Zarte Erholung im Wohnungsbau – doch neue Risiken bremsen den Aufschwung
Erstmals seit drei Jahren steigen die Baugenehmigungen in Deutschland. Doch höhere Baukosten durch den Nahost-Konflikt gefährden den Aufschwung.
Erstmals seit drei Jahren steigt die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland wieder an. In den Monaten Januar und Februar 2026 wurden insgesamt 41.700 Genehmigungen erteilt – ein Zuwachs von 16,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Fachleute bewerten das Signal vorsichtig positiv, warnen jedoch vor einer verfrühten Entwarnung.
Denn gleichzeitig belasten steigende Energie- und Baustoffpreise die Branche. Als Folge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten hat sich Stahl seit Ausbruch des Iran-Konflikts um rund 3 Prozent verteuert, der Bitumenpreis ist sogar um 36 Prozent gestiegen. Branchenvertreter gehen davon aus, dass diese Preisentwicklungen selbst bei einer baldigen Entspannung der Lage nur verzögert an die Märkte weitergegeben werden.
Vor diesem Hintergrund bleibt die strukturelle Unterversorgung auf dem deutschen Wohnungsmarkt ein zentrales Problem. Schätzungen zufolge fehlen derzeit rund 1,4 Millionen Wohnungen. Um das Defizit mittelfristig abzubauen, wären nach Einschätzung von Experten jährlich mindestens 400.000 Neubauten erforderlich – ein Ziel, das trotz des aktuellen Anstiegs in weiter Ferne liegt.
Hinzu kommt die Unsicherheit, ob die erteilten Genehmigungen tatsächlich in realisierte Bauvorhaben münden. Steigende Baukosten erhöhen das Risiko, dass Projekte trotz gültiger Genehmigung nicht umgesetzt werden.
Verwendete Quellen
- Statistisches Bundesamt: Baugenehmigungen für Wohnungen im Februar 2026: +24,1 % zum Vorjahresmonat
- Süddeutsche Zeitung: Baubranche fürchtet die nächste Krise