Kamin und Kachelofen modernisieren und effizient heizen
von Liza-Chiara Sennholz, Senior FinanzierungsberaterinDas Knistern des Holzes, das Flackern der Flammen, die wohlige Hitze - Feuerstellen wie Kamine und Kachelöfen stehen vor allem für Komfort, Luxus und Urtümlichkeit. In Zeiten steigender Brennstoffpreise rückt ihre Rolle als Wärmespender wieder in den Mittelpunkt. Lohnt sich also der Umstieg oder die Modernisierung von Kamin oder Kachelofen?
Die Energiekrise ist bezogen auf Immobilien vor allem eine Heizkrise. Bei aller Unsicherheit ist eines klar: Die Kosten für Brennstoffe, speziell für fossile Brennstoffe, werden auch in der Zukunft hoch bleiben. Alternative Heizungsoptionen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Dazu zählen auch Systeme, die biogene Brennstoffe wie Holz nutzen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie effizient und emissionsarm mit Holz betriebene Kamine und Kachelöfen im jeweiligen Anwendungsfall sind und inwieweit sich Modernisierungsmaßnahmen – etwa durch den Einsatz von Feinstaubfiltern oder neuen Heizeinsätzen – auf deren Betrieb auswirken können.
Kamin oder Kachelofen – was macht den Unterschied?
Obwohl in beiden Systemen vor allem Holz oder Kohle verheizt werden, sollte man sie nicht in einen Topf werfen, denn der Grundaufbau ist anders.
Das macht einen Kamin aus

Ein Kamin besticht mit seiner offenen und sichtbaren Flamme. Man unterscheidet zwischen offenen Kaminen und Kaminöfen. Bei einer offenen Flamme schaffen das Knistern und der ungestörte Blick auf die Flamme eine unvergleichlich wohlige Atmosphäre. Bei einem Kaminofen ist die Feuerstelle von einem Stahlkorpus ummantelt und die Flamme ist durch eine meist vorne angebrachte Glastür zu sehen. Das Verbrennen in einem Kaminofen läuft durch das geschlossene System deutlich geregelter ab, als in einem offenen Kamin. Dadurch ist ein Kaminofen auch spürbar effizienter und kostengünstiger im Betrieb. Zudem sind Feinstaubbelastungen und Verpuffungen deutlich geringer als bei offenen Kaminen. Offene Kamine lassen sich durch eine Kaminkassette entsprechend „umbauen“. Eine moderne Variante von Kaminöfen ist der Pelletofen. Vom Grundaufbau einem Kaminofen sehr ähnlich, verbrennt er gepresste Holzspäne, sogenannte Pellets.
Der große Vorteil: Ein Pelletofen lässt sich auch elektronisch steuern. Die Pellets werden zeit- und temperaturabhängig über eine motorbetriebene Schnecke in den Brennraum geworfen. Diese elektronische Steuerung erspart manuelles Nachlegen von Brennmaterial.
Merkmale eines Kachelofens

Obwohl in beiden Systemen vor allem Holz oder Kohle verheizt werden, sollte man sie nicht in einen Topf werfen, denn der Grundaufbau ist anders. Die gängigsten Kachelofen-Modelle bestehen aus Brennkammer und mehreren nachgeschalteten keramischen Heizzüge sowie einer Verkleidung aus Kacheln oder Putz. Um die Brennkammer ist die Außenhülle des Kachelofens gebaut. Durch diese Bauart gibt ein Kachelofen beständig und vergleichsweise gleichmäßig Hitze ab. Die Folge ist eine ziemlich lange Wärmespeicherung und großflächige Strahlungswärme. Die warmen, sichtbaren Kacheln sorgen zudem für eine schöne Atmosphäre - viele Bänke und Sitzgelegenheiten sind um den Kachelofen herum gebaut und schaffen echte „Lieblingsplätze”. Die lange Wärmeabgabe kann zudem Brennstoff sparen.
Wer ist besser – Kamin oder Kachelofen?
Wie so oft, lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten.

