht abschließend.