Legt man die Effizienz und die Art der Wärmeabgabe zugrunde, weist der Kachelofen aufgrund seiner speichernden Bauweise Vorteile auf. Die im Ofen erzeugte Wärme wird in einer massiven keramischen Speichermasse aufgenommen und über viele Stunden gleichmäßig als Strahlungswärme abgegeben. Dadurch kann die eingesetzte Energie effizient genutzt werden und es entsteht eine gleichmäßige Wärmeverteilung im Raum. Im Gegensatz dazu verfügen Kaminöfen in der Regel über eine geringere Speichermasse und geben Wärme hauptsächlich während des laufenden Abbrands ab, wodurch ein häufigeres Nachlegen erforderlich ist. Gleichzeitig ist ein Kachelofen aufgrund seiner Bauweise fest in das Gebäude integriert und mit einem höheren baulichen und finanziellen Aufwand verbunden, während Kaminöfen flexibler einsetzbar und kostengünstiger in der Anschaffung sind.¹ Er lässt sich relativ leicht installieren (sofern Kaminabzug vorhanden oder möglich) und er ist mobil. Zudem gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Modellen, Heizwerten und Designs. Der Nachteil beider Systeme, dass sie manuell mit Holz bestückt werden müssen und dadurch kaum eine Nacht durchhalten, lässt sich mit einem Pelletofen lösen. Vom grundsätzlichen Aufbau einem Kaminofen ähnlich, besitzt er eine elektronische Steuerung, mit der man zeit- und temperaturabhängig den Brennvorgang steuern kann. Aus dem integrierten Pellettank werden dabei Pellets in entsprechender Menge in den Brennraum geführt. Die von Vielen geschätzte, schöne Flamme, die man bei einem Kamin sieht, fällt dabei leider deutlich weniger schön aus.
Die Frage was nun besser ist, liegt daher an den jeweiligen Anforderungen und Wünschen des Einzelnen. Gemeinsam ist jedoch allen, dass sie nachwachsende Rohstoffe verwenden und eine möglichst neutrale CO₂-Bilanz aufweisen können.²
Die Vor- und Nachteile im Überblick
Vorzüge und Nachteile eines Kamin(ofen)s
Vorzüge | Nachteile |
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Vorzüge und Nachteile eines Kachelofens
Vorzüge | Nachteile |
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Worauf muss man bei Kaminen und Kachelöfen besonders achten?
Die gesetzlichen Vorgaben
Da beide Systeme Feuerstellen in Wohnräumen sind, gilt es eine ganze Reihe von Vorschriften zu beachten. Dies gilt vor allem für Kamine. Hier ist ein Mindestabstand einzuhalten und eine ausreichende Luftzufuhr sicherzustellen. Besondere Beachtung erfordert die Bundes-Immissionsschutz Verordnung kurz BImSchV. Sie regelt welche Schadstoffe von Öfen und Kaminen ausgestoßen werden dürfen. Im Laufe der Jahre wurden die Richtwerte immer weiter gesenkt. Besonders Besitzer alter Öfen und Kamine sollten darauf achten und ihren Kamin(ofen) entsprechend modernisieren – die Grundlage ist dabei meist das jeweilige Baujahr. Dies finden Sie meist am Typenschild der Feuerstätte.
So mussten schon 2014 vor 1975 erstellte Kamine umgerüstet oder stillgelegt werden (Stufe 1). Auch bis 1984 hergestellte Geräte mussten bis Ende 2017 umgerüstet werden (Stufe 2). Der letzte Schritt erfolgt bis Ende 2024 (Stufe 3): Bis dahin müssen alle bis 2010 in
Moderne Geräte erfüllen schon heute die entsprechenden Vorgaben. Bei ihnen liegt der Wirkungsgrad meist über 90 %. Die Abnahme einer neuen Installation und die jährliche Überprüfung müssen von einem Schornsteinfeger vorgenommen werden - sind rechtlich verbindlich.
Kosten einer Modernisierung oder Neuinstallation

Der Umbau auf einen Kamin- oder Kachelofen ist mit Investitionskosten verbunden. In Abhängigkeit von Nutzung, Energiekosten und individuellen Rahmenbedingungen kann sich eine solche Investition langfristig wirtschaftlich auswirken. Dabei stehen den anfänglichen Kosten potenziell geringere laufende Aufwendungen gegenüber.³
Zudem gibt es Förderungen der öffentlichen Hand bei der Modernisierung von Heizungsanlagen. Dazu gehören staatlich geförderte Darlehen zu vergünstigten Zinssätzen durch die KfW-Bank. Ebenso können Sie BAFA-Zuschüsse beantragen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Diese Förderung umfasst höchstens 20 % der Kosten, bis maximal 60.000 Euro pro Wohneinheit. Darüber hinaus gibt es auch regionale Förderprogramme, die Länder und Kommunen mit eigens definierten Bedingungen und Möglichkeiten auflegen. Dazu informieren Sie sich am besten im Internet, bei Ihrer Kommune oder einem Heizungsanlagenbauer.
Kaminöfen und Kachelöfen können – bei entsprechender Auslegung und Nutzung – effiziente Heizlösungen darstellen und im Rahmen moderner Anforderungen eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass sie dem aktuellen technischen Stand entsprechen und die geltenden Vorschriften erfüllen.⁴ Als Heizquellen stehen sie für Behaglichkeit und schaffen ein angenehmes Raumklima. Ob sich die Anschaffung oder Modernisierungen lohnen, sollten Sie mit einem Fachmann eruieren und für sich individuell ausrechnen.
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Termin anfragenVerwendete Quellen
Smart Forward Minds GmbH: Strahlungswärme(öffnet in neuem Fenster) und Österreichischer Kachelofenverband: Der Wärmespeicher eines Kachelofens(öffnet in neuem Fenster)
Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat: Wärme aus Holz(öffnet in neuem Fenster)
Umweltbundesamt: Energiesparende Gebäude(öffnet in neuem Fenster) und Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena): dena-Sanierungsstudie Teil 2(öffnet in neuem Fenster)
Umweltbundesamt: Kaminofen: Auf Effizienz achten und Alternativen prüfen(öffnet in neuem Fenster)